Berlin-Chemie Newsletter vom 24. September 2015

Berlin-Chemie Newsletter vom 24. September 2015

  • KBV streitet
  • UPD expandiert
  • Arzteinkommen wächst
  • GOÄ-Reform kommt
  • Fehlzeiten steigen
  • Krankheit interessiert
  • Gesundheitsbürokratie bleibt
  • KBV-Gate
  • Apothekerhonorar
  • Effizienzgenerierung durch unterschiedliche Studien

KBV streitet

Ehrenamtler fordern mehr Mitsprache, Basisärzte wollen bessere Honorare

Die Kassenärztliche Bundesvereinigung (KBV) bleibt in Aufruhr. Daran ändert auch das gescheiterte Misstrauensvotum gegen den Vorsitzenden der Vertreterversammlung nichts. Mit 30 zu 30 hatte Weidhaas den Abwahlantrag überstanden, der initiiert von FALK gegen ihn wegen der Vorgänge um Geldzahlungen an den früheren KBV-Chef Dr. Andreas Köhler eingebracht worden war. Dazu hätte es einer Zwei-Drittelmehrheit in der VV bedurft. Somit bleibt Weidhaas im Amt. Der aktuelle Streit ist Aufhänger für die Forderung einiger Delegierter nach mehr Kontrolle der Hauptamtlichen, die als Delegierte der Länder-KVen nach Meinung von Kritikern zwischenzeitlich die Bundesvertreterversammlung majorisieren und damit Entscheidungen auch gegen den Willen der Ehrenamtlichen Mitglieder durchsetzen können. In unmittelbarem Zusammenhang damit sehen sich insbesondere die in eigener Praxis als Grundversorger niedergelassenen Fachärzte bei den Vertragsverhandlungen mit den Krankenkassen schlecht vertreten. Zum Beweis dafür wird der vom erweiterten Bewertungsausschuss gegen die Stimmen der KBV-Vertreter auf 1,6 Prozent festgelegte Steigerungssatz beim Orientierungspunktwert ins Feld geführt. Der daraus fließende Erhöhungsbetrag von insgesamt 800 Millionen Euro reicht aus Sicht des Bundesverbandes der niedergelassenen Fachärzte (BVNF) nicht aus, um das wirtschaftliche Überleben von Praxen in strukturschwachen Gebieten und damit die flächendeckende ambulante Grundversorgung sicherzustellen.

UPD expandiert

Mehr Service durch höhere Effizienz verspricht der neue Anbieter ab 2016

Mit hohen Erwartungen und Vorschusslorbeeren startet trotz heftiger Kritik ehemaliger Betreiber und auch seitens der Opposition die Unabhängige Patientenberatung Deutschland - UPD reloaded - zum Jahresanfang 2016. Ausgestattet mit der Infrastruktur eines privaten Anbieters, der Sanvartis GmbH im Hintergrund geht es mit knapp halbjähriger Verspätung ins Beratungsgeschäft für Patienten. Statt bisher 81.000 will der neue Anbieter und Gewinner der europaweiten Ausschreibung bis 2018 über 200.000 Menschen erreichen. Dafür soll zunächst der Bekanntheitsgrad u.a. mit Werbeschaltungen in einer Apothekerkundenzeitschrift gesteigert werden. Verbraucher und Patienten können sich künftig laut übereinstimmend positiver Aussage von Politik und Krankenkassenverband "einfacher und schneller bei Fragen rund um ihre Gesundheit unabhängig, neutral und kompetent beraten lassen". Die Unabhängige Patientenberatung Deutschland (UPD) wird ab Beginn nächsten Jahres in neuer Trägerschaft schrittweise weiter ausgebaut. Zukünftig werden dann die Berater der UPD wochentags bis 22:00 Uhr sowie samstags von 8:00 bis 18:00 Uhr und damit deutlich länger als bisher über eine bundesweit kostenfreie Rufnummer erreichbar sein. Sofern Anliegen nicht telefonisch geklärt werden können, werden zudem persönliche Beratungsmöglichkeiten an 30 Standorten in Deutschland, etwa in Volkshochschulen oder Bürgerbüros, angeboten. Oberster Grundsatz ist dabei die Neutralität und Unabhängigkeit der Beratung – hierauf werden alle rund 120 Berater, u. a. Mediziner und Juristen, intensiv geschult und ihre Arbeit durch ein umfassendes Qualitätsmanagement abgesichert. Mit Ausnahme einiger weniger Fachärzte werden die Beraterinnen und Berater erstmals direkt bei der neu gegründeten UPD-Gesellschaft angestellt. Diese Unabhängigkeit wird von Kritikern heftig in Frage gestellt. Im Beirat hat es bereits zwei Rücktritte gegeben. Sollte der Erfolg tatsächlich wie erwartet eintreten, ist die Kapazitätsgrenze allerdings schon mit 225.000 Kontakten pro Jahr erreicht. Dies wären 616 Kontakte pro Tag.

Arzteinkommen wächst

Erfolgreiche Selektivverträge des Hausärzteverbandes stärken Honorareinkommen im GKV-Bereich

Wer hätte das gedacht? Von wegen Barfuß-Ärzte! Niedergelassene Allgemeinmediziner respektive Hausärzte verdienen nur unwesentlich weniger als ihre fachärztlichen Kollegen und jedenfalls mehr als angestellte Mediziner in der Klinik. So zumindest vermeldet der aktuelle Medscape-Gehaltsreport 2015. Damit hat sich die Strategie des Hausärzteverbandes offenbar ausgezahlt, mit Selektivverträgen die Position der Kollegen durch Direktverträge mit einzelnen Krankenkassen zur hausarztzentrierten Versorgung zu verbessern. Im Mittel erzielten Fachärzte 2014 ein Brutto-Jahreseinkommen von 114.000 Euro, Haus- und Allgemeinärzte von 110.000 Euro. Dass sich die ehemals große Lücke zwischen Haus- und Facharztgehältern immer mehr schließt, liegt wohl auch daran, dass Hausärzte z.B. überdurchschnittlich häufig den allgemeinen Bereitschaftsdienst der niedergelassenen Ärzte übernähmen, erklärt er weiter. So kämen sie auf höhere Stundenzahlen und schließlich einen höheren Verdienst. Zudem seien Schwankungen innerhalb der Gruppe der Fachärzte zu beachten. Nach wie vor bevorteilt sind Fachärzte bei Nebeneinkünften. Durch Vorträge, Publikationen, Gutachten oder Teilnahme an Studien fließen hier durchschnittlich 13.000 Euro pro Jahr während für Hausärzte nur 4.600 Euro abfallen.

GOÄ-Reform kommt

Berater-Kommission bekommt grünes Licht vom Innenministerium

Der Präsident der Ärztekammer Westfalen-Lippe (ÄKWL) Dr. Theodor Windhorst, Verhandlungsführer der Bundesärztekammmer (BÄK), ist optimistisch, dass die neue Gebührenordnung für Ärzte im Herbst nächsten Jahres an den Start geht. Von den mehr als 4.300 Positionen der GOÄ seien 3.000 Ziffern bereits mit Legende und Bewertung vorbereitet. Alle Gebührenordnungspositionen seien betriebswirtschaftlich kalkuliert nach den vier Teilen 1. Ärztliche Leistung, 2. Technische Leistung, 3. Personalkosten und 4. Gemeinkosten (Miete etc.). Die Gewichtung der Ziffern zu einander und im Verhältnis der verschiedenen Fächer sei berücksichtigt worden. Dabei sei es gelungen, die „Zuwendungsmedizin““ besonders zu bewerten, betont Windhorst, auch durch die Aufnahme neuer Leistungen wie zum Beispiel Betreuungsziffern. Über alle Bereiche werde eine Steigerung im zweistelligen Bereich erzielt. Das Innenministerium als Vertreter der Beihilfe habe laut Windhorst ebenso wie der Verband der Privaten Krankenversicherungen (PKV) keine Einwände. Dem widerspricht allerdings die PKV. Es müsse klargestellt werden, dass „ein zweistelliges Honorarplus über alle Bereiche der GOÄ keinesfalls konsentiert“ sei, heißt es nun in dem Schreiben. Dr. Birgit König, Vorstandsvorsitzende der Allianz Private Krankenversicherungs-AG und Verhandlungsführerin auf Seiten des PKV-Verbandes, ergänzt: "Dieser ärztlichen Eingangsforderung steht die Forderung einer Absenkung der Bewertungen der Leistungen der neuen GOÄ seitens der PKV gegenüber." Kritik kommt auch Seitens des Unternehmerverbandes der Fachärzte (BVNF). Allein bei der Minimalannahme einer zweistelligen Steigerung „magere zehn statt der effektiv eingetretenen Kostensteigerung von dreißig Prozent, schenkt die Ärzteschaft bei über 10 Mrd. Abrechnungsvolumen/Jahr weiterhin monatlich 100 Millionen Euro her", beklagt der BVNF-Sprecher der Orthopäde Dr. Wolfgang Bärtl.

Fehlzeiten steigen

AOK-Report nimmt Gesundheit von Azubis unter die Lupe

7,5 Stunden Medienkonsum am Tag als Freizeitbeschäftigung machen junge Menschen müde. 36 Prozent der Auszubildenden klagen über Erschöpfung. Gesamt gesehen weist diese Beschäftigungsgruppe zum Teil erhebliche Defizite bei Gesundheitszustand und Gesundheitsverhalten auf. Dies zeigt die erste repräsentative Befragung zur Gesundheit von Auszubildenden im Fehlzeiten-Report 2015 des Wissenschaftlichen Instituts der AOK (WIdO). Ein Drittel der Auszubildenden berichtet über häufig auftretende körperliche und psychische Beschwerden. Gesundheitsgefährdendes Verhalten wie wenig Bewegung, schlechte Ernährung, wenig Schlaf, Suchtmittelkonsum oder übermäßige Nutzung der digitalen Medien ist bei jedem fünften Auszubildenden zu beobachten. Da die Gründe für die jugendliche Schlappheit eher im Freizeitverhalten zu suchen sein dürften, hält Frank Michalak, kommissarisch Geschäftsführender Vorstand des AOK-Bundesverbandes, nichts von Gesundheitstagen als "Alibiveranstaltungen". Es bedürfe eher eines zielgruppengerechten Gesundheitsmanagements in den Betrieben. Bedarf und Interesse besteht daran offenbar bei 62,8 Prozent der befragten Azubis. Auch wenn vier von fünf Auszubildenden (83,6 Prozent) ihren allgemeinen Gesundheitszustand selbst als gut oder sehr gut einschätzen, klagen mehr als die Hälfte der Auszubildenden (56,5 Prozent) über häufige körperliche Beschwerden und 46,1 Prozent auch über psychische Beschwerden. So ist jeder vierte Auszubildende von häufigen Kopfschmerzen (25,7 Prozent) geplagt. Mehr als jeder fünfte leidet häufig an Rückenschmerzen (21,1 Prozent) und Verspannungen (22,1 Prozent). Bei häufig auftretenden psychischen Beschwerden wurden vor allem Müdigkeit/Mattigkeit/Erschöpfung (36,0 Prozent), Lustlosigkeit/Ausgebranntsein (15,1 Prozent), Reizbarkeit (10,7 Prozent) und Schlafstörungen (10,0 Prozent) genannt. Ein Viertel der Auszubildenden ist kaum sportlich aktiv (26,1 Prozent). 27 Prozent der Befragten nehmen kein regelmäßiges Frühstück zu sich und 15,8 Prozent verzichten auf ein tägliches Mittagessen. Zu den gesundheitsproblematischen Essgewohnheiten zählt darüber hinaus ein hoher Konsum an Fast-Food und zuckerhaltigen Lebensmitteln: Mehrfach pro Woche konsumieren 17,0 Prozent Fast-Food und 57,4 Prozent Süßigkeiten. Weibliche Auszubildende essen häufiger Süßigkeiten, während Männer zu einem höheren Anteil Fast-Food-Produkte zu sich nehmen. Problematisch erscheint, dass mehr als ein Drittel der männlichen Auszubildenden und jede vierte weibliche Auszubildende werktags mit weniger als sieben Stunden Schlaf pro Nacht zur Arbeit kommen. Mehr als 12 Prozent fühlen sich wochentags in Arbeit und Schule "fast nie" oder "niemals" ausgeruht und leistungsfähig. Darüber hinaus raucht mehr als jeder dritte Auszubildende und fast jeder Fünfte zeigt einen riskanten Alkoholkonsum.

Krankheit interessiert

Central-Krankenversicherung nimmt Ranking und Gesundheitsseiten im www unter die Lupe

Schilddrüsenvergrößerung, Diabetes und Hämorrhoiden! Das sind die drei Spitzenreiter unter den Top 10 der meistgesuchten Krankheiten im Internet. Hamburger, Berliner und Bremer suchen am häufigsten nach Krankheiten im Internet; das Schlusslicht bilden die ostdeutschen Bundesländer. Die Analyse der Central Krankenversicherung von mehr als 100 Ratgeberseiten im Internet attestiert dürftige Qualität der veröffentlichten Gesundheitsinformationen. Schilddrüsenvergrößerung ist mit durchschnittlich 294.000 Suchen pro Monat die mit Abstand meistgesuchte Krankheit der Deutschen im Internet. Erst dann folgen auf Rang zwei und drei die Volkskrankheiten Diabetes (140.220 Suchen pro Monat) und Hämorrhoiden (127.400 Suchen pro Monat). Das ist das überraschende Ergebnis der Studie "Praxis Dr. Internet", die die Central Krankenversicherung aktuell veröffentlicht hat. Die Studie fußt auf einer Analyse von deutschlandweit mehr als 41,2 Millionen Google-Suchen (Zeitraum 11/2013-10/2014) und gibt außerdem Aufschluss über das regionale Krankheitssuchverhalten der Deutschen. Demnach informieren sich Hamburger, Bremer und Berliner mit durchschnittlich 1 bis 1,18 Suchen pro Einwohner (Alter: 14-75 Jahre) im Jahr bundesweit am häufigsten über Krankheiten im Internet. Am wenigsten verbreitet ist das Krankheiten-Googeln hingegen in Mecklenburg-Vorpommern, Sachsen-Anhalt und Brandenburg. Im Schnitt sind es in den ostdeutschen Bundesländern gemäß Central Studie gerade einmal 0,3 bis 0,44 Krankheitssuchen pro Einwohner im Jahr. Mit ihrer Studie "Praxis Dr. Internet" geht die Central jedoch noch einen Schritt weiter und ermittelte ausgehend von den meistgesuchten Krankheiten der Deutschen, wie es um die Qualität der im Internet veröffentlichten Gesundheitsinformationen bestellt ist. Hierzu analysierte ein Ärzteteam der Central mittels eines umfassenden Webseiten-Checks insgesamt 100 Ratgeberseiten und kam nach Prüfung von 24 Kriterien zu einem ernüchternden Ergebnis: Mehr als 30 Prozent der bewerteten Webseiten schnitten mit "mangelhaft" oder sogar "ungenügend" ab. Über alle 100 Webseiten hinweg wurde gerade einmal die Durchschnittsnote "ausreichend" (4+) erzielt.

Gesundheitsbürokratie bleibt

Bescheidene Erfolge im Kampf um die Abschaffung von sinnlosen Formularen

Die Zahlen sind beeindruckend. Die gestellte Aufgabe ist für alle Beteiligten eine Sisyphosarbeit: Laut einer vom Normenkontrollrat (NKR) der Fachpresse vorgestellten Studie versickern bei Ärzten und Zahnärzten jährlich insgesamt 4,33 Milliarden Euro an Bürokratiekosten wegen Informationspflichten, die sich aus Vorgaben des Gemeinsamen Bundesausschusses (GBA) oder des Bundesgesundheitsministeriums ergeben. Umgerechnet 14,08 Millionen Tage verbringen Praxisinhaber und Personal mit dem Ausfüllen von Formularen. In jeder Praxis werden durchschnittlich mehr als 2.800 Überweisungen im Jahr geschrieben. Dies verursacht allein Kosten von 295 Millionen Euro, dicht gefolgt von Auskünften an Krankenkassen und MDK die mit 292 Millionen Euro ins Kontor schlagen. Der Gesamtaufwand beträgt 2,2 Milliarden Euro. Die damit einhergehenden Bürokratieaufgaben summierten sich auf 16,5 Arbeitstage pro Arzt. Die größte Belastung sind dabei nach Meinung der Ärzte nicht durch die medizinische Dokumentationen oder Maßnahmen zur Qualitätssicherung veranlasst, sondern eher dem Bereich zur Kostensteuerung zuzuordnen.

Auch die Zahnärzte tragen mit 1.135 Millionen am Bürokratieaufwand schwer. Der Löwenanteil mit 576 Millionen Euro fällt dort allerdings für das Erstellen von Behandlungsplänen an. Die Arbeitsgruppe bestehend aus der KBV, den Kassenärztlichen Vereinigungen von Bayern, Niedersachsen, Nordrhein und Westfalen-Lippe, außerdem auch der Kassenzahnärztliche Bundesvereinigung und der Bundeszahnärztekammer, dem GKV-Spitzenverband, dem Gemeinsame Bundesausschuss und dem Bundesministerium für Gesundheit können bereits konkrete Änderungen und Handlungsempfehlungen präsentieren. So steht die Vereinfachung der Bescheinigung der Arbeitsunfähigkeit und der Verordnung der medizinischen Rehabilitation auf der Agenda. Außen vor bleibt die Krankenhausgesellschaft.

KBV-Gate

Köhler und Weidhaas im Fokus

Jetzt wird´s gerichtsmassig im obersten Selbstverwaltungsorgan der Kassenärzte. Dr. Wolfgang-Axel Dryden, Vorsitzender der Kassenärztlichen Vereinigung Westfalen Lippe, und Dr. Dieter Kreye, stellvertretender Vorsitzender der KV Mecklenburg-Vorpommern, haben Strafanzeige gegen den ehemaligen KBV-Chef Dr. Andreas Köhler sowie den Vorsitzenden der Vertreterversammlung, Hans-Jochen Weidhaas, gestellt. Hintergrund dafür bilden Vereinbarungen in Zusammenhang mit dem Ausscheiden Köhlers aus dem Amt. Die in der FALK-Gruppe organisierten KV-Chefs wollen aber auch dem Vorsitzenden der KBV-Vertreterversammlung das Amt entziehen. Hierzu wurde bereits vor zwei Wochen ein Antrag formuliert. Ursprünglicher Hintergrund sind die umstrittenen Gehaltszahlungen an Ex-KBV-Chef Köhler. Die Strafanzeige ist wie aus internen Kreisen zu vernehmen so offen formuliert, dass die Staatsanwaltschaft den Pool der möglicherweise einzubeziehenden Personen jederzeit erweitern kann. Die Vorgänge werden seit längerem bei mehreren Vertreterversammlungen intern diskutiert. Offenbar ohne in der Sache voranzukommen.

Apothekerhonorar

„Leistungsfeindliches“ Honorar soll abgeschafft werden

Das Bundesministerium für Wirtschaft und Energie (BMWi) will ein externes Gutachten zum Apothekenhonorar einholen. Erst dann kann es aus Sicht des Ministeriums an eine Neuberechnung des Fixums gehen. Eine konkrete Zeitplanung dazu liegt aber noch nicht vor. Streitthema ist nach wie vor die Berechnung der Kosten in Apotheken. Die ABDA kritisierte die Methodik des Wirtschaftsministeriums, die 2012 zur Anwendung kam, als „leistungsfeindlich“. Nach der derzeitigen Methodik gerechnet, könne das Honorar sogar gesenkt werden. Das BMWi beabsichtigt, vor einer Entscheidung über eine Anpassung der Arzneimittelpreisverordnung eine belastbare und breit akzeptierte Datenbasis zu schaffen. Dafür ist aus Sicht des Ministeriums die Unterstützung externer Gutachter notwendig. Die Diskussion hat derweil auch Auswirkungen auf die Tarifverhandlungen zwischen der Apothekengewerkschaft Adexa und dem Arbeitgeberverband Deutscher Apotheken (ADA): Die Apothekenleiter stellten klar, dass es ohne Bewegung in der Politik keine Tariferhöhung für Mitarbeiter geben könne. Dass die ABDA dennoch auf die Forderung nach einem höheren Fixum verzichtet und sich mit „Peanuts“ wie einer besseren Vergütung von Betäubungsmitteln, Rezepturen und Notdiensten abgeben will, kann man bei der Adexa nicht nachvollziehen.

Effizienzgenerierung durch unterschiedliche Studien

RCT-Studiendesign stößt an Grenzen

Randomisierte, kontrollierte klinische Prüfungen, so genannte RCTs, sind die wesentliche Grundlage für den Nachweis von Wirksamkeit und Sicherheit von Arzneimitteln. Jedoch stößt dieses Studiendesign bei bestimmten Fragestellungen und Wirkstoffklassen an seine Grenzen. Andere Studiendesigns ermöglichen unter Berücksichtigung ethischer Aspekte und mit Blick auf die Grenzen der Machbarkeit ebenfalls die Darstellung valider und aussagekräftiger Effekte. Benötigen wir daher eine Erweiterung der Bewertungsverfahren des Gemeinsamen Bundesausschusses und des IQWiG? Über diese Frage diskutieren Vertreter aus Politik, Wissenschaft, Forschungsförderinstituten und Praxis. Als Referenten und Mitdiskutanten werden unter anderem die Bundestagsabgeordneten Michael Hennrich (CDU/CSU) und Martina Stamm-Fibich (SPD) begrüßt. Der Workshop ist eine gemeinsame Veranstaltung des Bundesverbandes der Pharmazeutischen Industrie e.V. (BPI), des Verbandes Forschender Arzneimittelhersteller e.V. (vfa) und des Bundesverbandes Managed Care e.V. (BMC).

Die Anmeldung für die Veranstaltung am Mittwoch, den 14.10.2015 von 16.00 bis 18.00 Uhr in der SRH Hochschule, Berlin, ist auf www.bmcev.de/anmeldung möglich. Die Veranstaltung ist kostenlos. Die Teilnehmerzahl ist begrenzt. Anmeldungen werden nach Eingang berücksichtigt.

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