Berlin-Chemie Newsletter vom 23. Februar 2023

Berlin-Chemie Newsletter vom 23. Februar 2023

Interview:

  • Ende mit dem manuellen Transport von CD-ROMs oder Akten!
    Einblick sprach mit der Bundestagsabgeordneten Franziska Hoppermann über Datenschutz und Datennutzung in der digitalen Gesundheitsbranche.

Kurzstrecke:

  • Neue Hilfestellung für Betroffene mit Long-Covid
    Fachgesellschaften veröffentlichen aktuelle Patientenleitlinie

  • Bestehende Strukturen können den Versorgungsbedarf nicht abdecken
    Reform der Notfallversorgung als integraler Bestandteil der Krankenhausreform

  • Wird dies lediglich eine Aussetzung von Budgets?
    Hochrechnung zur Entbudgetierung von Haus- und Kinderärzt:innen

  • Digitale Testangebote steigern Quote der Darmkrebsfrüherkennung
    Barmer schickt Testkit nach Hause

Interview:

  • Deutsches Sicherheitsdenken, Einzellösungen und der notwendige Gedankenumschwung
    Einblick sprach mit Melanie Wendling, der Geschäftsführerin des Bundesverbandes Gesundheits-IT – bvitg über die digitalen Themen im Gesundheitswesen

Start-up Telegram

Meldungen:

  • Praxisbarometer der KBV
    Über den Stand der Digitalisierung in den Praxen

  • Telemedizin in der Dermatologie
    Behandlung und Beratung über das Internet versprechen kurzfristige Hilfe

  • Stiftung Gesundheit zeigt
    Erstmals mehr Ärztinnen als Ärzte in der ambulanten Versorgung

  • Kampf gegen Antibiotikaresistenzen
    Forderungen nach einer sinnvollen Finanzpolitik für die Gesundheitsbranche


Interview:

Ende mit dem manuellen Transport von CD-ROMs oder Akten!

Einblick sprach mit der Bundestagsabgeordneten Franziska Hoppermann über Datenschutz und Datennutzung in der digitalen Gesundheitsbranche.

 

 

Franziska Hoppermann MdB

Die Diplomkauffrau war von 2009 bis 2021 im allgemeinen höheren Verwaltungsdienst der Freien und Hansestadt Hamburg tätig, zuletzt als Leiterin des Zentralamtes der Behörde für Justiz und Verbraucherschutz im Rang einer Senatsdirektorin. Seit 2021 ist sie Mitglied des Deutschen Bundestages in der CDU/CSU Fraktion und seit Januar 2022 gehört Hoppermann als Beisitzerin dem Bundesvorstand der CDU an. Als ordentliches Mitglied im Ausschuss für Digitales ist sie unter anderem zuständig für Themen wie z.B. E-Health oder die elektronische Patientenakte.

 

Frau Hoppermann, wie funktioniert die Zusammenarbeit zwischen dem Ausschuss für Digitales und dem Gesundheitsministerium?
Der Ausschuss behandelt viele Querschnittsthemen. Stehen Gesundheitsthemen auf der Agenda, ist in der Regel der Gesundheitsausschuss federführend. Bei Digitalthemen, die den Gesundheitssektor betreffen, habe ich ein wenig das Gefühl, dass das Ministerium um Jahre hinterherhinkt und erstaunt ist, dass große Player auf Vernetzung warten. Oder beim Konnektorentausch: Da hoffen die niedergelassenen Ärzt:innen auf sinnvolle Umsetzung. Auch beim E-Rezept oder der elektronischen Patientenakte habe ich nicht das Gefühl, dass das BMG ein Motor für die Themen ist, sondern eher überrascht ist, wenn sie gefragt werden, was sie tun möchten – obwohl sie doch eine steuernde Rolle haben sollten.

Immerhin sind Expert:innen wie beispielsweise Dr. Susanne Ozegowski neu ins Ministerium berufen worden. Wie kann durch innovative Personen das bisherige Vorgehen verbessert und koordiniert werden?
Das hat viel mit der Rolle des Ministers zu tun bzw. mit seiner Entscheidungs- und Steuerungsrolle. Bundesgesundheitsminister Prof. Dr. Karl Lauterbach hat Herzensthemen, zu denen er öffentlichkeitswirksam auftritt. In allen Themen gleichzeitig kann jedoch weder er noch andere fit sein, deshalb muss er sich Expertise dazu einholen und diese zulassen. Ich nehme aber kaum Vernetzungswünsche wahr, allerdings von beiden Seiten nicht.

Aus meiner Sicht hat es am Anfang der Legislaturperiode einen Fehler gegeben, der uns in der gesamten Legislaturperiode begleiten wird: Als überlegt wurde, wie die Zusammenarbeit aussehen soll, wurde das Thema Digitalisierung einem Ministerium zugeordnet und lag nicht mehr im Kanzleramt. Allerdings ist damit keinerlei Kompetenz verbunden, es heißt einfach nur so. Im Prinzip geht es um die Infrastruktur, ein Digitalbudget ist ebenso wenig vorhanden wie eine Zusammenführung von bisherigen Digitaltiteln. Darüber hinaus besteht keine Managementfunktion im Bundesministerium für Digitales und Verkehr – BMDV –, um Themen jenseits des Budgets zu steuern. So gibt es auch keine Kompetenz, das BMG zu befragen, wie weit beispielsweise der Projektumsetzungsstand beim E-Rezept ist. Wenn Herr Wissing im BMDV etwas machen will, hat er eine bittende Rolle ohne Umsetzungskompetenz. Da hatte die frühere Staatsministerin im Kanzleramt mehr Möglichkeiten.
 
Mehr Digitalisierung im Gesundheitswesen ist dringend notwendig, was sollte man aus Ihrer Sicht tun bzw. verbessern?

Da habe ich schon einige konkrete Ideen: So gibt es Gesetzgebungsvorhaben auf EU- Ebene, die sich übergreifend mit der Datengesetzgebung beschäftigen, auch im Gesundheitssektor. Ich wünsche mir hier eine führende Rolle Deutschlands, eine Stimme auf europäischer Ebene, beispielsweise im Europäischen Rat. Wir brauchen mehr Effizienz im Patientendatenschutz und eine bessere Qualität. Die absurde Situation, mit Akten oder CD-ROMs, die Befunde oder Röntgenbilder enthalten, zwischen Fachärzt:innen hin und her zu laufen, muss aufhören!

Ferner sollte man die unterschiedlichen Akteure im Gesundheitswesen zusammenbringen, um Vernetzung auch in der Kommunikation und im Datenaustausch möglich zu machen, beginnend mit den Krankenkassen, den Krankenhausverbänden, den Ärzt:innen und den Pflegeeinrichtungen. Flächendeckendes WLAN gehört dazu, um zu kommunizieren – auch für Patient:innen in Kliniken oder Heimen. Und dann sollte man alle Akteure zu Digitalgipfeln im Gesundheitssektor zusammenholen, auch den Forschungsbereich. Hier hat man fast ausschließlich mit amerikanischen Firmen zu tun, weil bei uns der Zugang zu Forschungsdaten so schwierig ist. Auch im Eigeninteresse brauchen wir hier Verbesserungen!

Was sollte das Gesundheitsdatennutzungsgesetz beinhalten?
Zum einen wünsche ich mir vom BMG, auf europäischer Ebene bei der Gesundheitsdatengesetzgebung zu gucken, dass die Forschung nicht durch zusätzliche Hürden in der Datennutzung erschwert wird. Zum anderen darf nicht nur öffentlich an Universitäten geforscht werden, sondern auch im privaten Sektor – mit klugen Regelungen ohne Wettbewerbsvorteile für konkrete Anbieter, um den Standort Deutschland nicht gegenüber anderen Ländern zu benachteiligen.

Was wären aus der Sicht Ihres Ehrenamtes im Vorstand cnetz, Verein für Netzpolitik e.V. die dringendsten digitalen Punkte im Gesundheitssektor?
Ich wünsche mir eine niedrigschwellige digitale Kommunikation im Gesundheitsbereich quer über alle Akteure hinweg, inklusive der Patient:innen. Warum muss ich mir einen halben Tag Urlaub nehmen, wenn ich bei Fachärzt:innen ein Rezept abholen und einlösen will, da meine Karte vor Ort in der Praxis eingelesen werden muss, um dann ein ausgedrucktes Rezept zu erhalten?
Wir brauchen digitale Kommunikation und einen Austausch relevanter Daten. Gerne hätte ich ein Cockpit, wo sämtliche Daten zusammengefasst sind wie in anderen europäischen Ländern. Ich möchte als Patientin selbst entscheiden und freigeben, wer auf meine Daten zugreifen darf. So kann mir im Zweifel viel schneller geholfen werden.

Wo sehen Sie die Digitalisierung im Gesundheitswesen im September 2025, also kurz vor den nächsten regulären Bundestagswahlen?
Das ist eine schwierige Frage. Ich befürchte, dass wir nicht sehr weit vorangekommen sein werden, weil ich keine wirkliche Bewegung sehe. Ich wünsche es mir aber anders: Im Sinne aller Personen im Gesundheitssektor sollte uns ein großer Schritt hin zu sicherer Kommunikation und sicherem Datenaustausch gelingen. Dabei wünsche ich allen viel Erfolg, da es für uns als Gesellschaft sehr wichtig ist. Allerdings bin ich einigermaßen skeptisch, ob uns bis dahin der notwendige digitale Durchbruch im Gesundheitswesen tatsächlich gelungen sein wird.

Hier können Sie das komplette Interview als Podcast-Folge EinBlick – nachgefragt anhören https://soundcloud.com/einblick-berlin-chemie/einblick-nachgefragt-20230208


Kurzstrecke

 

Neue Hilfestellung für Betroffene mit Long-Covid

Fachgesellschaften veröffentlichen aktuelle Patientenleitlinie

Eine aktualisierte Patientenleitlinie soll ab sofort Betroffenen mit Long/Post-Covid- Symptomen Unterstützung leisten. Dabei haben die Fachgesellschaften, die gemeinsam an der Leitlinie gearbeitet haben, besonders darauf geachtet, das Papier einfach zu halten. »Wir beantworten mit dieser Arbeit in verständlicher Sprache die wichtigsten Fragen zu den wesentlichen Beschwerden, ihren potenziellen Ursachen und den möglichen Therapieansätzen«, sagt Dr. Christian Gogoll, Koordinator der Patientenleitlinie unter Federführung der Deutschen Gesellschaft für Pneumologie und Beatmungsmedizin.

So beantwortet die publizierte Arbeit die 50 wichtigsten Fragen rund um das Long-/Post- Covid-Syndrom. Außerdem finden Interessierte Hilfe bei der Suche nach Ärzt:innen, Selbsthilfegruppen sowie Übungs- und Ernährungsempfehlungen. In Deutschland leiden zwischen fünf bis zehn Prozent aller Coronainfizierten an dem Syndrom. Betroffen von Long/Post-Covid sind nach aktuellen Erkenntnissen überwiegend junge Erwachsene – Frauen etwas häufiger als Männer. Es können jedoch auch Kinder und ältere Erwachsene daran erkranken.

 

Bestehende Strukturen können den Versorgungsbedarf nicht abdecken

Reform der Notfallversorgung als integraler Bestandteil der Krankenhausreform

Die ›Allianz Kommunaler Großkrankenhäuser‹ e.V. (AKG-Kliniken) fordert eine zügige Reform der Notfallversorgung. Nur durch diese lasse sich ein Vertrauensvorschuss aus der Bevölkerung für weitere Reformen in der Krankenhauslandschaft gewinnen, sagt der Vorstandsvorsitzende der AKG-Kliniken, Dr. Matthias Bracht. Abgemeldete Notfallaufnahmen dürfe es nicht mehr geben.

Die Fehlentwicklungen der letzten 20 Jahre, räumliche und organisatorische Defizite in den Krankenhäusern und die fehlende Zusammenarbeit zwischen stationärer und ambulanter Versorgung verlangen mehr Verantwortung sowie akutes Handeln bei allen beteiligten Akteuren. Künftig trifft immer weniger medizinisches Personal auf einen wachsenden Versorgungsbedarf infolge des demographischen Wandels, bestehende Strukturen werden demzufolge nicht ausreichen, um die Notfallversorgung in allen Teilen des Landes zu gewährleisten.

Notfallmediziner Dr. Tim Flasbeck fordert eine nachvollziehbare und verbindliche Rollenverteilung innerhalb der gesamten Krankenhauslandschaft und vor Ort. Damit unterstützt er die Etablierung verschiedener Versorgungsrollen, wie sie in der Reformplanung des Gesundheitsministers vorgesehen sind. Kurzfristig sind konkrete Vorschläge dazu aus der Regierungskommission gefragt, damit diese in die laufenden Beratungen zwischen Bund und Ländern einfließen können.

 

Wird dies lediglich eine Aussetzung von Budgets?

Hochrechnung zur Entbudgetierung von Haus- und Kinderärzt:innen

Eine aktuelle Hochrechnung des ›Spitzenverbandes Fachärzte Deutschlands‹ – Spifa – zeigt, dass eine Entbudgetierung aller Haus- und Kinderärzt:innen rund 112 Millionen Euro
 
kosten würde. Grundlage dafür sind die Leistungen des Jahres 2020. So würden die Kinderärzt:innen fast 15 Millionen Euro erhalten, für niedergelassene Allgemeinmediziner:innen und Internist:innen wurden Mehrausgaben von 97 Millionen Euro errechnet.

Für die Kinder- und Jugendmediziner:innen befindet sich die Entbudgetierung bereits im Gesetzgebungsverfahren, den Hausärzt:innen wurde sie in Aussicht gestellt. Kritisiert wird jedoch die Systematik des Ministeriums, das einen Vorwegabzug vorgeschlagen hat. Laut FDP liegt die ideale Lösung darin, Leistungen, die für Kinder- und Jugendliche erbracht werden, von der morbiditätsorientierten Gesamtvergütung in die extrabudgetäre Vergütung zu überführen. Spifa-Hauptgeschäftsführer Robert Schneider sieht deutlichen Nachbesserungsbedarf im Gesetzgebungsverfahren, die Entbudgetierung hält er nur für eine Aussetzung von Budgets.

 

Digitale Testangebote steigern Quote der Darmkrebsfrüherkennung

Barmer schickt Testkit nach Hause

Durch digitale Testangebote nehmen mehr Menschen die Darmkrebsfrüherkennung in Anspruch. Das geht aus einer Auswertung der Barmer Krankenkasse hervor. Während bei herkömmlichen Früherkennungsangeboten, die einen ärztlichen Besuch erfordern, zuletzt nur sechs Prozent der anspruchsberechtigten Versicherten erreicht wurden, hat das digitale Angebot die Quote mehr als verdoppelt: 15,7 Prozent aller anspruchsberechtigten Versicherten nutzten die Möglichkeit zur digitalen Darmkrebsfrüherkennung von zu Hause aus. Über die App schickt die Krankenkasse einen Link, indem die Zielpersonen ihren Test nach Hause bestellen und von dort aus das Untersuchungsmaterial per Post direkt ins Labor schicken können.

Das Angebot zur Darmkrebsfrüherkennung komme vor allem bei Versicherten zwischen 40 und 49 Jahren gut an. Sie seien die größte Gruppe, die den immunologischen Stuhltest zu Hause nutzten, heißt es in der Pressemitteilung der Barmer.


EinBlick zum Hören: Der wöchentliche Podcast

Das neue Angebot ergänzt unseren EinBlick Newsletter.

 

EinBlick – Der Podcast präsentiert Ihnen die wichtigen gesundheitspolitischen Nachrichten der Woche immer Freitag mittags.
In gut zehn Minuten hören Sie, was in der vergangenen Woche eine Rolle gespielt hat und was in der folgenden Woche wichtig sein wird.

Zusammen mit den tieferen Analysen des Newsletters EinBlick, sind sie stets bestens auf dem Laufenden.

EinBlick – Der Podcast immer freitags, ab 12 Uhr in allen bekannten Podcastportalen.
Die aktuelle Folge finden Sie hier: www.einblick-newsletter.de 


Interview

 

Deutsches Sicherheitsdenken, Einzellösungen und der notwendige Gedankenumschwung

Einblick sprach mit Melanie Wendling, der Geschäftsführerin des Bundesverbandes Gesundheits-IT – bvitg über die digitalen Themen im Gesundheitswesen

 

 

Melanie Wendling

ist seit Mitte 2022 Geschäftsführerin des bvitg. Zuvor war sie als Abteilungsleiterin Gesundheit und Rehabilitation bei der Deutschen Gesetzlichen Unfallversicherung tätig.

Nach dem Studium der Rechtswissenschaften und dem Abschluss der RTL-Journalistenschule arbeitete sie als persönliche Referentin von Bundesministerin Ulla Schmidt und Bundesminister Philipp Rösler im Bundesministerium für Gesundheit. Im Anschluss wechselte sie zu Telekom Healthcare Solutions, wo sie die Politik und Verbandsvertretung verantwortete.

 

Frau Wendling, wie schätzt der bvitg den Prozess der Digitalen Gesundheitsanwendungen (DiGA) ein?
Von unseren Mitgliedsunternehmen höre ich, dass der Prozess unglaublich aufwendig ist. Außerdem ist es eine Herausforderung, Patient:innen von DiGA zu überzeugen. Hier würde ich mir wünschen, dass vor allen die Kommunikation verstärkt wird. Zum einen denke ich, dass viele Versicherte gar nicht darüber Bescheid wissen, dass sie die Möglichkeit haben, eine DiGA in Anspruch nehmen zu können. Ich bin mir aber auch nicht sicher, ob überhaupt alle Ärzt:innen über die Möglichkeiten informiert sind. Es müsste viel mehr der Mehrwert der Anwendungen kommuniziert werden. Ziel einer App ist es ja nicht, dass diese Anwendung die Ärztin oder den Psychotherapeuten ersetzt, sondern dass das Online Tool dort zum Einsatz kommt, wo die Versorgung vor Ort vielleicht gerade eingeschränkt ist.

Halten Sie die Kommunikation der Krankenkassen hinsichtlich der Kritik auf die Frage nach der Evidenz von DiGA für sinnvoll?
Es ist die Aufgabe der Kassen dafür zu sorgen, dass sie ihr Geld zusammenhalten. Mir fällt es schwer, dort Kritik zu üben, denn sie gehen nur ihren Aufgaben nach. Evidenz im Gesundheitswesen ist nicht immer einfach, es geht oft um ›gefühlte Fakten‹, über die wir sprechen. Manchmal ist es schwierig, langjährige Erfahrung mit Evidenz zu vergleichen. Trotzdem verstehe ich die Kassen. Sie müssen Evidenz fordern. Das ist ihr gutes Recht. Der Gesetzgeber hingegen hat die Möglichkeit zu regeln, wie wir den Nachweis der Evidenz gestalten. Auch kann der Gesetzgeber regeln, wie die Preisverhandlungen gestaltet sind und wie viel Spielraum für Kassen und für Unternehmen vorgesehen ist.

Bis zum Jahr 2025 sollen 80 Prozent aller Bürger:innen eine elektronische Patientenakte (ePA) besitzen. Was ist Ihrer Meinung nach dafür jetzt notwendig?
Damit 80 Prozent der Menschen in Deutschland bis zu diesem Zeitpunkt tatsächlich eine ePA besitzen, brauchen wir auf jeden Fall die Opt-Out Lösung. Das bedeutet aber noch lange nicht, dass die ePA damit startklar ist. Sie muss ja auch befüllt werden. Wenn wir über die Befüllung sprechen, benötigen wir einen guten Plan. Wir brauchen hier funktionierende Standardlösungen. Die gematik wurde damit beauftragt zu überlegen, wie so ein Konzept aussehen kann. Ich würde hier mit der Basis starten, und zwar den Möglichkeiten, die auch schon ein Smartphone bietet: das Eintragen des Notfallpasses und den Medikationsplan. Damit wären wir schon ein ganzes Stück weiter. Ich bin also für kleine Schritte, die uns nach vorne treiben.

Themen rund um die Digitalisierung des Gesundheitswesens werden auf der DMEA – der Digital Health Messe des bvitg besprochen. Was sind Ihre Erwartungen an die kommende DMEA?
Für uns als bvitg ist die DMEA zweigeteilt. Auf der einen Seite ist es eine Industriemesse, auf der aktuelle Trends und Lösungen vorgestellt werden. Auf der anderen Seite gehört auch immer der Kongress dazu, der sich damit befasst, warum spannende Lösungen auf der Messe vorgestellt werden, jedoch nicht schon in der Versorgung bereitstehen. Auf dem Kongress wird immer viel diskutiert, und ich bin mir sicher, dass diesmal die Digitalstrategie des Bundesministeriums für Gesundheit das Hauptthema des Kongresses sein wird. Die Strategie hat Auswirkungen auf alle Lösungen. Der Kongress ist zum einen sehr politisch, zum anderen aber auch zum Netzwerken da. Hier trifft sich die Branche, um sich miteinander auszutauschen und gemeinsam über den Tellerrand zu schauen. Und wir möchten mit unseren DMEA Sparks Formaten auch das jüngere Publikum gewinnen. Aber ich glaube, es ist wie immer etwas für alle dabei. Wir versuchen innovativ zu sein und verschiedenste Formate anzubieten.

Hier können Sie das komplette Gespräch mit Melanie Wendling vom bvitg als Podcast- Folge EinBlick – nachgefragt anhören https://soundcloud.com/einblick-berlin-chemie/einblick-nachgefragt-20220215


Startup-Telegram

 

Neu gibt es je eine weitere vorläufige bzw. dauerhaft aufgenommene DiGA im offiziellen Verzeichnis für Digitale Gesundheitsanwendungen des Bundesinstituts für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM).

Smoke Free ist die, vorläufig aufgenommene, zweite App auf Rezept, mit der man sich das Rauchen abgewöhnen kann. Sie folgt deutschen und internationalen Leitlinien. Die Wirksamkeit der Therapie ist wissenschaftlich nachgewiesen und entspricht der S3- Leitlinie Rauchen und Tabakabhängigkeit. Nach Grundsätzen der kognitiven Verhaltenstherapie hilft sie bei der Rückfallprävention. Über ein Dashboard werden rauchfreie Zeit und monetäre Ersparnis genau angezeigt, zudem unterstützen Belohnungsmarken und Gesundheitsindikatoren. Ein Tagebuch und ein rund um die Uhr verfügbarer Chatbot geben personalisierte Rückmeldungen und Tipps. https://smokefree.de/

Vom Unternehmen Kaia hat die schon länger verfügbare App gegen Rückenschmerzen dauerhaft den Weg ins Verzeichnis geschafft: Die Anwendung für erwachsene Patient:innen mit nicht-spezifischen Rückenschmerzen vermittelt leitlinienbasierte, an das jeweilige Krankheitsstadium angepasste Kerninhalte der multimodalen Therapie (Bewegung, Wissen und Entspannung). So können Schmerzen, Angst, Depression und Stress verringert, die körperliche Aktivität sowie Lebensqualität verbessert werden. Kaia Rückenschmerzen wird in der Nachsorge, zur Überbrückung von Wartezeiten oder zur Therapiebegleitung eingesetzt. https://kaiahealth.de/

Nui ist eine hybride Plattform rund um die Pflege, mit App und persönlichen Beratungsleistungen. Sie hilft dabei, Anträge für Leistungen zu stellen, Arzttermine zu organisieren oder spezielle Handgriffe in der Pflege zu erlernen. Erkrankte sollen Zugang zu sämtlichen ihnen zustehenden Leistungen erhalten. Eine Kooperation mit dem ADAC SE dient der Vermarktung und Weiterentwicklung der Plattform, die künftig als digitale Lösung für ADAC-Mitglieder angeboten werden soll. Gemeinsames Ziel ist eine Zukunft, in der pflegebedürftige Menschen auch im hohen Alter unter guten Bedingungen in den eigenen vier Wänden leben und die Angehörigen ohne Aufopferung eine liebevolle und qualitativ hochwertige Pflege gewährleisten können. https://nui.care/


Meldungen

 

Praxisbarometer der KBV

Über den Stand der Digitalisierung in den Praxen

Die vertragsärztliche Praxis wird digitaler, Ärzt:innen wünschen sich mehr digitale Kommunikationswege untereinander und der eArztbrief wird immer mehr genutzt.
Das sind zentrale Ergebnisse des PraxisBarometer Digitalisierung 2022 der kassenärztlichen Bundesvereinigung (KBV), welches das iges Institut im Auftrag der KBV erstellt hat.

So zeigen die Analysen, dass in mehr als 80 Prozent der ärztlichen und psychotherapeutischen Praxen die Patientendokumentation nahezu komplett oder mehrheitlich digitalisiert ist. Besonders häufig erfolgt die Digitalisierung der Patientendokumentation in den Praxen, die aufgrund ihrer Größe oder, das betrifft vor allem Praxen in ländlichen Regionen, ein relativ hohes Patient:innenaufkommen haben. Auch der Anteil der Praxen, die Befunddaten und ärztliche Briefe digital empfangen und versenden, hat stark zugenommen. Mehr als ein Drittel der Praxen und knapp die Hälfte der hausärztlichen Praxen gab an, ärztliche Briefe digital zu empfangen. Im Jahr 2021 waren es noch deutlich unter 20 Prozent. Außerdem stellen zwei Drittel der Praxen ihren Patient:innen digitale Angebote zur Verfügung. Führend sind hierbei die psychotherapeutischen Praxen (80 Prozent), aber auch große Praxen und solche mit einem Altersdurchschnitt des Personals unter 50 Jahren.

Insgesamt hat sich der Anteil der Praxen mit digitalen Angeboten in den letzten Jahren aufgrund der pandemiebedingten Verbreitung von Videosprechstunden stark erhöht. Neben Videosprechstunden zählen zu den häufigsten Angeboten Online- Rezeptbestellung und Online-Terminvereinbarung, Verordnung von DiGAs sowie Erinnerungen an Termine, Vorsorge oder Impfungen. Videosprechstunden werden von 37 Prozent aller Praxen angeboten. Unabhängig vom eigenen Angebot halten Praxen Videosprechstunden mehrheitlich geeignet für die Besprechung von Untersuchungsergebnissen, die Anamnese und Patient:innengespräche ohne Untersuchung .

Als Hemmnisse der Digitalisierung sehen die Befragten, ähnlich wie in den Vorjahren, die fehlende Nutzerfreundlichkeit, die Fehleranfälligkeit der Telematik Infrastruktur (TI) und ein ungünstiges Kosten-Nutzen-Verhältnis. Mehr als zwei Drittel der Befragten berichten von wöchentlichen und zum Teil täglichen Problemen im Zusammenhang mit der TI und einer spürbaren Auswirkung der Anwendungsfälle auf die Organisation des Praxisalltags.
Das PraxisBarometer Digitalisierung liefert für das Jahr 2022 zum fünften Mal in Folge einen umfassenden Überblick darüber, wie stark digitale Anwendungen in den vertragsärztlichen und psychotherapeutischen Praxen verbreitet sind. Die Grundlage der Analyse bildet eine repräsentative Befragung, an der sich fast 2.500 Praxen beteiligten.

Hier finden Sie weitere Informationen: https://www.kbv.de/html/praxisbarometer.php

 

Telemedizin in der Dermatologie

Behandlung und Beratung über das Internet versprechen kurzfristige Hilfe

Statt langer Wartezeiten auf Termine und Gedränge in den Arztpraxen verfügt die Dermatologie über innovative Angebote der Erstbehandlung und Beratung via App. Ab 25 Euro erhalten Selbstzahler Befunde, einzelne Kassen erstatten die Behandlung bereits.

Die Angebote für dermatologische Beratung und Behandlung per Web sind vielseitig. Das Düsseldorfer Start-up Dermanostic hält mit 25 Euro das günstigste Angebot bereit, Onlinedoctor aus Hamburg verlangt 39 Euro, das Zürcher Unternehmen Derma2go ermöglicht eine Standardbehandlung für 35 Euro – dringende Anfragen kosten 49 Euro, eine Expertenbehandlung 73 Euro. Alle Anbieter reagieren schnell, die Antwortzeit samt Befund und Beratung beträgt häufig nur wenige Stunden bis maximal zwei Tage. Bei allen Unternehmen befunden Dermatologen im Homeoffice oder in Praxen die Anfragen auch außerhalb regulärer Öffnungszeiten. Den Weg einer langfristigen Bindung bietet hier das Berliner Unternehmen Formel Skin: Hautärztliche Beratung online gibt es für einen Monatsbeitrag von 49 Euro inklusive Bereitstellung eigener Hautpflegeprodukte. Sqin aus Berlin bietet mit KI-gestützten Hautanalysen, Prävention und Ernährungsempfehlungen einen ganzheitlichen Ansatz.

Wie funktioniert die telemedizinische Behandlung? Mit Hilfe eines Smartphones werden mehrere Bilder der unklaren Hautstelle fotografiert und an einen Anbieter übermittelt. Neben der Eingabe persönlicher Daten muss man Fragen zur Anamnese und zur Erläuterung aktueller Beschwerden beantworten. Das alles erfolgt bequem von zu Hause. Nach Übermittlung der Daten wartet die erkrankte Person auf die Antwort. Bei Dermanostic liegt die durchschnittliche Wartezeit nach eigenen Angaben bei etwa 4,5 Stunden. Die Diagnose erhält man via Smartphone: Die Krankheit wird erläutert, eine Therapieempfehlung ausgesprochen und wenn nötig, wird ein Rezept ausgestellt – mit Lieferung nach Hause oder an eine Wunschapotheke. Rund 90 Prozent der Patient:innen benötigten nach der telemedizinischen Behandlung keinen weiteren Termin.

Dermanostic wurde Mitte Februar auf dem Entscheiderevent für eine weitere Innovation ausgezeichnet. Einer der Gründer, Patrick Lang, erläutert: »Neben der Patientenapp verfügen wir jetzt über eine ›Professional App‹. Darüber kooperieren wir erfolgreich mit Kliniken ohne Dermatologie. Wir sind überwältigt von der medizinischen Qualität, den technischen Möglichkeiten und der Zusammenarbeit. Die Versorgung erfolgte zeitnah innerhalb von zwei Stunden am Patientenbett, ohne dass eine Verlegung vorgenommen werden musste. An diesem Beispiel kann man sehen, dass Digitalisierung – richtig bei den Ärzt:innen platziert – auch in Kliniken wunderbar funktioniert.«

 

Stiftung Gesundheit zeigt

Erstmals mehr Ärztinnen als Ärzte in der ambulanten Versorgung

In der ambulanten Versorgung arbeiten erstmals mehr Frauen als Männer im ärztlichen Bereich. Das ist ein zentrales Ergebnis des Reports zur ambulanten Versorgungslandschaft der Stiftung Gesundheit.

Zum ersten Mal in der Geschichte der Medizin in Deutschland sind mehr Ärztinnen als Ärzte in der ambulanten Versorgung tätig. So stieg die Frauenquote im Laufe des Jahres 2022 von 49,5 Prozent auf 50,3 Prozent. Mit 79,4 Prozent Frauenquote ist die Kinder- und Jugendlichenpsychotherapie am stärksten von Frauen besetzt. Danach folgt eine Quote von 75 Prozent im psychologisch psychotherapeutischen Bereich und an dritter Stelle steht die Frauenheilkunde und Geburtshilfe. Dort sind insgesamt 73,2 Prozent aller ärztlichen Stellen von Frauen besetzt. Die Top drei der männlich dominierten Fachrichtungen sind der chirurgische bzw. orthopädische Bereich. In zwei der drei Fachrichtungen sank der Anteil der Männer allerdings im Vergleich zum Vorjahr. Aktuell liegt der Männeranteil in der Mund-Kiefer-Gesichtschirurgie bei 86,2 Prozent, gefolgt von der Orthopädie und Unfallchirurgie mit 85,9 Prozent und der Neurochirurgie mit 85,5 Prozent.

Im Report der Stiftung Gesundheit heißt es weiter, dass Praxisniederlassungen unter den Ärzt:innenn ›out‹ seien, die Zahl der niedergelassenen Ärzt:innen und Zahnärzt:innen ist in vierzehn beziehungsweise fünfzehn Bundesländern rückläufig. Den stärksten Rückgang bei den niedergelassenen Ärzt:innen verzeichnet Nordrhein-Westfalen mit einem Minus von 19,0 Prozent. Das sind etwa 4.700 Ärzt:innen weniger als im Jahr zuvor. Bei den Zahnärzt:innen ist der stärkste Rückgang in Mecklenburg-Vorpommern zu beobachten (minus 9,3 Prozent). Bei den niedergelassenen Psychologischen Psychtherapeut:innen ist hingegen ein Zuwachs in fast allen Bundesländern zu verzeichnen, mit Ausnahme von Bremen und Niedersachsen.

Zulauf hatten im Jahr 2022 auch Alternativen zur eigenen Niederlassung: So stieg die Zahl der angestellten Behandler:innen in Praxen und Medizinischen Versorgungszentren in Deutschland um 33,4 Prozent. Den größten Zuwachs gab es in Nordrhein-Westfalen mit rund 4.600 angestellten Behandler:innen mehr als im Vorjahr.

 

Kampf gegen Antibiotikaresistenzen

Forderungen nach einer sinnvollen Finanzpolitik für die Gesundheitsbranche

Die Vergütung von neu entwickelten (Reserve-)Antibiotika soll laut Bundesgesundheitsminister Prof. Karl Lauterbach reformiert werden. Die Pharmaunternehmen dürfen demnach die Preise frei gestalten, was unterschiedlich aufgenommen wurde.

Nach einer Beschwerde der Pharmakonzerne, die die Entwicklung neuer Antibiotika aus wirtschaftlichen Gründen gefährdet sehen, sollen sie nun Anreize erhalten, um wieder mehr in Forschung und Entwicklung von Reserveantibiotika zu investieren. Diese werden bei Infektionen mit Bakterien eingesetzt, die gegen bisherige Antibiotika resistent sind. 
Bei den Krankenkassen und dem GKV-Spitzenverband trifft die Reformansage auf deutliche Ablehnung, der Bundesverband der Pharmazeutischen Industrie reagiert freundlich-zurückhaltend. So erklärte GKV-Sprecher Florian Lanz, die Preisfreiheit sei nur ein »Zwang der Solidargemeinschaft, jeden beliebigen von der Pharmaindustrie geforderten Preis bezahlen zu müssen«. Eine faire Bezahlung hält er für richtig, aber nicht über die Aufhebung aller Regeln. »Eine vernünftige Finanzpolitik liegt eher in einer soliden Finanzierung der Pflegeversicherung«, sagte Gernot Kiefer, stellvertretender Vorstandsvorsitzender des GKV-Spitzenverbandes, der ›ÄrzteZeitung‹.

Der Bundesverband der Pharmazeutischen Industrie, BPI, begrüßt die Reformpläne zur Antibiotikavergütung. Diese sollen künftig ohne die Preisverhandlungen laut Arzneimittelmarktneuordnungsgesetz (AMNOG) entwickelt werden. Allerdings ist die freie finanziellen Ausgleich bei Nichtverordnung oder Sonderrechte für Unternehmen, die erfolgreich Wirkstoffe gegen bestimmte gefährliche Keime entwickeln, ähnlich wie bei seltenen Erkrankungen. Darüber hinaus bestehen für pharmazeutische Unternehmen weitere Hürden. Das einzureichende Dossier ist seit dem Jahr 2021 zwar weniger umfangreich geworden, für die Erstellung können sich die Kosten jedoch auf mehrere 100.000 Euro belaufen, was aufgrund des (gewollt) geringen Einsatzes noch immer unverhältnismäßig hoch ist.


Bemerkt

 

 

»MFA und Ärzteschaft stehen Schulter an Schulter beim Protest gegen die Gesundheitspolitik von Minister Karl Lauterbach. Unsere Ziele sind dieselben: Wertschätzung für den ambulanten Bereich und eine gesicherte Finanzierung der Regelversorgung.«

 

Dr. Christiane Wessel, stellvertretende Bundesvorsitzende des Virchowbundes

 

 


Weiterlesen

 

UKE soll mit Partnern Bluttest zur Früherkennung von Bauchspeicheldrüsenkrebs entwickeln: EU fördert Projekt mit 9,8 Millionen Euro

Unter Leitung des Universitätsklinikums Hamburg-Eppendorf (UKE) soll in dem Projekt
›PANCAID‹ (PANcreatic CAncer Initial Detection via Liquid Biopsy) bis 2027 ein Bluttest zur Früherkennung von Bauchspeicheldrüsenkrebs entwickelt werden. Das Projekt wird von der Europäischen Union mit 9,8 Millionen Euro gefördert. Dabei untersuchen die Wissenschaftler:innen Blutproben von Patient:innen mit Bauchspeicheldrüsenkrebs sowie von gesunden Personen und solchen mit einem erhöhten Erkrankungsrisiko. Mit Hilfe von Computeranalysen und Künstlicher Intelligenz sollen dann die wesentlichen zellulären Marker identifiziert werden, die für die Entstehung von Bauchspeicheldrüsenkrebs verantwortlich sind.

»Am Ende des Prozesses wollen wir das Design für eine klinische Studie entwickelt haben, in der der neue Bluttest zeitgleich in vielen europäischen Behandlungszentren auf seine Wirksamkeit überprüft wird«, sagt Prof. Dr. Klaus Pantel, Direktor des Instituts für Tumorbiologie und Leiter des internationalen Forschungskonsortiums. Die EU fördert das Projekt, an dem 18 Partner aus acht Ländern (Deutschland, Schweden, Spanien, Österreich, Belgien, Frankreich, Großbritannien und Israel) beteiligt sind, im Rahmen des Programms ›Horizon Europe‹ im Bereich ›Mission Cancer‹.

Mehr Informationen finden Sie hier: https://www.pancaid-project.eu/


Empfehlung

 

Sprechstunde auf Augenhöhe – Wie Kommunikation zwischen Ärzt:in und Patient:in gelingt

Wie können Ärzt:innen richtig kommunizieren? Mit dieser Frage beschäftigt sich das Buch ›Sprechstunde auf Augenhöhe‹. Der Ratgeber enthält praktische Hinweise für die Entwicklung eines vertrauensvollen Arzt-Patienten-Verhältnisses sowie hilfreiche Formulierungshilfen und Checklisten. Außerdem gibt die Autorin und Ärztin Dr. med. Veronica Hollenrieder viele anschauliche Beispiele aus ihrer eigenen Sprechstunde. Das Buch ist vor allem für Berufsanfänger:innen eine Hilfestellung für Gespräche mit Patient:innen.

Weitere Informationen finden Sie hier: https://rd.springer.com/book/10.1007/978-3-658-37935-3


Zuletzt:

 

75 Jahre WHO – Bund stellt 130 Millionen Euro zur Verfügung

Insgesamt 130 Millionen Euro stellt Deutschland 2023 aus Mitteln des Bundesgesundheitsministeriums der Weltgesundheitsorganisation (WHO) zur Verfügung. Anlässlich des 75-jährigen Bestehens der Weltgesundheitsorganisation bekräftigte Bundesgesundheitsminister Prof. Karl Lauterbach die Unterstützung Deutschlands für die WHO.

»Um besser auf künftige Gesundheitsrisiken oder Pandemien vorbereitet zu sein und schneller zu handeln, müssen wir die internationale Abstimmung und Zusammenarbeit verbessern. Der WHO kommt hier eine zentrale Rolle zu.« Der 75. Jahrestag des Bestehens der WHO wird am 7. April dieses Jahres gefeiert.

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