Berlin-Chemie Newsletter vom 19. Mai 2022

Berlin-Chemie Newsletter vom 19. Mai 2022

Interview:

  • Mehr Daten für eine bessere Versorgung
    EinBlick sprach mit Natalie Gladkov über den interdisziplinären Bereich Daten beim Bundesverband BVMed und über DIGA

Kurzstrecke:

  • Ärztliche Kolleg:innen bewerten Lauterbach
    Kompetenz akzeptabel, Durchsetzungsfähigkeit mit Luft nach oben

  • Arzneimittelwerbung für Kinder abschaffen
    Techniker Krankenkasse fordert neutrale Informationen

  • Aufklärungskampagne zum Herzinfarkt
    Prävention durch Risikorechner, ›HerzFit-App‹ und Broschüren

  • Pharmabranche größter Innovationstreiber
    Keine Branche in Deutschland gibt mehr Geld für Forschung aus

Young Health:

  • Value Based Healthcare: Warum Daten in der Versorgung elementar sind
    EinBlick sprach mit Jonah Grütters über eine Methode für ein Gesundheitssystem, das auf Daten beruht

Start-up Telegram

Meldungen:

  • Wenn sich Arbeitsbedingungen verbessern
    300.000 Pflegekräfte sofort verfügbar

  • Plattformen im Gesundheitswesen
    Effizienz, Mehrwert und kluger Datenaustausch!

  • Community Health Nurse
    Laut Hausärzt:innen: Neues Berufsfeld organisiert in Versorgung einbinden

  • Mehr Investitionen in Digital Health
    Report zeigt hohen Zuwachs aufgrund der Pandemie


Programmstruktur online + Shortlist Preis für Gesundheitsnetzwerker
Schauen Sie sich jetzt die Themen des 17. Kongress für Gesundheitsnetzwerker an!

Elf Projekte finden sich auf der Shortlist des Preises für Gesundheitsnetzwerker 2022. Die Jury unter Leitung von Gudrun Schaich-Walch bewertete mehr als 40 Einreichungen und entschied sich nach ausführlicher Diskussion für elf Kandidat:innen, die mit der Nominierung für die Shortlist besonders hervorgehoben werden sollen. Wer den Preis endgültig erhält, wird am 6. September 2021 auf dem 17. Kongress für Gesundheitsnetzwerker in der neuen Location am Schlossplatz 1 in Berlin bekannt gegeben.

Hier kommen Sie zur Shortlist für den Preis für Gesundheitsnetzwerker: https://gesundheitsnetzwerker.de/preis-fuer-gesundheitsnetzwerker


Interview

 

Mehr Daten für eine bessere Versorgung

EinBlick sprach mit Natalie Gladkov über den interdisziplinären Bereich Daten beim Bundesverband BVMed und über DIGA

 

Natalie Gladkov

studierte Kommunikationswissenschaft sowie ›Medien und politische Kommunikation‹ in Münster, Zürich und Berlin – und schloss mit einem Master im Jahr 2014 ab. Beschäftigt war sie bislang in der gematik, der gkv informatik und dem Bundesverband Gesundheits-IT (bvitg). Seit Juni 2019 agiert sie als Referentin Digital Health beim Bundesverband BVMed. Ferner ist sie Alumna der Studienstiftung des deutschen Volkes und des Programms ›Geh Deinen WEG‹ der Deutschlandstiftung Integration.

Sie können sich das Interview als EinBlick – Nachgefragt hier anhören: https://t1p.de/qaffb

 

Sie betreuen beim BVMed unter anderem den neuen Fachbereich ›Daten‹. Worauf zielt dieser ab?
Der BVMed verfügt über eine große Breite an Gremien, Arbeitskreisen, Fachbereichen und Projektgruppen, daneben haben wir beim Thema Daten in vielen Bereichen ein gutes Know-how. Deshalb wollten wir unser Wissen bündeln. Beispielsweise unterstützen uns Juristen bei den Kommentierungen zum Artificial Intelligence Act, zum aktuellen EU Data Act oder zur Medical Device Regulation (MDR). Ferner bewegen die Themen Schnittstellen und Interoperabilität unsere Mitglieder intensiv. Dort braucht man andere Expert:innen aus dem Produktmanagement oder aus der Standardisierung. Und da wir so ein breites Portfolio an Daten-Themen haben, haben wir dies nun gebündelt, um meinungsbildend agieren und zudem als Ansprechpartner:innen für die Stakeholder im Gesundheitswesen fungieren zu können.
 
Ein weiterer Schwerpunkt Ihrer Arbeit sind DiGA: Wie ist der aktuelle Stand und wo sehen Sie die größten Herausforderungen?
Aktuell haben wir 31 DiGA im entsprechenden Verzeichnis – mit vielfältigen Indikationen. Die letzte neue Anwendung betrifft Menschen mit Diabetes, als zweite App in diesem Bereich. Vorher haben viele gesagt, für diese Indikation wird es sicher die meisten DiGA geben. Das ist nicht passiert. Wir sehen eine Häufigkeit bei Anwendungen im psychotherapeutischen Bereich. Insgesamt zeigen DiGA eine hohe Anwendungsbreite; und langsam, aber sicher entwickeln sich Markt und Versorgungsbereich. Es gibt noch einige Tücken und Herausforderungen wie die fehlende Awareness bei Ärzt:innen. Doch ich glaube, mit mehr Vorbereitung, Information und sicheren Nutzennachweisen können wir die Akzeptanz steigern.

Was mir momentan Sorgen bereitet, ist die wachsende Anzahl neuer Herausforderungen. Im Digitale-Versorgung-und-Pflege-Modernisierungs-Gesetz (DVPMG), dem letzten Gesetz zur Digitalisierung in der vergangenen Legislaturperiode, sind viele Bereiche dazugekommen: die Umsetzung bestimmter ISO-Normen im Rahmen der Informationssicherheit oder die Erfüllung von Interoperabilität. Und das ist eine Herausforderung für alle Unternehmen, auch im Hinblick darauf, dass es keine Planungssicherheit bei den TI-Komponenten gibt. Die elektronische Patientenakte und das E-Rezept verzögern sich, und wir müssen bedenken, dass die DiGA-Hersteller meistens Start-ups sind. Diese haben nicht endlos Kapazitäten oder Mitarbeiter:innen. Da steigt der Druck, weil bestimmte Anforderungen relevant für die Listung sind. Wir müssen gucken, dass sie nicht das Interesse verlieren oder von einer Listung absehen. Einige haben ihre Lösungen bereits zurückgezogen, weil sie an den Anforderungen für die Evaluation scheiterten.

Nicht nur DiGA, sondern auch viele andere digitale Anwendungen in der Medizin sollen in Zukunft interoperabel ausgerichtet werden. Was ist hier zu beachten, insbesondere im Bereich des Paragraphen 374a SGB V (Integration offener und standardisierter Schnittstellen in Hilfsmitteln und Implantaten)?
Dieser Paragraph im DVPMG war dafür gedacht, die Datennutzung in der Gesundheitsversorgung zu ermöglichen und zu stärken. DiGA sollten darin eine Kernrolle spielen und mit Daten von Implantaten bzw. Hilfsmitteln arbeiten. Das bedeutet im Umkehrschluss, dass die Hersteller Daten über offene Schnittstellen zur Verfügung stellen müssen – mit hohem personellem und finanziellem Aufwand.
Wir haben bereits im Rahmen des Gesetzgebungsverfahrens im letzten Jahr festgestellt, dass einiges nicht zusammen passt und die Umsetzung erschwert. Momentan sehen wir kaum Veränderung. Wir sind der Meinung, dass vieles zum ersten Juli 2024 nicht leistbar sein wird, weil die MDR zu Produkt-Rezertifizierungen führt. So gibt es derzeit einen Antragsstau bei den Benannten Stellen. Für die nicht fristgerecht durchführbare Umsetzung gibt es von uns ein Positionspapier. Denn die neuen Anforderungen und Regeln mit allen Herausforderungen muss man stärker im Kontext betrachten.

Glauben Sie, dass in der aktuellen Legislaturperiode die Digitalisierung im Gesundheitswesen weiter beschleunigt oder dass eher ein bedächtigeres Tempo eingeschlagen wird?
Laut Koalitionsvertrag war vieles für die Umsetzung bereits festgelegt. Doch wir stellen aktuell fest, dass der Zeitplan der Gesetzgebung zu eng ist. Viele der geplanten Meilensteine mit Fristen funktionieren nicht und werden nach hinten verlegt. Wir sehen einen großen Nachjustierungsbedarf, weil es keine Planungssicherheit für alle Beteiligten gibt. Es geht um Koordination. Aktuell arbeiten viele vor sich hin, um irgendwelche Fristen zu erfüllen. Doch etliche Hersteller wissen nicht, was sie erfüllen müssen. Sinnvoll wäre es, ein Zielbild oder eine Strategie zu entwickeln – mit Vorgaben, wohin die Reise geht, wer was erfüllen muss und welche Herausforderungen es zu lösen gilt – nicht nur national, sondern auf europäischer Ebene. Sonst haben wir in Deutschland Sonderlösungen, die später nicht adaptiert werden können.
 
Welches Ziel möchten Sie in den nächsten Jahren erreichen?
Bald bin ich drei Jahre beim BVMed. Ich habe das Referat digitale Medizinprodukte aufgebaut und möchte unsere Mitglieder auf die digitale Reise mitnehmen, begleiten und bestmöglich unterstützen. Viele der Herausforderungen, Gesetzgebungsverfahren und Analysen sind bedeutend für die Medizintechnik-Branche. Wichtig ist, dass wir uns stärker in die politische Arbeit einbringen. Auch deshalb bin ich in zahlreichen Gremien aktiv. Mein Ziel ist es, Potenziale und neue Wege zu schaffen, damit wirklich neue und sinnvolle Innovationen in den Gesundheitsmarkt kommen.


Kurzstrecke

 

Ärztliche Kolleg:innen bewerten Lauterbach

Kompetenz akzeptabel, Durchsetzungsfähigkeit mit Luft nach oben

Eine aktuelle Umfrage des Ärztenachrichtendienstes (änd) bei rund 1.200 Haus- und Fachärzt:innen bescheinigt Bundesgesundheitsminister Prof. Karl Lauterbach zwar eine akzeptable Fachkompetenz, aber eher wenig Durchsetzungskraft. Zwei Drittel der Ärzteschaft glauben nicht, dass der Minister ihre Sorgen ernst nimmt, oder dass er durch seinen Regierungsstil Verbesserungen erreichen wird. Nur 37 Prozent der Mediziner:innen halten Lauterbach für glaubwürdig, eine gute Durchsetzungsfähigkeit trauen ihm lediglich 31 Prozent zu.

So denkt der größte Teil der Befragten, dass der Sozialdemokrat nach den ersten Monaten seiner Regierungsarbeit nicht überzeugen konnte. Im Vergleich zu seinem Vorgänger Jens Spahn (CDU) schneidet Karl Lauterbach insgesamt etwas schlechter ab. Im direkten Vergleich sprechen sich 54 Prozent für Spahn aus und 46 Prozent für Lauterbach. In der Mitte der Legislaturperiode wird die Befragung wiederholt.

 

Arzneimittelwerbung für Kinder abschaffen

Techniker Krankenkasse fordert neutrale Informationen

Kein Kindermarketing für Arzneimittel! Das fordert die Techniker Krankenkasse (TK). Grundlage dieser Forderung ist eine wissenschaftliche Analyse mit dem Titel
›Kindermarketing von Arzneimitteln‹, die von Dr. Tobias Effertz von der Universität Hamburg im Auftrag der TK erstellt wurde. Der Marketingexperte kritisiert, wie im Arzneimittelmarketing gezielt durch Kinderschauspieler:innen, Kuscheltiere, Zeichentrickfiguren oder bunt gestaltete Verpackungen die Aufmerksamkeit von Kindern erhöht wird

»Durch die kindgerechte Ansprache verfestigt sich dann beim Kind das Gefühl, es gibt Medikamente oder Mittelchen, die Abhilfe schaffen, wenn es mir mal nicht so gut geht«, so Effertz. Die Ergebnisse der Analyse zeigen, dass Arzneimittelwerbung immer häufiger auf Youtube, aber insbesondere im Fernsehen präsent ist. So wird 65 Prozent der Werbung zwischen 18 und 22 Uhr ausgestrahlt, also zur Hauptfernsehzeit von Kindern und Familien. »Nicht Werbung oder eine bunte Verpackung sollte darüber entscheiden, ob ein Kind ein Arzneimittel einnimmt. Dafür benötigen Eltern neutrale Informationen«, sagt Dr.
Jens Baas, Vorstandsvorsitzender der TK.

 

Aufklärungskampagne zum Herzinfarkt

Prävention durch Risikorechner, ›HerzFit-App‹ und Broschüren

Der Herzinfarkt ist nicht nur die häufigste Todesursache in Deutschland, auch dessen Folgeerkrankungen führen zu zahlreichen Klinikaufenthalten. Ein gesundheitsförderlicher Lebensstil hilft dabei, dies zu vermeiden. Die Kampagne ›Hand aufs Herz – Aktiv gegen Herzinfarkt‹ vermittelt in Bayern entsprechendes Wissen zur Prävention. Durch Broschüren, einen Risikorechner und eine neue HerzFit-App sollen Risikofaktoren für Herzinfarkt und weitere Herz-Kreislauf-Erkrankungen verringert werden.

Die von den Expert:innen der Deutschen Herzstiftung entwickelte App motiviert Menschen, ihr kardiovaskuläres Risiko zu senken: durch Bewegung, Ernährung und Vermeidung von Stress. Auch auf die Besonderheit bei Frauen geht die App gezielt ein. Mit einem Risikotest können mögliche Ursachen erfasst und in den Fokus des nächsten Check-ups beim Hausarzt rücken. Die Informationen zur kostenfreien App sind unter www.herzstiftung.de/herzfit-app abrufbar; Broschüren können
unter https://handaufsherz.bayern bestellt werden.

 

Pharmabranche größter Innovationstreiber

Keine Branche in Deutschland gibt mehr Geld für Forschung aus

19,5 Prozent ihres Umsatzes wenden die pharmazeutischen Unternehmen in Deutschland für die Entwicklung von Innovationen auf. Damit sind sie Spitzenreiter aller Branchen, die in Deutschland forschen. Ein aktueller Vergleich zeigt, dass keine andere Branche, gemessen an ihrer Größe, mehr auf Innovationen setzt.

»Die Innovations- und Investitionsbereitschaft der Pharmaindustrie hat eine überragende Bedeutung«, sagt Han Steutel, Präsident des Verbands Forschender Arzneimittelhersteller e.V. »Der Erfolg bei der mRNA-Technologie zur Herstellung von Covid-19-Impfstoffen hat gezeigt, zu welchen Innovationen unsere Branche fähig ist und welchen gesamtgesellschaftlichen Nutzen die Investitionen in Forschung und Entwicklung am Ende für alle haben.« Die Ausgaben für Forschung der Pharmabranche entsprechen rund zehn Prozent der Innovationsausgaben der gesamten Industrie in Deutschland.


EinBlick zum Hören: Der wöchentliche Podcast

Das neue Angebot ergänzt unseren EinBlick Newsletter.

 

EinBlick – Der Podcast präsentiert Ihnen die wichtigen gesundheitspolitischen Nachrichten der Woche immer Freitag mittags.
In gut zehn Minuten hören Sie, was in der vergangenen Woche eine Rolle gespielt hat und was in der folgenden Woche wichtig sein wird.

Zusammen mit den tieferen Analysen des Newsletters EinBlick, sind sie stets bestens auf dem Laufenden.

EinBlick – Der Podcast immer freitags, ab 12 Uhr in allen bekannten Podcastportalen.
Die aktuelle Folge finden Sie hier: www.einblick-newsletter.de 


Young Health

 

Value Based Healthcare: Warum Daten in der Versorgung elementar sind

EinBlick sprach mit Jonah Grütters über eine Methode für ein Gesundheitssystem, das auf Daten beruht

 

 

Jonah Grütters

studiert dual Healthcare Management und arbeitet bei der Optimedis AG. Außerdem engagiert er sich bei Hashtag Gesundheit e.V.

 

Sie können sich das Interview als EinBlick – Nachgefragt hier anhören: https://t1p.de/u7gg4

 

 

Value Based Healthcare – eine Methode für ein Gesundheitssystem, das auf Daten beruht. Was steckt hinter diesem Konzept?
Das Prinzip von Value Based Healthcare wurde im Jahr 2006 von den Gesundheitsökonom:innen Elizabeth Teisberg und Michael Porter entwickelt. Ihr zentraler Vorwurf ist, dass die einzelnen Akteur:innen im Gesundheitssystem, wenn es um Ziele geht, keine Kongruenz untereinander sind. Wenn wir uns die Versorgung anschauen, sehen wir, dass sehr viele Stakeholder alleine für sich agieren und hier kein gemeinsames Ziel verfolgt wird. Teisbergs und Porters Ansatz ist es, dass das gemeinsame Ziel der einzelnen Stakeholder sein sollte, die Patientin bzw. den Patienten in den Mittelpunkt der Behandlung zu stellen. Und ihre ökonomische These ist: Durch eine höhere Qualitätsorientierung kann man eine Senkung der Gesamtkosten erreichen. Dabei ist das Hauptziel, die Qualität von Behandlungen zu verbessern und damit einen höheren Nutzen für Patient:innen zu erzeugen.

Wie können Krankenhäuser Value Based Healthcare nutzen?
Grundsätzlich basiert Value Based Healthcare auf Daten. Diese Daten müssen erhoben werden, um dann die Qualität von Behandlungen zu verbessern. Die Daten teilen sich in drei Bereiche auf. Das sind die sogenannten ›PROMs‹ (patient reported outcome measures), die ›PREMs‹ (patient reported experience measures) sowie die ›CROMs‹ (clinical reported outcome measures). PROMs und PREMs werden anhand von Fragebögen, die die Patient:innen ausfüllen, erhoben. CROMs liegen oft schon vor, da es sich zum Beispiel um die Sterberate handelt. Es wird nach einem Eingriff dann nicht nur geschaut, wie gut die Operation rein medizinisch für den Moment verlief, sondern auch, wie die Patientin oder der Patient den ganzen Prozess subjektiv erlebt hat. Durch diese Informationen können dann Versorgungsprozesse innerhalb eines Krankenhauses umgestellt und angepasst werden. Ganz konkret ein Beispiel: Durch die Fragebögen können Kliniken feststellen, dass nach einer Knie-OP die Patient:innen über psychische Belastungen klagen und deshalb nicht die REHA besuchen. Von dieser Information können sowohl Patient:innen als auch Krankenhäuser profitieren.
 
Sie sind dual Studierender bei der Optimedis AG. Optimedis hat sich auf regionale Versorgung spezialisiert. Womit beschäftigt ihr euch genau? Und wie nutzt ihr Value Based Healthcare?
Das Ziel von Optimedis ist es, integrierte, vor allen populationsorientierte Versorgung zu entwickeln. Das heißt, wir schauen vor Ort, dass wir ein sogenanntes Gesundheitsnetzwerk aufbauen und dort dann einen Schwerpunkt auf Gesundheitsförderung, Versorgungsmanagement, Kooperationen und digitale Innovationen legen. Wesentlich ist, dass wir vor Ort die Gesundheit der Menschen in einer Population verbessern wollen. Das Problem an der Gesetzgebung in Deutschland ist, dass viel von oben kommt, aber diese Impulse vor Ort teilweise nicht umgesetzt werden. Wir versuchen in unseren Gesundheitsregionen, dass Leistungen der Prävention oder Gesundheitsförderung ordentlich vergütet werden. Aktuell gibt es keine finanzielle Grundlage zur Vergütung von Prävention. Und durch diesen Ansatz erzeugen wir eine Verbesserung für den Gesundheitszustand in einer gesamten Region.

Noch eine letzte Frage zu einem ganz anderen Thema: In einem Artikel im Magazin ›Impulse für Gesundheitsförderung‹ erwähnten Sie die Option von staatlich getragenen Digitalen Gesundheitsanwendungen. Wie soll das aussehen?
Die zentrale Frage ist: In welcher Rolle steht der Staat bei der Umsetzung von Gesundheit? Grundsätzlich muss man sagen, dass in Deutschland eine sehr große Kritikkultur an der Privatisierung von Gesundheitsleistungen existiert. Der zweite Gesundheitsmarkt, auf dem auch ›Lifestyle-Anwendungen‹ zu finden sind, ist in den vergangenen Jahren extrem gewachsen. Der Staat kommt aber nur sehr, sehr langsam hinterher. Meine These: Privatwirtschaftliche Unternehmen können gemeinsam mit dem Staat agieren. Im Idealfall verschmilzt der erste Gesundheitsmarkt, also der, welcher durch die Krankenkassen finanziert wird, mit dem zweiten Gesundheitsmarkt. Das lässt dann einen dritten Gesundheitsmarkt mit dem Prinzip einer Shared-Economy entstehen. Ein positives Beispiel ist die Corona-Warn-App. Der Staat hätte für die Entwicklung wahrscheinlich ziemlich lange gebraucht, weil Entscheidungsprozesse auf der politischen Ebene sehr lange dauern können. Aus diesem Grund hat sich der Gesetzgeber, Partner aus der Privatwirtschaft gesucht, mit denen er das Vorhaben umsetzen konnte.
Der Staat fungierte jetzt nicht nur als Geldgeber, sondern vor allen Dingen als Interessenvertreter für das Gemeinwohl in Sachen Gesundheit.


Startup-Telegram

 

Dem wichtigen Thema Demenz und Alzheimer widmen sich Start-ups aus ganz Europa. Demenz ist eine der drängendsten Gesundheitsherausforderungen des 21. Jahrhunderts und bislang nicht heilbar.
Das Therapiegerät ichó trainiert auf spielerische Weise kognitive und motorische Fähigkeiten von Demenzerkrankten. Dabei verbessert es die Lebensqualität der Betroffenen und unterstützt die Pflegekräfte. Ein intelligentes Sensorsystem zeichnet Daten auf, um den Therapieprozess und den Krankheitsverlauf zu visualisieren. Daraus soll eine Gesundheitsplattform mit individualisierten Gesundheitsdiensten entstehen. https://icho-systems.de

Das deutsche Unternehmen PeakProfiling nutzt eine KI-basierte Technologie aus der Musikwissenschaft und der Mathematik, um krankheitsspezifische Stimmmerkmale zu erkennen. Auf Grundlage dieser eigens entwickelten Algorithmen können Depression, Demenz und Bewegungsstörungen erkannt werden. Aktuell erforscht das junge Unternehmen die Stimmcharakteristika der Alzheimer-Erkrankung. https://www.peakprofiling.com/
 
Das Start-up Five Lives aus Frankreich möchte Menschen dazu befähigen, ihr individuelles Risiko einer Alzheimer-Erkrankung eigenständig zu reduzieren. Mit einer App können Menschen ab circa 50 Jahren die Gesundheit ihres Gehirns anhand einer klinisch validierten Risikobewertung überprüfen. Daneben regt die App zu einer Verbesserung des Lebensstils an. https://www.fivelives.health/

Neurocast aus den Niederlanden möchte die Überwachung neurologischer Erkrankungen preiswert und unkompliziert machen. Die Anwendung nutzt alltägliche digitale Interaktionen wie Smartphones, um die individuelle Leistung von Patient:innen im Alltag zu überwachen. Das funktioniert über passives digitales Monitoring, beispielsweise indem die Standard-Tastatur des Smartphones durch eine datengenerierende Tastatur ersetzt wird. https://www.neurocast.nl/

 

 


Meldungen

 

Wenn sich Arbeitsbedingungen verbessern

300.000 Pflegekräfte sofort verfügbar

Deutschland braucht Pflegekräfte. 300.000 Menschen wären zusätzlich verfügbar, wenn sie ihren gelernten Pflegeberuf wieder aufnehmen würden. Das ist das Ergebnis einer aktuellen Studie der Arbeitnehmerkammer Bremen.

Laut der Arbeitnehmerkammer in Bremen würden 300.000 Menschen zusätzlich in der Pflege als Pflegekräfte wieder zur Verfügung stehen, wenn sie ihren Beruf wieder aufnehmen oder von Teilzeit auf Vollzeit aufstocken würden. In der bundesweiten Befragung stand die Frage im Mittelpunkt, unter welchen Bedingungen bereits ausgebildete, aber ›ausgestiegene‹ Pflegekräfte in ihren Beruf zurückkehren beziehungsweise Teilzeit-Pflegekräfte ihre Arbeitszeit erhöhen würden. Das erstaunliche Ergebnis: Die Hälfte der Teilzeitbeschäftigten und sogar 60 Prozent der Ausgestiegenen können sich eine Rückkehr in den Beruf bzw. ein Aufstocken der Stunden vorstellen. Die große Voraussetzung ist dabei die Verbesserung der Arbeitsbedingungen.

Als stärkste Motivation nennen die Befragten eine Personaldecke, die sich tatsächlich am Bedarf der pflegebedürftigen Menschen ausrichtet. Außerdem wünschen sich Pflegekräfte eine bessere Bezahlung und verlässliche Arbeitszeiten. Mehr Zeit für menschliche Zuwendung zu haben, nicht unterbesetzt arbeiten zu müssen und verbindliche Dienstpläne sind für die Befragten weitere zentrale Bedingungen. Ebenso wünschen sie sich respektvolle Vorgesetzte, einen kollegialen Umgang mit allen Berufsgruppen, mehr Augenhöhe gegenüber den Ärzt:innen, eine vereinfachte Dokumentation und eine bessere Vergütung von Fort- und Weiterbildungen.

An der Online-Befragung haben im vergangenen Jahr rund 12.700 ›ausgestiegene‹ sowie in Teilzeit beschäftigte Pflegekräfte teilgenommen. »Es ist also möglich, den Teufelskreis, dass immer weniger Pflegekräfte zu noch weniger Pflegekräften führen, zu durchbrechen«, sagt Dr. Claudia Bogedan, Geschäftsführerin der Hans-Böckler-Stiftung.

 

Plattformen im Gesundheitswesen

Effizienz, Mehrwert und kluger Datenaustausch!

Welche Chancen und Risiken bieten Plattformen im Gesundheitswesen? Darüber sprach Laura Wamprecht, Geschäftsführerin der Beratungsfirma Flying Health, im Interview mit dem Magazin kma online.

Die Beraterin und Biochemikerin Laura Wamprecht zeigt im Interview die Vor- und Nachteile von Plattformen im Gesundheitswesen auf. Einen Vorteil sieht sie in der Skalierung. »Erst über die Skalierung werden Plattform-Modelle für den jeweiligen Betreiber attraktiv. Da der Gesundheitsmarkt in Deutschland zwar groß, aber dennoch begrenzt ist, ergibt sich dadurch ein Wettrennen um die Pole-Position«, so Wamprecht.

Plattformen, die jüngst entstanden sind, haben jedoch den großen Nachteil, weder Bestandskund:innen vorweisen noch auf Expertise setzen zu können. »Die größte Herausforderung dieser Anbieter ist es, die ›Henne-Ei-Phase‹ zu überwinden, in der sie die ersten Kund:innen von ihrem Portfolio überzeugen und gleichzeitig potenziellen Partner:innen eine attraktive Reichweite auf der Kundenseite bieten müssen«, sagt die Expertin. Als Beispiel führt sie den Wettlauf der Apotheken-Plattformen auf. Während gesund.de durch seine Vielzahl an Partner:innen eine große Reichweite bei Apotheken vor Ort aufbauen konnte, hat die Konkurrenz docmorris, und zwar als einzelnes Unternehmen, auf der eigenen Erfahrung, Expertise sowie dem Kundenstamm der Versandapotheke aufbauen können.

Dennoch setzt die Expertin auf Plattformen im Gesundheitswesen und zeigt fünf wesentliche Vorteile auf: Zum einen ermöglichen Plattformen kleinen Spezialanbietern, beispielsweise mit einer IT-Lösung für den Klinikmarkt, eine Sichtbarkeit. Zum anderen standardisieren Plattformen ihre Lösungen. Kliniken müssen sich nicht mit verschiedenen Lösungen von verschiedenen Anbietern auseinandersetzen. Des Weiteren können dadurch räumlich und zeitlich unbegrenzte Leistungserbringungen angeboten werden. Außerdem kann die Produktqualität verbessert werden, und Unternehmen müssen nicht ihre eigene IT-Infrastruktur entwickeln.

Ihr Schlusswort: »Plattformen schaffen nicht nur Effizienz in einzelnen Wertschöpfungsketten und vereinfachen das Leben für ihre Partner:innen und Kund:innen. Sie haben auch das Potenzial, im ganzen Gesundheitswesen einen Mehrwert zu schaffen, indem durch einen klugen Datenaustausch und durch Vernetzung verschiedener Akteure eine bessere Integration von Gesundheitsleistungen ermöglicht werden kann.«

 

Community Health Nurse

Laut Hausärzt:innen: Neues Berufsfeld organisiert in Versorgung einbinden

Wie können Community Health Nurses in die Versorgung eingebunden werden? Diese Frage war Gegenstand eines Fokusgruppeninterviews des Zentralinstituts der Kassenärztlichen Versorgung in Deutschland (Zi).

Im Koalitionsvertrag von SPD, Bündnis 90/Die Grünen und FDP für die Jahre 2021 bis 2025 ist die Implementierung des Berufsbildes ›Community Health Nursing‹ in die medizinische Versorgung vorgesehen. Dabei stehen die Bereiche ›Prävention‹ und ›Gesundheitsversorgung‹ im Fokus. Die vom Zi aktuell ausgewertete Fokusgruppen- diskussion mit Hausärzt:innen aus Sachsen-Anhalt zeigt, dass viele Tätigkeiten, die den ›Community Health Nurses‹ künftig zugedacht sind, bereits heute vom nicht-ärztlichen Praxispersonal übernommen werden. Eine Übertragung von heilkundlichen Aufgaben zur selbständigen Ausführung wird von den Ärzt:innen aktuell abgelehnt. Hierdurch würden zusätzliche Koordinationsprobleme in der Primärversorgung geschaffen. Vielmehr wird die möglichst direkte Anbindung der ›Community Health Nurses‹ an die ärztlichen Praxen als zentral betrachtet. Eine hohe Qualität der Primärversorgung kann nach Auffassung der Fokusgruppe nur im Rahmen des Delegationsprinzips erreicht werden. Die Patient:innen müssten aus einer Hand versorgt werden, ohne neue Schnittstellen in der Gesundheitsversorgung zu schaffen.

Dr. Robin John, Allgemeinmediziner in einer Gemeinschaftspraxis, hob auf die Gefahr von Doppelstrukturen ab, die die hausärztliche Versorgung eher behindern als entlasten könnten: »Nach einschlägigen Konzepten für das Community Health Nursing sind in der Primärversorgung Koordinationsfunktionen sowie Routineaufgaben vorgesehen. So etwa die Kontrolle des Gesundheitszustands, physische und psychische Untersuchungen sowie allgemeine gesundheitliche Beratungen.« Laut dem Allgemeinarzt müsse geklärt werden, wann der Delegationsrahmen beginnt, damit es nicht zu sich überlappenden Parallelstrukturen kommt. Kordula Schulz-Asche, Mitglied der Bundestagsfraktion Bündnis 90/Die Grünen und Mitglied des Ausschusses für Gesundheit, verwies auf den hohen Vernetzungsgrad der Community Health Nurse: »Das Aufgabenspektrum der Community Health Nurse reicht weit über die Primärversorgung hinaus und hat einen besonderen Schwerpunkt im Bereich der Prävention. Es geht also nicht um die Substitution ärztlicher Leistungen, sondern um die Kooperation mit anderen medizinischen, sozialen und pflegerischen Versorgungsstrukturen.«

 

Mehr Investitionen in Digital Health

Report zeigt hohen Zuwachs aufgrund der Pandemie

Ein aktueller Marktreport für Technologien in der Gesundheitsbranche zeigt einen deutlichen Investitionsschub an Risiko- und Wachstumskapital im Bereich Digital Health, den die Coronapandemie ausgelöst hat.

Der M&A-Marktreport von Hampleton Partners stellt dar, dass im Jahr 2021 fast 80 Prozent mehr Finanzmittel für den Sektor Healthtech aufgebracht wurden als im Jahr 2020. Dabei sind die Teilbereiche psychische Gesundheit, Wellness, Bildgebung, Diagnostik durch Unterstützung mit Künstlicher Intelligenz (KI) und Technologien für klinische Studien besonders attraktiv. Auch die Unternehmensübernahmen sind deutlich gestiegen. Insgesamt wurden im Jahr 2021 weltweit 57,2 Milliarden Dollar in Digital Health Technologien investiert.

Da die Pandemie die Durchführung klinischer Studien massiv gestört hat, kam die Entwicklung neuer Arzneimittel ins Stocken. Auf den nachfolgenden Innovationsbedarf reagierten die Investoren, indem sie Technologien zur Verbesserung der Rekrutierung und Teilnahme an klinischen Studien förderten. So sind die Investitionen hier um 53 Prozent auf 2,7 Milliarden Dollar im Jahr 2021 gestiegen; im Bereich psychischer Gesundheit betrug der Anstieg sogar 139 Prozent (5,5 Milliarden US-Dollar). Neue Lösungen mit KI und maschinellem Lernen (ML) finden vermehrt Anwendung, um Produktion, Diagnostik, Personalprozesse und Bildauswertung zu verbessern. Hier betrugen die Investitionen im Jahr 2021 rund 700 Millionen US-Dollar.
 
David Bell, Director bei Hampleton Partners, geht davon aus, dass sich das Gesamtvolumen des Healthtech-Sektors im Jahr 2022 fortsetzen wird. Auch wenn das jährliche Wachstum in der Finanzierung wahrscheinlich geringer ausfallen wird als im Jahr 2021, glaubt er an eine Steigerung des Transaktionsvolumens.
Der Report kann hier kostenfrei heruntergeladen werden: https://www.hampletonpartners.com/de/reports/healthtech-report/


Bemerkt

 

 

»Das Ziel einer guten Gesundheits- und Risikokommunikation ist es häufig, auch diejenigen zu erreichen, die sich beispielsweise mit der Entwicklung eines gesundheitsförderlichen Lebensstils noch gar nicht beschäftigt haben.«

 

Prof. Dr. Simone Dohle, leitet die neue Arbeitsgruppe ›Gesundheits- und Risikokommunikation in der hausärztlichen Versorgung‹ am Universitätsklinikum Bonn

 

 


Weiterlesen

 
Wir wollen im EinBlick neben einem Überblick zu Themen der Gesundheitsnetzwerker auch einen Blick auf Debatten und Dokumente werfen.

Die Physikerin Anna Maria Coclite von der TU Graz entwickelte eine elektronische Haut, die der menschlichen Haut sehr ähnelt. Dabei nimmt die neue Entwicklung Druck, Feuchtigkeit und Temperatur simultan wahr und produziert elektronische Signale. Sensiblere Roboter oder intelligentere Prothesen sind so denkbar. »Die ersten Materialsamples sind sechs Mikrometer dünn, also 0,006 Millimeter. Es ginge aber sogar noch dünner«, sagt Anna Maria Coclite. Zum Vergleich: Die menschliche Oberhaut, die Epidermis, ist 0,03 bis 2 Millimeter dick. Die Haut des Menschen nimmt Dinge ab einer Größe von etwa einem Quadratmillimeter wahr. Die Smartskin hat eine tausendmal kleinere Auflösung und kann Objekte registrieren, die für die menschliche Haut zu klein sind, zum Beispiel Mikroorganismen. Dem hautähnlichen Hybridmaterial eröffnen sich mehrere Anwendungsfelder. Im Gesundheitswesen könnte das Sensormaterial selbstständig Mikroorganismen erkennen und entsprechend melden. Denkbar sind auch Prothesen, die Träger:innen Auskunft über Temperatur oder Feuchtigkeit geben, oder Roboter, die ihre Umwelt sensibler wahrnehmen können.

Hier kommen Sie zur Publikation https://onlinelibrary.wiley.com/doi/10.1002/admt.202200246


Empfehlung

 

›Digitalstrategie im Krankenhaus‹

In dem jüngst veröffentlichten Buch beschreiben die Autor:innen einen Leitfaden zur Umsetzung einer Digitalstrategie in Krankenhäusern. Unterstützt werden die Ideen mit Praxisbeispielen aus unterschiedlich strukturierten Krankenhäusern durch Expert:innen und Praktiker:innen aus der Gesundheitsbranche. Das Buch präsentiert die wesentlichen Gestaltungselemente von Digitalstrategien ebenso wie Methoden und Tools zu deren Umsetzung. Außerdem beschreiben die Autor:innen die Messung des Umsetzungserfolges auf Basis von Reifegradmodellen. Ein weiterer Schwerpunkt des Buches beschäftigt sich mit konsolidierten, digitalen Patientenakten und den Herausforderungen bei der Nutzbarmachung darin enthaltener Informationen sowie möglichen Potenzialen zur Wissensgenerierung.

Weitere Informationen finden Sie hier https://link.springer.com/book/10.1007/978-3-658-36226-3


Zuletzt:

 

Investition in Autismusforschung an der Charité Berlin

Insgesamt 2,3 Millionen Euro erhalten die Autismusforschung an der Charité Berlin sowie die Quantenforschung an der Technischen Universität Berlin. Bereitgestellt wird das Forschungsbudget von der Einstein Stiftung in Berlin – eine gemeinnützige, unabhängige und wissenschaftsgeleitete Einrichtung, die als Stiftung bürgerlichen Rechts gegründet wurde und Wissenschaft und Forschung in der Hauptstadt fördert.

Die Autismus-Forschenden an der Charité Berlin untersuchen Veränderungen im Caspr2- Protein auf ihre genetischen Ursachen, um zu verstehen, wie sich diese auf den zellulären und molekularen Ebenen auswirken. Durch den Vergleich der veränderten Hirnströme soll erkannt werden, wie sich neuropsychiatrische Störungen, die genetisch bedingt sind, von jenen unterscheiden, die durch Antikörperreaktionen ausgelöst wurden. Am Neuroscience Research Center der Charité wird die Neurowissenschaftlerin Jackie Schiller (Technion – Israel Institute of Technology, Haifa) das Team verstärken und eine gemeinsame Arbeitsgruppe mit Forschenden aus Haifa aufbauen. Langfristig sei es das Ziel, durch die Kooperation zwischen Haifa und Berlin auch die Erforschung von Ursachen für weitere neuronale Erkrankungen voranzutreiben.

Hier finden Sie weitere Informationen https://idw-online.de/de/news793239

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