Berlin-Chemie Newsletter vom 20. Mai 2021

Berlin-Chemie Newsletter vom 20. Mai 2021

Interview:

  • Digitale Lösungen für Patient:innen
    EinBlick sprach mit Peter Salathe über die App LOUISA und Patientenportal

Kurzstrecke:

  • Jens Spahn zieht Bilanz
    Verband Deutscher Krankenhausdirektoren traf sich zur Jahrestagung

  • Patient:innen suchen mehr die ärztliche Praxis anstatt die Klinik auf
    Neue Studie zur Notfallversorgung in Deutschland

  • Kostensenkung für Krankenkassen
    Gesetzesänderung soll doppelte Arzthonorare durch das TSVG stoppen

  • Personenbezogene Daten gefordert
    In der Pandemie ist Mehrwert wichtiger als Datenschutz

Young Health:

  • Warum Digitalisierung ein Teil von guter Versorgung ist
    EinBlick sprach mit Dr. Filippo Martino u.a. über neugegründete Gesellschaft für Digitale Medizin e.V.

Start-up Telegram

Meldungen:

  • Kurzfristige Änderungsanträge von Gesundheitsminister Spahn zum GVWG
    Vorschläge für Pflege-Tarifvertrag und Begrenzung des Eigenanteils von Bedürftigen

  • Health-Ausbau in Berlin
    Digitaler Austausch von Behandlungsdokumenten zwischen Charité und Vivantes

  • Bundestag beschließt DVPMG
    Die wichtigsten Änderungen im Überblick

  • Neue Daten der Deutschen Gesellschaft für Perinatale Medizin zeigen
    Schwangere können von Covid-19 betroffen sein, ihre Babys nur selten

  • Änderungsantrag zum GVWG
    Regelung gegen die Doppelabrechnung von Pflegepersonalkosten in Kliniken


Interview

 

Digitale Lösungen für Patient:innen

Einblick sprach mit Peter Salathe über die App LOUISA und Patientenportale

 

 

 

Peter Salathe

war bis September 2020 verantwortlicher ›Head of Digital Health- & Start-up-Partnerships‹ bei der BKK VBU, übernahm danach für einige Monate die Beratung eines Digital Health-Start-up in der konzeptionellen Frühphase und ist seit März 2021 Head of Public Affairs bei der m.Doc GmbH.

 

 

Die App LOUISA wurde beim diesjährigen Kongress für Gesundheitsnetzwerker ausgezeichnet, wofür steht die App und wer hat sie entwickelt?
LOUISA steht für Lernen – Orientieren – Unterhalten – Informieren – Simulieren – Austauschen und ist der Name der modular aufgebauten App für junge Krebspatient:innen und ihre Angehörigen des Zentrums für Kinder- und Jugendmedizin der Universitätsmedizin Essen. Die App soll während der Behandlung begleiten – sowohl im stationären als auch im häuslichen Umfeld. Dabei werden viele Elemente, Informationen und Services zusammengebracht. Aktuell befinden wir uns in einer ersten Testphase, auf deren Basis die Anwendung permanent weiterentwickelt wird.

Entwickelt wurde die App partnerschaftlich von m.Doc, der Universitätsmedizin Essen – vor allem durch das interdisziplinäre Team der Kinderklinik um Dr. Oliver Basu – und der Stiftung Universitätsmedizin Essen über die Förderung durch die Gert und Susanna Mayer Stiftung. Darüber hinaus sind die Universität Duisburg-Essen mit dem Fachbereich Entertainment Computing, die Lernplattform Simpleclub sowie die Stadtbibliothek Essen am Projekt beteiligt. Das Team ist groß und vielseitig zusammengestellt.

Technisch basiert LOUISA auf der Smart Health Plattform von m.Doc. Hier werden die Inhalte zusammengeführt, um sie den Patient:innen zielgruppengerecht und nutzerfreundlich via Smartphone und Tablet zur Verfügung zu stellen. Die App und der Service sind ein Baustein im Gesamtkontext des Patientenportals der Universitätsmedizin Essen, das ebenfalls von m.Doc gestellt wird.

Patientenportal ist ein gutes Stichwort. Viele Kliniken nutzten das bereits. Was kann man sich generell im Klinikumfeld darunter vorstellen?
Ein Patientenportal müssen Sie sich wie eine eigene kleine Klinikwelt auf dem Smartphone oder Tablet vorstellen. Darüber steuern Sie ihren gesamten Aufenthalt. Sie erhalten relevante Informationen bereits vorab und laden von der heimischen Couch aus wichtige Dokumente für die behandelnden Ärzt:innen hoch, unterschreiben alle nötigen Dokumente für die Aufnahme digital oder wählen aus dem Speiseplan ihr Menü für den Aufenthalt aus.

Im Krankenhaus selbst nutzen Sie das Portal als Indoor-Navigation, erhalten alle wichtigen Informationen zu Ihrer Behandlung und finden sämtliche Termine übersichtlich in Ihrem Kalender.
 
Selbst im Nachgang des Aufenthalts können Sie über das Portal den Kontakt mit den behandelnden Ärzt:innen halten – etwa per Videosprechstunde oder über die Tagebuchfunktion. Wenn im Anschluss an den Aufenthalt eine Nachbehandlung, beispielsweise in einer Reha-Einrichtung, vorgesehen ist, können Sie diese über das Portal auswählen und werden kompetent an die Nachversorger übergeleitet – inklusive aller wichtigen Informationen.

Das Patientenportal unterstützt damit auf der einen Seite die Patient:innen und auf der anderen Seite die Beschäftigten in den Kliniken – das medizinische, das Pflege- und das kaufmännische Personal.

Mit welchen weiteren ehealth-Lösungen möchte m.Doc die Kommunikation im Gesundheitswesen verbessern?
Die Smart Health Plattform von m.Doc ist vergleichbar mit einem Betriebssystem und einer Drehscheibe. Verbindungen werden hergestellt, Services bereitgestellt, Informationen übermittelt, Workflows angestoßen und verfolgt, Feedback eingesammelt und KI-Services integriert.

Das wird weiter ausgebaut und Schritt für Schritt ergänzt werden, beispielsweise mit telemedizinischen Services, die auch im niedergelassenen Bereich genutzt werden können.

Welche Rolle spielen andere Akteure und die Krankenkassen?
Um unsere Vision – die Patient:innen in den Mittelpunkt zu stellen – zu verwirklichen und ihnen zu ermöglichen, transparente Informationen und smarte Services zu erhalten, sind alle Akteure und auch die Krankenkassen wichtig. Informationen, Daten, Freigaben, Genehmigungen, Buchungen und Bestellungen sollen fließen – am besten digital. Informationsträger wie Fax und Papier haben lange Zeit in diesem Kontext ihren Dienst geleistet.

Natürlich muss das Gesamtsystem im Zusammenspiel funktionieren – ohne Sollbruchstellen. Deshalb sind offene Systeme und standardisierte Übergänge auf Basis von internationalen Standards wichtig. Deutschland ist keine Insel – proprietäre Lösungen innerhalb des Landes sind nicht sinnvoll.

Wie sehen Sie die Zukunft der digitalen Gesundheitsversorgung in den kommenden drei bis fünf Jahren, wird es herausragende Veränderungen geben?
Obwohl es fast schon etwas abgedroschen ist: Der Patient bzw. die Patientin rückt in den Mittelpunkt.

Und die Transformation wird viele Dinge verändern: Bisherige Berufsbilder müssen weiterentwickelt werden, neue Berufsbilder werden notwendig und entstehen, beispielsweise Transformationsmanager:innen. Diese Personen steuern in einem Unternehmen die notwendigen übergreifenden Veränderungsprozesse, die durch die volatilen, unsicheren, komplexen und mehrdeutigen Entwicklungen zwangsläufig entstehen.

Im Klinikumfeld wird das Krankenhauszukunftsgesetz (KHZG) für Veränderungen sorgen. Durch die digitale Reifegradmessung werden Dinge transparent. Das wird sich positiv auswirken auf Schnittstellen und Interoperabilität. Das KHZG wird aber auch ein Treiber für die Anwendungen und die Nutzung der TI sein – bis hin zur elektronischen Patientenakte.


Kurzstrecke

 

Jens Spahn zieht Bilanz

Verband Deutscher Krankenhausdirektoren traf sich zur Jahrestagung

Die 63. Jahrestagung des Verbands Deutscher Krankenhausdirektoren (VKD) stand unter dem Motto: ›Sektorenübergreifend – oder wie viel Krankenhaus braucht das Land?‹ – »Viel«, lautete die Antwort von Bundesgesundheitsminister Jens Spahn. Die Mindestmengenregelung, das DRG-System und die Fallpauschalen hingegen hielt er »nicht für perfekt, doch da es aktuell nichts Besseres gibt«, bleiben diese bestehen. Der Minister freute sich, alle Aufgaben aus dem Koalitionsvertrag in seiner Amtszeit erfüllt zu haben.

Ferner diskutierten hochrangige Experten aus Politik, GKV-Spitzenverband, DKG, VKD und VLK wichtige Themen wie die Krankenhausstrukturreform, die Notfallversorgung, die Pflegepersonalbemessung, die Digitalisierung insbesondere in den Kliniken und die Herausforderungen der Corona-Pandemie. Ein Streitpunkt war der Grad der Unabhängigkeit der Länder bei der Ausgestaltung einer gestuften Krankenhausplanung vor Ort. Einigkeit herrschte bei der Aussage in dem Punkt, dass insgesamt mehr ambulante Behandlung möglich sei. Ob diese in den Facharztpraxen oder ambulant in Krankenhäuser erfolgen soll, blieb strittig.

 

Patient:innen suchen mehr die ärztliche Praxis anstatt die Klinik auf

Neue Studie des Zentralinstituts für die kassenärztliche Versorgung (Zi) zur Notfallversorgung in Deutschland

Während die ambulanten Behandlungen von Notfällen in ärztlichen Haus- und Fachpraxen von 2016 bis 2019 anstiegen, ist die Zahl der Notfallpatient:innen in den Kliniken in Deutschland seit 2016 rückläufig. Das ist Ergebnis einer aktuellen Studie des Zentralinstituts für die kassenärztliche Versorgung (Zi).

Dabei ist bis 2019 die Gesamtzahl der Notfallbehandlungen in Krankenhäusern gesunken. Die ambulanten Notfälle bei niedergelassenen Ärzt:innen hingegen stiegen von 8,76 Millionen im Jahr 2016 auf 9,05 Millionen Fälle in 2018 und damit um rund 290.000 Fälle an. 2019 war die Anzahl ambulant behandelter Notfälle in Arztpraxen dann wieder leicht rückläufig. Insgesamt sind die ambulanten Behandlungen auch im Jahr 2020 gefallen. So ist in den ersten drei Quartalen des Jahres 2020 ein Rückgang an ambulanten Notfällen von minus 13 Prozent im Vergleich zum Vorjahr zu verzeichnen. »Wir sehen eine Trendumkehr bei der Inanspruchnahme von Notfallversorgungsressourcen in Deutschland – weg von den Notfallambulanzen und hin zum ärztlichen Bereitschaftsdienst«, sagt Zi- Vorstandsvorsitzende Dr. Dominik von Stillfried.

 

Kostensenkung für Krankenkassen

Gesetzesänderung soll doppelte Arzthonorare durch das TSVG stoppen

Das Terminservice- und Versorgungsgesetz (TSVG) bescherte Ärzt:innen Zusatzhonorare durch geschickte Abrechnung und infolge der Corona-Pandemie. Mehrleistungen mussten sie dafür nicht erbringen. Um diese Schieflage zu ändern, sieht der Gesundheitsminister  
eine Gesetzeskorrektur vor, in der die Kassen jede Arztleistung künftig nur einmalig vergüten müssen. Insgesamt waren hier Mehrkosten von zwei Milliarden Euro entstanden, wie es der GKV-Spitzenverband vorausgesagt hatte.

Das TSVG sah vor, anhand der Behandlungen im ersten Geltungsjahr eine Quote zu ermitteln, um die die Gesamtvergütung jährlich gekürzt werden sollte. Zum einen brachen jedoch durch die Corona-Pandemie die Praxisbesuche bis zum Korrekturzeitraum enorm ein, zum anderen nutzten die Ärzt:innen das Angebot des TSVG sehr zurückhaltend. Sie nahmen nur für jede zweite förderfähige Leistung eine extrabudgetäre Vergütung in Anspruch. Da die Gesamtvergütung im ersten Jahr also weniger bereinigt wurde, erhöhten sich die Honorare für künftige Erkrankte. Im Folgejahr erhielten die Mediziner:innen für jede zweite TSVG-Patient:in nun das doppelte Honorar – einmal aus der Gesamtvergütung und einmal extrabudgetär zu einem festen Gebührensatz.

 

Personenbezogene Daten gefordert

In der Pandemie ist Mehrwert wichtiger als Datenschutz

In einem Gutachten der Konrad-Adenauer-Stiftung fordert Digitalreferent Pencho Kuzev, das Verhältnis zwischen individuellem Datenschutz und kollektivem Gesundheitsschutz zu überdenken. Das Recht auf den Schutz personenbezogener Daten sei kein uneingeschränktes Recht, die Datennutzung berge ein hohes Potenzial. Im Hinblick auf die gesellschaftliche Funktion und unter Wahrung des Verhältnismäßigkeitsprinzips soll das Persönlichkeitsrecht gegen andere Grundrechte abgewogen werden. Nur wenige Stimmen setzen sich bisher für den umfangreichen Einsatz digitaler personenbezogener Daten in der Pandemie ein. Jedem Versuch, Dateninnovation als Mehrwert darzustellen, begegne man mit Skepsis, so Kuzev.

Ein interessantes Ergebnis zum oft überhöhten Datenschutz ermittelte in einer weiteren Umfrage der unabhängige Health Rise-Gesundheitsreport 2021 unter 100 Fachleuten aus der Gesundheitsbranche: Demnach ist in der Digitalisierung des Gesundheitswesens der Mehrwert für Patient:innen und Ärzt:innen wichtiger als der Datenschutz. Auch Studienleiterin Kleen-Schiffhauer betont: »Überbordende Bürokratie und Datenschutz dürfen nicht jede Verbesserung verhindern.«


EinBlick zum Hören: Der wöchentliche Podcast

Das neue Angebot ergänzt unseren EinBlick Newsletter.

 

EinBlick – Der Podcast präsentiert Ihnen die wichtigen gesundheitspolitischen Nachrichten der Woche immer Freitag mittags.
In gut zehn Minuten hören Sie, was in der vergangenen Woche eine Rolle gespielt hat und was in der folgenden Woche wichtig sein wird.

Zusammen mit den tieferen Analysen des Newsletters EinBlick, sind sie stets bestens auf dem Laufenden.

EinBlick – Der Podcast immer freitags, ab 12 Uhr in allen bekannten Podcastportalen.
Die aktuelle Folge finden Sie hier: www.einblick-newsletter.de 


young health

 

Warum Digitalisierung ein Teil von guter Versorgung ist

 

 

 

Dr. Filippo Martino

ist Arzt, Vorstandsmitglied der neu gegründeten Deutschen Gesellschaft für Digitale Medizin (DGDM) und leitet den Bereich Digitale Gesundheit bei den MEDIAN Kliniken.

 

 

 

Was begeistert Sie an dem Bereich Digitalisierung in der Medizin?
Ich denke, dass Digitalisierung in der Medizin eine riesige Chance birgt, die Versorgung von Patient:innen zu verbessern. So können wir beispielsweise die Medizin dort hinbringen, wo es örtlich wenig medizinische Angebote gibt. Sie ist aber auch eine große Chance für uns Ärzt:innen und auch für andere Gesundheitsfachberufe, wie die Pflegekräfte oder Menschen in Therapieberufen. Gemeinsam können wir den nächsten großen Schritt gehen, Medizin verfügbarer zu machen und sie ein Stück weit zu verbessern.

Ende letzten Jahres wurde die deutsche Gesellschaft für Digitale Medizin e.V. gegründet (DGDM). Sie sind dort Vorstandsmitglied. Warum gibt es die DGDM?
Durch meine vorherigen Forschungsprojekte und meiner Beratungstätigkeiten für Anbieter im Bereich von Digital Health habe ich erkannt, dass digitale Medizin alle Akteure im Gesundheitssystem vor Herausforderungen stellt. Diese Herausforderungen werden schon ganz gut von den verschiedenen Fachgesellschaften angenommen. Es gibt von vielen Fachgesellschaften, wie der Deutsche Diabetes Gesellschaft (DDG), der Deutschen Gesellschaft für Kardiologie (DGK) oder die der Orthopädie und Unfallchirurgie (DGOU) um nur einige zu nennen, sehr gute Initiativen und Arbeitskreise, die sich der Digitalisierung auch aus ihrer jeweiligen Fachperspektive nähern und dort sehr gute Arbeit leisten. Es ergeben sich aber durchaus übergeordnete Themen, die bei den Fachgesellschaften noch etwas außen vor geblieben sind.

Wie kann man digitale Tools, die sich ständig weiterentwickeln, gut evaluieren oder welche Studiendesigns kann man nutzen, um bei diesen Produkten Evidenz nachzuweisen? Aus diesen übergreifenden Fragen heraus, entstand die Idee einer eigenen Fachgesellschaft, um als Austauschplattform zwischen den Fachgesellschaften zu fungieren und diese übergeordneten Fragen interprofessionell und interdisziplinär zu beantworten.

Was sind die nächsten Ziele der DGDM?
Unser Ziel ist es die Lehre und die klinischen Tätigkeiten im Bereich der digitalen Medizin zu fördern. Dazu gehört es sowohl Austauschplattform zu sein als auch Veranstaltungen zu besuchen und durchzuführen. Wir planen beispielsweise im Juni eine Veranstaltung zur elektronischen Patientenakte (ePA) und ihrem Beitrag zur Wissenschaft. Wir wollen über digitale Medizin informieren – zum Beispiel informieren wir aktuell die niedergelassenen Ärzt:innen zu digitalen Gesundheitsanwendungen. Außerdem diskutieren wir, wie wir Digitalisierung im Medizinstudium verankern können.

Das Bündnis junger Ärzte hatte vor einiger Zeit den ›Arzt für digitale Medizin‹ ins Spiel gebracht. Was halten Sie von dem Vorschlag?
Die Digitalisierung in der Medizin kann an das ärztliche Personal sehr spezielle Anforderungen stellen. Eine Patientin oder einen Patienten telemedizinisch zu untersuchen ist etwas anderes, als dies vor Ort einer Hausarztpraxis zu tun. Da hat man sowohl andere Möglichkeiten, aber auch andere Grenzen. Meiner Meinung nach ist es klug, dass wir uns für die Zukunft Gedanken darüber machen, ob es Kompetenzfelder gibt, die noch nicht gut abgebildet werden in unserer Aus- und Weiterbildung. So könnte ich mir vorstellen, dass sich Ärzt:innen in der digitalen Medizin weiterbilden.
Perspektivisch müssen wir uns dann die Frage stellen, ob wir das Kompetenzfeld in den anderen Fachbereichen integriert sehen oder, ob es so hohe Fachexpertise erfordert und wir es auszulagern sollten. Der Vorschlag ist definitiv spannend, denn wir werden es in Zukunft immer mehr mit komplexen Themenfeldern, wie beispielsweise dem der künstlichen Intelligenz, zu tun haben.

Bei den Median Kliniken verantworten Sie den Bereich der digitalen Gesundheit. Sie sind Arzt, was machen Sie als Arzt dort genau?
Ich bin als Arzt ausgebildet und werde immer Arzt sein. Die Abteilung bei den Median Kliniken, in der ich arbeite, beschäftigt sich mit übergreifenden digitalen Themen. Wir entwickeln mit den Kliniken neue Versorgungskonzepte, die das Digitale mit einbeziehen. Konkret beschäftige ich mich zum Beispiel aktuell damit, wie wir Tele-Nachsorge in den Kliniken implementieren können. Dabei schauen wir, wie wir die Patient:innen über ihren Reha Aufenthalt hinaus aus den Kliniken heraus weiter betreuen können. Damit sich Reha Ziele auch im Alltag der Patient:innen weiter fortsetzen.

Bei solchen Projekten kann ich meine eigene medizinische Perspektive und klinische Erfahrung miteinbringen und gleichzeitig mit einem interdisziplinären Team zusammenarbeiten. Unser Ziel ist es, die Reha zu einem Gesamtprozess zu gestalten und digitale Patientenversorgung mit einzubeziehen. Das sollen digitale und integrierte Konzepte sein, die über den reinen stationären Aufenthalt hinausgehen.


Startup-Telegram

 

Aktuell wurden weitere drei DiGA vom Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) zugelassen, die Liste umfasst nun 15 Anwendungen. Die App Mindable Health unterstützt bei Panikstörungen und Agoraphobien. Über kognitive Verhaltenstherapie werden Ängste aktiv reduziert, zudem erfolgt die Gewöhnung an Körpersymptome oder eine in-vivo Konfrontation mit Live-Aufzeichnung der Übungen. Nutzer:innen können Symptome, Ereignisse und Verhalten erfassen und bei Bedarf mit ihren Behandler:innen teilen. www.mindable.health

Die App oder Webanwendung Pro-React Onko von Cankado unterstützt Brustkrebspatientinnen bei der Erfassung ihrer Beschwerden. Dazu gibt sie therapieabhängige Verhaltenshinweise und Empfehlungen, wie dringend die jeweilige Beschwerde mit den behandelnden Ärzt:innen besprochen werden muss. www.cankado.com

Vorvida ist bereits die dritte DiGA des Unternehmens Gaia. Die App hilft Alkoholabhängigen behandlungsergänzend beim Management ihres Trinkverhaltens und soll die schädliche Trinkmenge reduzieren. Die Anwendung basiert auf etablierten psychotherapeutischen Ansätzen und Verfahren, insbesondere der kognitiven Verhaltenstherapie. www.vorvida.broc.io

Das Start-up Ere Health hat einen virtuellen E-Rezept-Drucker für Ärzt:innen und Krankenhäuser entwickelt. Darüber können Krankenhaus- oder Praxisinformationssysteme E-Rezepte nach dem Standard der gematik erstellen. Als Open Source-Lösung ist die Software öffentlich auf GIT-Hub zugänglich. Dazu gehören die Erkennung und Analyse des ›Muster-16-Formulars‹ (=rosa Rezept), die Erstellung der Signatur mit einem elektronischen Heilberufsausweis, der Upload in die gematik- Infrastruktur und die Darstellung eines Datamatrix Codes für die Patient:innen. Seit Anfang Mai arbeitet das junge Unternehmen mit dem Start-up Erixa (wir berichteten in Newsletter 4/2021) zusammen, welches eine E-Rezept-App anbietet. https://ere.health/


Meldungen

 

Kurzfristige Änderungsanträge von Gesundheitsminister Spahn zum GVWG

Vorschläge für Pflege-Tarifvertrag und Begrenzung des Eigenanteils von Bedürftigen

Im laufenden Gesetzgebungsverfahren rund um den Entwurf des Gesetzes zur Weiterentwicklung der Gesundheitsversorgung (GVWG) hat Gesundheitsminister Jens Spahn kurzfristig mehrere Änderungsanträge vorgelegt.

Ein aktueller Änderungsantrag zum GVWG des Bundesgesundheitsministers beinhaltet die tarifliche Entlohnung von Pflegekräften. Laut Spahns Antrag sollen ab dem 1. Juli 2022 Versorgungsverträge nur noch mit Pflegeeinrichtungen abgeschlossen werden dürfen, die nach Tarifverträgen oder tarifähnlich bezahlen. Laut GKV- Spitzenverband sind die vorgesehenen Regelungen nicht schlüssig, auch wenn der Verband sich für eine angemessene Bezahlung und verbesserte Arbeitsbedingungen in der Pflege ausspricht. Der paritätische Gesamtverband sieht den Änderungsantrag zur tariflichen Entlohnung ebenfalls kritisch. »Die gesamte Konzeption entfernt sich damit von geltenden Grundsätzen und würde insgesamt einen Rückschritt gegenüber dem Status Quo bedeuten«, heißt es in der Stellungnahme.

Ein weiterer Änderungsantrag beschäftigt sich mit der Begrenzung des pflegebedingten Eigenanteils in der vollstationären Pflege. Laut dem Antrag sollen Pflegebedürftige, die vollstationäre Leistungen beziehen, Leistungszuschläge auf ihren zu zahlenden Eigenanteil erhalten. Pflegebedürftige, die seit mehr als zwölf Monaten vollstationäre Leistungen erhalten, sollen demnach einen Leistungszuschlag in Höhe von 25 Prozent bekommen. Nach 24 Monaten Pflege sind es 50 Prozent und nach 36 Monaten sollen Pflegebedürftige einen Zuschlag von 75 Prozent beziehen können. Damit setzt Jens Spahn die SPD unter Druck. Arbeitsminister Hubertus Heil hatte bis dato keine zusätzlichen Haushaltsmittel für die Pflegekassen vorgesehen.

Die zweite und dritte Lesung zum GVWG im Bundestag sind für den 20. und 21. Mai geplant.

Ein weiteres Thema ist der Umgang mit einem möglichen Defizit von bis zu 18 Milliarden Euro in der gesetzlichen Krankenversicherung im kommenden Jahr. Die Regierungskoalition hat sich auf eine Erhöhung des Bundeszuschusses auf insgesamt 21,5 Milliarden Euro geeinigt, um die Belastung der GKV durch die Corona-Pandemie und den Aufwand durch die Gesundheitsreformen auszugleichen. Da die Krankenkassen einen höheren Ausgleich gefordert hatten, soll der Bundeszuschuss bei Bedarf noch stärker angehoben werden können.

 

Health-Ausbau in Berlin

Austausch von Behandlungsdokumenten zwischen Charité und Vivantes

Die Klinikbetreiber Charité und Vivantes führen im Rahmen einer Pilotphase den digitalen Austausch von Behandlungsdokumenten zwischen ihren Einrichtungen ein. Relevante Daten können so unter Sicherstellung der Datenschutzanforderungen auf digitale Weise von allen Behandler:innen eingesehen werden. Der Austausch setzt das ausdrückliche schriftliche Einverständnis der Patient:innen voraus.

Die Charité – Universitätsmedizin Berlin und die Vivantes – Netzwerk für Gesundheit GmbH starteten mit einer digitalen Behandlungsakte für gemeinsam behandelte Patient:innen. Damit können sie Befundberichte, Röntgenbefunde, Rettungsstellenscheine, Laborwerte und Medikationspläne direkt elektronisch zwischen den Kliniken austauschen. Die Infrastruktur besteht aus einer zentralen Datenintegrations- und Interoperabilitätsplattform der Firma März, die als Datendrehscheibe im Dokumentenaustausch dient. Angebunden wird diese über ein digitales Medizinarchiv von Nexus/Marabu, das in beiden Einrichtungen eingesetzt wird.

Vernetzt sind zunächst die Charité-Klinken für Orthopädie/Traumatologie, Neurochirurgie und Onkologie sowie die Klinik für Geriatrie des Vivantes Klinikums im Friedrichshain. Seit Beginn der Kooperation Mitte März stiegen die Einwilligungen in den digitalen Datenaustausch kontinuierlich an. Das Einverständnis gilt zunächst für drei Jahre und ist jederzeit widerrufbar.

Überflüssige Doppeluntersuchungen und langwierige Dokumentanforderungen werden so vermieden. Prof. Dr. Heyo K. Kroemer, Vorstandsvorsitzender der Charité, hofft, dass sich weitere Leistungserbringer in Berlin anschließen, damit eine übergreifende und digital vernetzte, zukunftsorientierte Versorgung entsteht. Auch medizinische Forschungsergebnisse lassen sich so entscheidend voranbringen. Martin Peiker, CIO der Charité, freut sich auf den bis zum Jahresende unternehmensweit verfügbaren FHIR- Store und weitere digitale Behandlungs- und Forschungsprozesse, unter anderem durch das Krankenhauszukunftsgesetz, das die Digitalisierung in den Kliniken finanziell unterstützt.

 

Bundestag beschließt DVPMG

Die wichtigsten Änderungen im Überblick

Anfang Mai hatte der Bundestag das Gesetz zur digitalen Modernisierung von Versorgung und Pflege (DVPMG) beschlossen. Digitale Helfer für die Pflege, mehr Telemedizin und eine moderne Vernetzung im Gesundheitswesen sind die wesentlichen Ziele des Gesetzes.

»Gute Pflege braucht menschliche Zuwendung. Sinnvolle Apps und digitale Anwendungen können Pflegebedürftigen aber helfen, ihren Alltag besser zu bewältigen«, sagt Bundesgesundheitsminister Jens Spahn. So sind in dem Gesetz digitale Pflegeanwendungen, sogenannte DiPAs, und das Pendant dazu bei digitalen Gesundheitsanwendungen, die DiGAs, verankert. Für die DiPAs soll ein neues Verfahren zur Prüfung der Erstattungsfähigkeit und zur Aufnahme in ein entsprechendes Verzeichnis beim Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) geschaffen werden.
Auch die DiGAs sollen weiterentwickelt werden. Versicherte sollen die Möglichkeit erhalten, Daten aus den Apps auf Rezept in ihre elektronische Patientenakte einzustellen. Außerdem sollen Heilmittelerbringer und Hebammen Leistungen, die sie im Zusammenhang mit DiGAs erbracht haben, vergütet bekommen.

Darüber hinaus sind im DVPMG einige weitere Updates verankert. So soll der Bereich der Telemedizin weiter ausgebaut werden. Konkret wird der Gemeinsame Bundesausschuss (G-BA) beauftragt, die Feststellung der Arbeitsunfähigkeit im Rahmen der ausschließlichen Fernbehandlung zu ermöglichen. Auch Heilmittelerbringer und Hebammen sollen telemedizinische Leistungen anwenden dürfen. Weitere Möglichkeiten erhalten ebenfalls Psychotherapeut:innen. Sie können psychotherapeutische Akutbehandlungen künftig per Videosprechstunde durchführen.

Darüber hinaus widmen sich die Verfasser:innen des Gesetzes der Telematikinfrastruktur (TI). Die gematik GmbH soll einen sicheren Zugang zur TI entwickeln. So erhalten Versicherte und Leistungserbringer ab 2023 eine digitale Möglichkeit, um sich für eine Videosprechstunde oder bei digitalen Gesundheitsanwendungen sicher zu authentifizieren. Die Übermittlung von Daten zwischen Versicherten, Leistungserbringern und Kostenträgern soll erweitert werden. Künftig sollen neben der E-Mail-Funktion auch Video und ein Messengerdienst zur Verfügung stehen.

Das Gesetz beinhaltet außerdem Punkte zur Weiterentwicklung des E-Rezeptes und der elektronischen Patientenakte sowie der digitalen Gesundheitskompetenz, die durch das nationale Gesundheitsportal gestärkt werden soll. Außerdem widmet sich das Gesetz der gesetzlichen Datenschutz-Folgenabschätzung, durch die Leistungserbringer entlastet werden sollen.

 

Neue Daten der Deutschen Gesellschaft für Perinatale Medizin zeigen

Schwangere können von Covid-19 betroffen sein, ihre Babys nur selten

Anfang 2020 starteten die Universitätskliniken Schleswig-Holstein und Dresden unter der Schirmherrschaft der Deutschen Gesellschaft für Perinatale Medizin (DGPM) eine Studie, um herauszufinden, wie gefährlich Covid-19 für Schwangere und Neugeborene ist. Nun hat die Forschungsgemeinschaft erste Ergebnisse veröffentlicht.

»Wir können die Frauen, die während der Schwangerschaft positiv auf SARS-CoV-2 getestet wurden, etwas beruhigen: Weniger als fünf von 100 Neugeborenen wurden nach der Geburt positiv auf SARS-CoV-2 getestet und nur sehr wenige sind ernsthaft erkrankt«, sagt Prof. Dr. Rüdiger, Neugeborenenmediziner und Gründungsdirektor des Zentrums für feto-neonatale Gesundheit am Dresdener Universitätsklinikum. Die Forscher:innen etablierten ein Register, in dem mittlerweile Daten von mehr als 2.000 Schwangeren in Deutschland erfasst sind.

Allerdings liegt die größere Gefahr bei den Schwangeren. Denn die Daten zeigen, dass eine Infektion in der Schwangerschaft mit schweren Verläufen von Covid-19 für die Betroffene einhergehen und somit eine Gefahr für die Schwangere darstellen kann. »Wir finden in ganz Deutschland zurzeit einen Anstieg sehr schwerer Verläufe, bei der die schwangeren Frauen beatmet werden müssen«, sagt Prof. Pecks. In absoluten Zahlen gesprochen seien dies zwar wenige betroffene Patientinnen, jedoch im März und April 2021 mit elf Fällen etwa doppelt so viele wie in den Monaten davor. Ein Grund, warum von schweren Verläufen aktuell schwangere Frauen häufiger betroffen sind, gibt es zum jetzigen Zeitpunkt noch nicht.

Außerdem sprechen sich die Forscher:innen für Impfungen von Schwangeren gegen SARS-CoV-2 aus. Daten internationaler Studien würden darauf hinweisen, dass die Impfung gegen Covid-19 während der Schwangerschaft sicher sei und die Impfung die bei einer SARS-CoV-2-Infektion vermehrt auftretenden Risiken für Mutter und Kind verhindern könne. So hat die DGPM gemeinsam mit anderen Fachgesellschaften eine Empfehlung für eine Impfung während der Schwangerschaft ausgesprochen. »Diese schützt nicht nur die Schwangere. Auch bei dem Neugeborenen sind nach einer Impfung der Schwangeren die schützenden Antikörper nachweisbar«, sagt Prof. Rüdiger.

 

Änderungsantrag zum GVWG

Regelung gegen die Doppelabrechnung von Pflegepersonalkosten in Kliniken

Teure Reformen haben das GKV-System in ein strukturelles Defizit gesteuert. Beim Bundestagswahlkampf wird dies pandemiebedingt keine Rolle spielen, doch eine Bitmarck-Analyse erwartet für das Jahr 2022 Defizite bei zwei Dritteln der Kassen – und daraus resultierend weitere Zusatzbeiträge.

Ein Änderungsantrag zum Gesundheitsversorgungsweiterentwicklungsgesetz (GVWG) soll strategische Umbuchungen und Doppelabrechnung von Pflegepersonalkosten in Kliniken verhindern. Die AOK begrüßt diesen Antrag und kritisiert eine Kampagne des Bundesverbandes Deutscher Privatkliniken (BDPK) als irreführend.

Der Änderungsantrag zum GVWG soll die Ende 2020 geschlossene Vereinbarung zwischen den gesetzlichen Krankenkassen und der Deutschen Krankenhausgesellschaft (DKG) zur Zuordnung der Kosten für die Ermittlung des Pflegebudgets gesetzlich absichern. Zudem schafft er vermehrt Transparenz über den Verbleib der Mittel. Daneben werden die Qualität der Pflege und Versorgung gesichert und die Arbeitsbedingungen sowie die Berufszufriedenheit der Pflegekräfte verbessert.

Seit der Einführung der Pflegebudgets buchen einige Kliniken die Personalkosten von Hilfskräften ohne Pflegeausbildung in die Personalkosten für die Pflege um. Sie erzeugen dadurch den Eindruck, dass die Beschäftigung von Pflegepersonal im Krankenhaus durch die Änderung akut gefährdet sei. »Diese Aussage ist irreführend«, erklärt Martin Litsch, Vorstandsvorsitzender des AOK-Bundesverbandes. Der Gesetzgeber sieht vor, dass die Kosten für Hilfskräfte im Pflegebudget eines Krankenhauses in einer Höhe von bis zu vier Prozent berücksichtigt werden können.

Durch die Umbuchungen resultiert ein Anstieg der Pflegepersonalkosten ohne einen realen Zuwachs an Pflegekräften, jedoch mit erhöhter Rendite für den Klinikträger. Dieser erreicht eine Doppelfinanzierung, weil er Personal, das bereits über Fallpauschalen vergütet wird, im Pflegedienst verbucht und über das Pflegebudget refinanziert. Experten schätzen das Volumen dieser Kostenverlagerungen auf mindestens 800 Millionen Euro. »Dieses Verhalten sehen wir vor allem bei privaten Kliniken, nicht bei öffentlichen und konfessionellen. Daher ist es gut, dass der Gesetzgeber hier nachbessern will«, so Litsch.


Bemerkt

 

»Es ist nicht hinzunehmen, dass nach mehr als eineinhalb Jahren Pandemie immer noch keine Alternativen zu massiven Eingriffen wie Lockdowns oder Ausgangssperren existieren.«

Prof. Dr. Bertram Häussler Vorsitzender der Geschäftsführung IGES Institut

Das IGES Institut sammelt mit einer Online-Umfrage Ideen für Alternativen zum Lockdown
Weitere Informationen finden Sie hier: https://www.iges.com/presse/2021/corona-buergerbefragung/index_ger.html

 


Weiterlesen

 
Wir wollen im EinBlick neben einem Überblick zu Themen der Gesundheitsnetzwerker auch einen Blick auf Debatten und Dokumente werfen.

Die meisten Menschen wollen sich gegen Corona impfen lassen. Darauf weist sowohl eine aktuelle Studie der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) als auch eine Umfrage der Techniker Krankenkasse (TK) hin. Laut der TK gaben 83 Prozent der Befragten an, keine Angst vor einer Corona-Schutzimpfung zu haben. Auch die Ergebnisse der BZgA bestätigen dies. 79 Prozent der 16- bis 85-jährigen Befragten haben sich befürwortend gegenüber einer Impfung ausgesprochen. Bei der Befragung der BZgA wurde die Bereitschaft zum Impfen im Allgemeinen abgefragt.
Die TK befragte 1.000 Personen im März 2021, für die Ergebnisse der BZgA wurden zwischen Juli bis September 2020 insgesamt 5.000 Personen befragt.

Zur Studie der BZgA: https://www.bzga.de/presse/pressemitteilungen/2021-05-05-positiver-langzeittrend-bei-einstellung-zu-impfungen/
Zur Studie der TK: https://www.tk.de/presse/themen/arzneimittel/keine-bedenken-coronaimpfung-2106894
 


Empfehlung

Hartmannbund gibt Überblick zu Impfstoffen, Vergütung, Abrechnung und Dokumentation

Der Hartmannbund hat auf seiner Website eine umfangreiche Liste mit allen Informationen rund um das Impfen gegen Covid-19 in der ärztlichen Praxis veröffentlicht.

Auf der Seite wird zusammengefasst, was vor allem ärztliche Praxen zu Impfstoffen, Vergütung, Abrechnung und Dokumentation der Impfungen wissen sollten.

Basis bildet die Coronavirus-Impfverordnung des Bundesministeriums für Gesundheit. Die Seite wird stetig aktualisiert.

Hier kommen Sie zur Webseite des Hartmannbundes: https://www.hartmannbund.de/berufspolitik/themen-und-aktionen/impfen-praxen/ueberblick/


Zuletzt:

 

Impfbus unterwegs in Göppingen

Der Apotheker Philipp Wälde aus Göppingen ist an einem Modellprojekt in Baden- Württemberg beteiligt. In einem Bus führt er Impfungen durch - und das ohne Priorisierung. Termine können online gebucht werden. Diese sind allerdings aktuell ausgebucht. Laut Oberbürgermeister der Stadt Göppingen, Alex Maier, können pro Bus und Tag zwischen 100 und 200 Personen geimpft werden. Insgesamt sind zwei Busse unterwegs.

Hier kommen Sie zum Modellprojekt: https://www.impfen-in-goeppingen.de/
Und hier finden Sie Fotos bei Facebook: https://www.facebook.com/blessyou.apotheken

 

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