Berlin-Chemie Newsletter vom 13. Oktober 2022

Berlin-Chemie Newsletter vom 13. Oktober 2022

Zum Semesterstart:

  • Digitalisierung des Gesundheitswesens aus der Perspektive des Nachwuchses
    Einblick sprach mit Chiara Lakomski, Vorständin Hashtag Gesundheit e.V., und Mareike Krause, Bundeskoordinatorin für medizinische Ausbildung der Bundesvertretung der Medizinstudierenden in Deutschland e.V.

Kurzstrecke:

  • Inflationsausgleich für Krankenhäuser weiterhin nötig
    Deutsche Krankenhausgesellschaft kritisiert Ministerpräsidentenkonferenz

  • IQWiG legt Bericht zu Diagnostik und Therapie von Adipositas vor
    G-BA berät nun die detaillierten DMP-Anforderungen

  • Ergotherapeut:innen können Therapie per Video durchführen
    Beschluss der Schiedsstelle zu telemedizinischen Leistungen

  • Streit um Orientierungswerte
    Rückzug der KBV aus den Gremien des G-BA 

Interview:

  • Strukturierte Daten – für eine bessere Medizin!
    Einblick sprach mit Dr. Peter Gocke über den Stand der TI-Anwendungen in der Charité

Start-up Telegram

Meldungen:

  • Ausgaben der GKV
    Arzneimittel kein überdurchschnittlicher Ausgabentreiber

  • BVMed kritisiert Gesundheitsdaten-Nutzungsgesetz 
    Patient:innen  sollen über die Nutzung ihrer personenbezogenen Daten bestimmen können 

  • Studie zu Notaufnahmen an Kliniken
    Bessere Patientensteuerung und Ausstattung in der Notfallversorgung zwingend notwendig

  • Neues aus der Wissenschaft
    Hergestellte Zellen könnten chronische Entzündungen bekämpfen


Zum Semesterstart:

Digitalisierung des Gesundheitswesens aus der Perspektive des Nachwuchses

Einblick sprach mit Chiara Lakomski, Vorständin Hashtag Gesundheit e.V., und Mareike Krause, Bundeskoordinatorin für medizinische Ausbildung der Bundesvertretung der Medizinstudierenden in Deutschland e.V.

 

 

Chiara Lakomski

ist Vorständin bei Hashtag Gesundheit e.V. Sie studierte im Bachelor Bioinformatik und absolviert zurzeit ihren Master Digital Health am Hasso Plattner Institut. Außerdem arbeitet sie bei einem Hersteller für Praxissoftware.

 

 

 


 

Mareike Krause

studiert Medizin und ist Bundeskoordinatorin für medizinische Ausbildung der Bundesvertretung der Medizinstudierenden in Deutschland e.V.

 

 

 

 

 

Frau Krause, sind Sie der Auffassung, dass Medizinstudierende Module der Informatik belegen sollten? Und sollte das verpflichtend sein?
Mareike Krause:
Wir sollten als Medizinstudierende nicht unbedingt programmieren können, aber ein Grundverständnis für Digital Health sollte auf jeden Fall vorhanden sein. Ich meine, wir müssen später Patient:innen über digitale Anwendungen und wie digitale Tools zum Einsatz kommen aufklären und Änderungsvorschläge einbringen können. Dafür ist es natürlich wichtig, ein Verständnis für die digitale Transformation zu erlangen. Wir lernen ja auch, wie ein Röntgengerät funktioniert, aber nicht, um dann ein Röntgengerät bauen zu können, sondern um zu verstehen, wann ich ein Röntgengerät einsetze und wann ich vielleicht doch eher ein MRT brauche. Und so sehe ich das auch im Bereich der Digitalisierung.

Frau Lakomski, was meinen Sie, ist es sinnvoll, dass Mediziner:innen sich mit Informatik auseinandersetzen, oder möchten Sie eigentlich gar nicht, dass Ihnen Mediziner:innen in Ihren Beruf reinreden?
Chiara Lakomski:
Ich würde mich sogar freuen, wenn ein paar Mediziner:innen Informatikkurse belegen würden und ein bisschen zu programmieren lernten. Auf der anderen Seite kann ich aber auch Mareike Krause total zustimmen, dass es realistischer ist, im doch schon vollgepackten Studium beim Grundverständnis zu bleiben. Und dieses Grundverständnis der Mediziner:innen ist auch für uns Informatiker:innen wichtig. Wir brauchen hier Ansprechpartner:innen, die sich mit uns unterhalten können und die die Prozesse aus dem klinischen bzw. Praxisalltag kennen. Es gibt unzählige Beispiele für Produkte, die sehr gut gemeint sind, sich dann aber nicht in die Praxis integrieren lassen. Deshalb brauchen wir einen interdisziplinäreren Ansatz, um zu lernen, miteinander zu kommunizieren. Ob ein Mediziner von einem Neuron spricht oder eine Informatikerin, ist eben etwas anderes, bzw. jede Seite macht eine sehr unterschiedliche Aussage dazu. Von daher ist es einfach wichtig, dass hier ein gegenseitiges Grundverständnis vorhanden ist. Wir können voneinander lernen und zusammen etwas viel Besseres erschaffen, als wir es alleine könnten.

Frau Krause, im Gesundheitswesen wird seit Jahren von ePA, E-Rezept und KIM gesprochen. Sind das Themen, die auch im Medizinstudium Platz finden?
Mareike Krause:
Ich kann jetzt nur für mein Studium sprechen und ich kann mich nicht erinnern, ob es überhaupt jemals Thema war. Es gibt Fakultäten, bei denen das anders ist. Es gibt einige Fakultäten, die inzwischen Digitalisierung im Curriculum eingebaut haben, und dort ist das vermutlich, nehme ich jetzt einfach mal an, präsenter als bei mir. Aber es ist im Allgemeinen, das muss man sagen, schon sehr abhängig von den Interessen der Lehrenden, und zwar immer noch. Und das ist natürlich ein bisschen schwierig. Wir werden alle später damit in Kontakt kommen, ob wir das jetzt in unserem Studium hatten oder nicht.

Frau Lakomski, wie sieht das bei Ihnen aus, und können junge Menschen diese Tools nutzen, um im Gesundheitswesen interdisziplinär miteinander arbeiten zu können?
Chiara Lakomski:
In meinem Digital Health Studium ist das natürlich ein großes Thema. Gerade digitale Gesundheitsanwendungen sind ein Dauerbrenner bei uns. Aber das hängt sicherlich mit meinem spezifischen Studium zusammen. Es wäre schön, wenn die Tools endlich mehr Leute nutzen würden. Wir können die elektronische Patientenakte zum Beispiel schon als Basis nutzen, um interdisziplinär Daten auszutauschen und diese Daten dann auch nutzen zu können bzw. nutzbar zu machen. Das wird nicht so einfach sein und es wird auch nicht von heute auf morgen klappen. Aber ich sehe da schon eine Perspektive. Auch wenn noch viel getan werden muss.

Was würden Sie sich im Bereich Digitalisierung wünschen?
Chiara Lakomski:
Ich würde mir wünschen, dass mehr Leute Bescheid wissen, was technisch alles möglich ist, und dass wir interdisziplinärer zusammenarbeiten. Wenn ich mit anderen Leuten, wie zum Beispiel mit Vereinsmitgliedern von Hashtag Gesundheit spreche, die aus der Beratung kommen und mir erklären, wie sie versuchen, die Digitalisierung im Krankenhaus umzusetzen und dann nicht respektiert werden, weil sie nicht Medizin studiert haben, dann ist das etwas, was wir dringend verbessern müssen. Und auch deshalb wünsche ich mir, dass wir mehr miteinander sprechen und gemeinsam Vor- und Nachteile von digitalen Anwendungen abwägen. Denn jede Digitalisierung und jedes neue Produkt ist auch erst einmal Arbeit. Und das rettet uns jetzt nicht vor Sachen, die wir nicht angehen wollen, sondern es ist ein Werkzeug, mit dem wir zusammenarbeiten können.

Mareike Krause: Interprofessionelles Arbeiten ist das A und O heutzutage. Ich meine, wo gibt es so viele verschiedene Professionen auf einem Fleck wie im Gesundheitswesen? Aus studentischer Sicht möchte ich hinzufügen, dass ich mir einfach von Beginn des Studiums an eine wirklich komplett neue Denkweise wünsche. In die Weiterbildung sollten digitale Kompetenzen integriert werden. Aber da tut sich ja inzwischen schon einiges. Wir bekommen gerade einen neuen Lernkatalog, wo inzwischen zumindest mehr Digitalisierung integriert ist, als früher abgebildet wurde. Aber da ist noch Luft nach oben.

Das ganze Gespräch können Sie im hier als Einblick-Podcast anhören
https://soundcloud.com/einblick-berlin-chemie/einblick-nachgefragt-zum-semesterstart-wir-werden-arztinnen-und-keine-informatikerinnen


Kurzstrecke

 

Inflationsausgleich für Krankenhäuser weiterhin nötig

Deutsche Krankenhausgesellschaft kritisiert Ministerpräsidentenkonferenz

Am 4. Oktober 2022 tagte die Ministerpräsidentenkonferenz mit Bundeskanzler Olaf Scholz. Enttäuscht zeigte sich die Deutsche Krankenhausgesellschaft (DKG). Dr. Gerald Gaß, Vorstandsvorsitzender der DKG, sagt dazu: »Mit der Frage, wie wir die immensen Kosten der galoppierenden Inflation ausgleichen sollen, werden wir weiterhin allein gelassen,alleingelassen, und so steigt die Gefahr von Insolvenzen von Woche zu Woche. Wir brauchen umgehend einen Beschluss für einen umfassenden Inflationsausgleich für die Kliniken.«

Der Verband der Kliniken betont, dass Krankenhäuser und Unternehmen beim Inflationsausgleich nicht gleichgesetzt werden dürften. So könnten andere Unternehmen zumindest einen Teil der Kostensteigerungen über Preisanhebungen ausgleichen, dies sei für Krankenhäuser jedoch nicht möglich. „Wir können auch nicht zeitweise unseren Betrieb einstellen oder Temperaturen absenken, um Kosten einzusparen. Krankenhäuser brauchen deshalb dringend eine konkrete Hilfszusage des Bundes und der Länder“, fordert Gaß.

 

IQWiG legt Bericht zu Diagnostik und Therapie von Adipositas vor

G-BA berät nun die detaillierten DMP-Anforderungen

Ab sofort berät der Gemeinsame Bundesausschuss (G-BA) über die konkrete Umsetzung und Gestaltung eines Disease-Management-Programm (DMP) für die Erkrankung Adipositas. Grundlage der Erarbeitung von Inhalten ist ein Bericht des Instituts für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG), der nun dem G-BA vorliegt. In dem DMP sollen die Patientinnen und Patienten leitliniengerecht und einrichtungsübergreifend behandelt und im Umgang mit der Adipositas unterstützt werden.

»Eine der großen Herausforderungen für die weiteren Beratungen wird es nun sein, den genauen Kreis der Versicherten zu definieren, die von einem DMP profitieren würden. Denn die Berichte des IQWiG zeigen, dass ein reines Abstellen auf den Body-Mass-Index zu kurz greifen würde«, erklärt Karin Maag, unparteiisches Mitglied des G-BA.

 

Ergotherapeut:innen können Therapie per Video durchführen

Beschluss der Schiedsstelle zu telemedizinischen Leistungen

In der Ergotherapie kann ab sofort wieder per Video behandelt werden. Das hat jetzt die Schiedsstelle entschieden. Somit ist die Videotherapie nun wieder für alle Heilmittelbereiche - mit Ausnahme der Podologie - möglich. Entsprechende Sonderregelungen aufgrund der Corona-Pandemie waren zum 31. März 2022 ausgelaufen. Stefanie Stoff-Ahnis, Vorstand des GKV-Spitzenverbandes, sagt dazu: »Versicherte profitieren nun in allen großen Bereichen der Heilmittelversorgung von den Möglichkeiten der Videobehandlung. Damit ist die Versorgung mit telemedizinischen Leistungen – auch unabhängig von der Corona-Pandemie – dauerhaft gesichert.«

Lediglich Hausbesuche, thermische Anwendungen und egotherapeutische Schienen können als telemedizinische Leistungen nicht durchgeführt werden. Zugelassene Ergotherapeut:innen können in dieser Form bis zu 30 Prozent aller Behandlungen pro Quartal als Videobehandlung erbringen.

 

Streit um Orientierungswerte

Rückzug der KBV aus den Gremien des G-BA 

Der GKV-Spitzenverband fordert den Gesetzgeber in einer Stellungnahme dazu auf, den niedergelassenen Ärzt:innen und Psychotherapeut:innen für die kommenden Jahre einen Inflationsausgleich vorzuenthalten. Die Kassenärztliche Bundesvereinigung reagierte daraufhin mit einer ersten Konsequenz und zog sich aus allen Gremien des Gemeinsamen Bundesausschusses zurück.

Außerdem sollen nach den Vorstellungen der Kassenseite der Orientierungswert für das Jahr 2024 auf dem Niveau 2023 und Punktwertzuschläge für die Jahre 2023 und 2024 auf dem Stand von 2022 eingefroren werden. »Der GKV-Spitzenverband geht wohl davon aus, dass seine Forderungen bei der Ampelkoalition und deren Gesundheitsminister Prof. Lauterbach auf offene Ohren treffen, und ignoriert kaltschnäuzig die Arbeit der niedergelassenen Kolleginnen und Kollegen und ihrer Teams«, sagt Dr. Andreas Gassen, Vorstandsvorsitzender der Kassenärztlichen Bundesvereinigung. »Das Verhalten des GKV-Spitzenverbandes dokumentiert, dass ihm die Versorgung der Menschen in unserem Land vollkommen egal ist. Dies kann von der KBV, den KVen und den Niedergelassenen nicht mehr toleriert werden.« In dem Streit steht Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach auf der Seite der Ärzt:innen. Er twitterte, dass er für das Anliegen der Kassen keine Begründung sehe.


EinBlick zum Hören: Der wöchentliche Podcast

Das neue Angebot ergänzt unseren EinBlick Newsletter.

 

EinBlick – Der Podcast präsentiert Ihnen die wichtigen gesundheitspolitischen Nachrichten der Woche immer Freitag mittags.
In gut zehn Minuten hören Sie, was in der vergangenen Woche eine Rolle gespielt hat und was in der folgenden Woche wichtig sein wird.

Zusammen mit den tieferen Analysen des Newsletters EinBlick, sind sie stets bestens auf dem Laufenden.

EinBlick – Der Podcast immer freitags, ab 12 Uhr in allen bekannten Podcastportalen.
Die aktuelle Folge finden Sie hier: www.einblick-newsletter.de 


Interview

 

Strukturierte Daten – für eine bessere Medizin!

Einblick sprach mit Dr. Peter Gocke über den Stand der TI-Anwendungen in der Charité

 

 

Dr. Peter Gocke

Der Mediziner war elf Jahre als Radiologe an der Universitätsklinik Essen tätig, in der er erfolgreich an der Digitalisierung der Radiologie mitwirkte. Von 2004 an verantwortete er als CIO in der Universitätsklinik Hamburg-Eppendorf den digitalen Umbau zum papierlosen Krankenhaus. Die Klinik erreichte die Auszeichnung EMRAM 7, die höchste Stufe des amerikanischen Reifegradmodells. 2012 wurde Gocke CIO bei amedes. Seit 2017 agiert er als Chief Digital Officer als Leiter der Stabsabteilung ›Digitale Transformation‹ der Charité – Universitätsmedizin Berlin.

 

 

Herr Dr. Gocke, wo stehen wir aktuell bei den TI-Anwendungen?
Wenn wir bedenken, dass das ganze Thema schon 18 Jahre alt ist, stehen wir noch ziemlich am Anfang. Wir haben gerade einmal die Grundfunktionen in Betrieb genommen, allerdings noch nicht in besonderer Stabilität. Wir sind aber guter Hoffnung, dass dies in den nächsten Monaten und Jahren besser wird.

Was funktioniert gut?
Da bin ich sehr zurückhaltend, denn in den meisten Funktionen gibt es immer wieder Hänger. Richtig gut läuft aktuell lediglich die Diskussion darüber, was wir brauchen –, und das gemeinsame Verständnis, gut zusammenarbeiten zu müssen, um das letztendlich zu erreichen. Die Pflichtanwendungen nutzen wir natürlich. Interessanter sind allerdings die Anwendungen, die man freiwillig machen darf, wie ein TI-Messenger, der wirklich hilft und eine ›State-of-the-Art-Kommunikation und -Kollaboration‹ darstellt. Das macht Spaß und funktioniert wirklich gut!

Wo sehen Sie Hindernisse und Verbesserungsbedarf?
Wir haben immer noch technologische Schwierigkeiten, weil das System ursprünglich für Arztpraxen designt wurde, nun aber auch in großen Krankenhäusern funktionieren soll. Da muss an vielen Stellen nachgebessert werden.
Wir sehen auch den Verfall von Zertifikaten. Das sind technische Probleme, die nicht richtig gelöst werden. Und wir sehen auch noch Spezifikationen, die unterschiedlich interpretiert werden. Das heißt, die ganze Komplexität in diesem System tritt jetzt genau an den Schnittstellen zutage und macht das Zusammenarbeiten schwierig. Ich glaube, wir müssen die Komplexität im System wieder reduzieren, um zu einem stabileren Betrieb zu kommen.

Welche digitalen Anwendungen nutzen Sie in der Charité?
Wir nutzen das Versichertenstammdatenmanagement zu fast 100 Prozent. Alle anderen Funktionen, auch wenn vorhanden, werden kaum nachgefragt. Bisher verlangt kein Patient Notfalldaten, ein E-Rezept oder eine elektronische Patientenakte, ePA. So sind wir auf der einen Seite froh, dass der Druck noch nicht so groß ist, auf der anderen Seite ist es natürlich schade, denn so ein System entwickelt sich natürlich nur, wenn es auch genutzt wird. Da müssen wir dringend hinkommen.

Wäre eine elektronische Fallakte eine Lösung?
Ich bin als Arzt kein Fan einer Fallakte, weil dies bedeutet, dass ich Selektionen treffen muss. Ich muss entscheiden, welche Dokumente dort hineingehören. Wenn ich eine Sache vergesse, haben die Kolleg:innen, die mitbetreuen sollen, gegebenenfalls eine wichtige Funktion nicht erhalten. Manchmal weiß ich auch gar nicht, was in einem Fall tatsächlich gebraucht wird. Außerdem nehmen an der Fallakte in der Regel kein Patient und keine Patientin teil – das halte ich für einen großen Fehler. Patient:innen müssen Bestandteil unserer digitalen Systeme werden. Wenn wir sie wirklich auf Augenhöhe in die Behandlung einbeziehen wollen, brauchen sie eine Patientenakte. Ich habe keine Angst davor, dass Patient:innen eventuell Inhalte der Akte verschwinden lassen. Warum sollten sie das tun? Das könnte heute auch schon mit dem berühmten Leitz-Ordner passieren. Hier entfernen Patient:innen auch nichts, weil sie Hilfe von uns möchten und wissen, dass wir diese Infos brauchen.

Was wollen wir in Zukunft erreichen, wenn wir auf digitale Anwendungen schauen?
Wir wollen nicht einfach nur die Digitalisierung, sondern eine bessere Medizin für unsere Patient:innen. Die Medizin von heute und morgen funktioniert nur unter der Verwendung von Daten – und zwar von strukturierten Daten, gemeinsamer Nutzung und in Echtzeit! Das sind die drei Punkte, die wir brauchen in unserem digitalen Gesundheitssystem. Das bedeutet auch, dass eine elektronische Akte kein PDF-Container bleiben darf, sondern sie muss strukturierte Daten enthalten. Daran wird gearbeitet, aber der Weg ist noch lang und steinig.

Das Gespräch können Sie zusammen mit weiteren Interviews vom 17.- Kongress für Gesundheitsnetzwerker #KFGN22 hier als Podcast EinBlick-nachgefragt anhören https://soundcloud.com/einblick-berlin-chemie/einblicknachgefragt-20221005


Startup-Telegram

 

Die App von Patronus Health entwickelt anhand der Herzfrequenzmessung einer Smart-Watch ein individuelles Trainingsprogramm, um Patient:innen körperlich, ernährungsspezifisch und psychisch optimal auf Operationen vorzubereiten. Dies zielt darauf ab, den Heilungsprozess zu beschleunigen und auf mögliche Komplikationen vorbereitet zu sein. So können Krankenhausaufenthalte verkürzt und Behandlungskosten gesenkt werden. https://www.patronus-health.com/

KardioIQ wertet EKGs mittels KI algorithmisch aus. Das aus einer Masterarbeit entstandene interdisziplinäre Team der Justus-Liebig-Universität Gießen und der TH Mittelhessen entwickelt aktuell gemeinsam ein Produkt für die schnelle und zuverlässige algorithmische Auswertung von EKGs. Diese Technologie soll zur Entscheidungsunterstützung im notfallmedizinischen, ambulanten und stationären Kontext eingesetzt werden, um die medizinische Versorgung zu verbessern. http://kardioiq.eu/

Im Kleine Riesen Haus in Nordhessen können Familien von schwer erkrankten bzw. palliativen Kindern und Jugendlichen die Pflege ihres Kindes erlernen, bis sie sich sicher sind bei der Beurteilung, Versorgung und Pflege. So gewinnen Eltern im Alltag mehr Sicherheit und Kompetenz, lernen auch mit häuslichen Krisen umzugehen, und die Lebensqualität der betroffenen Familien verbessert sich. https://www.kleine-riesen-nordhessen.de/

Diafyt ist ein Start-up aus Leipzig. Unter dem Namen difayt – Intelligentes Insulin Management verbirgt sich eine KI-basierte App für Menschen mit Diabetes Typ 1. Sie verbessert über eine automatisierte Berechnung der Insulindosis die Lebensqualität der betroffenen Menschen. http://diafyt.com


Meldungen

 

Ausgaben der GKV

Arzneimittel kein überdurchschnittlicher Ausgabentreiber

Die Ausgaben für Arzneimittel stiegen im Vergleich zu anderen Ausgaben der gesetzlichen Krankenversicherung GKV in den Jahren 2009 bis 2021 unterdurchschnittlich. Der allgemeine jahresdurchschnittliche Anstieg lag bei 4,2 Prozent, bei Arzneimitteln hingegen bei nur 3,7 Prozent. Eine Ausnahme bilden – so eine aktuelle Studie des IGES Instituts – die Corona-Jahre 2020/21.
Das Institut führte im Auftrag mehrerer Pharmaunternehmen eine Studie zur Entwicklung der Arzneimittelausgaben durch. Die Ergebnisse wurden im September 2022 präsentiert.

Bei den Ausgabenblöcken der GKV liegen die Aufwendungen für Arzneimittel im Vergleich der Jahre 2013 bis 2020 hinter den Ausgaben für die ambulante Versorgung. Aktuelle Zahlen von 2021 zeigen, dass auf den Krankenhausbereich 32,6 Prozent der Ausgaben entfallen. Danach folgen Arzneimittel (17,7 Prozent) und ambulante Versorgung (17 Prozent). Der Anteil der Ausgaben, der nach Mehrwertsteuer und den Aufwendungen für den Handel mit Arzneimitteln direkt auf die Pharmaunternehmen entfällt, liegt bei rund 12 Prozent.

Die IGES-Expert:innen haben die treibenden Faktoren der jährlichen Ausgabensteigerungen analysiert. Vor allem der Mehrverbrauch von Medikamenten ließ die Ausgaben in den vergangenen Jahren ansteigen. Ursachen sind der demographische Wandel, aber auch neue Behandlungsmöglichkeiten für bisher nicht therapierbare Krankheiten.

Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach hatte im März bei ›GKV NOW‹ – einer Diskussionsveranstaltung des GKV-Spitzenverbandes - darauf hingewiesen, dass nach seiner Wahrnehmung im Bereich der Arzneimittel in den letzten vier Jahren eine schwer begründbare Preis- und Gewinndynamik zu beobachten sei. Die Innovationskraft der pharmazeutischen Industrie sei unbenommen und nicht strittig, wie die erfolgreiche Entwicklung neuer Impfstoffe gegen SARS-CoV-2 beweise. Dennoch werde man hier »etwas machen müssen« und es bestehe Nachholbedarf. Diese Argumentationslinie wiederholte der Minister auch an anderer Stelle, und sie findet sich auch im Gesetzesentwurf für das GKV-Finanzstabilisierungsgesetz. In der öffentlichen Diskussion stehen hochpreisige innovative Arzneimittel als Ausgabentreiber für das Gesundheitswesen im Fokus.

Martin Albrecht, Ariane Höer, Norbert Gerbsch, Lukas Maag: Arzneimittelausgaben im gesamtwirtschaftlichen Kontext. Ökonomische Effekte innovativer Arzneimittel. IGES Institut, Studienbericht, Berlin, September 2022.

Hier können Sie den kompletten Studienbericht als PDF-Datei herunterladen

 

BVMed kritisiert Gesundheitsdaten-Nutzungsgesetz 

Patient:innen sollen über die Nutzung ihrer personenbezogenen Daten bestimmen können

Nach Ansicht des Bundesverbandes Medizintechnologie e.V. soll das im Koalitionsvertrag der Bundesregierung vorgesehene Gesundheitsdaten-Nutzungsgesetz die Innovationskraft Deutschlands durch eine bessere Datennutzung stärken.

Um die enormen Chancen bei der Nutzung von Gesundheitsdaten (EHDS) für die Gesundheitsversorgung im europäischen Raum auszuschöpfen, muss die nationale Regelung die »richtigen Weichen stellen«, heißt es in einem neuen Positionspapier des BVMed-Arbeitskreises Digitalisierung. »Dazu gehört eine angemessene Datennutzung für Unternehmen der industriellen Gesundheitswirtschaft«, sagt BVMed-Geschäftsführer und Vorstandsmitglied Dr. Marc-Pierre Möll. So ist es dem BVMed wichtig, dass Patient:innen »vollumfänglich über die Nutzung ihrer personenbezogenen Daten bestimmen können«.

Für das geplante Gesundheitsdaten-Nutzungsgesetz sieht die MedTech-Branche sechs wesentliche Punkte vor. Zum einen sollen Patient:innen die regulatorischen, technologischen und informationellen Möglichkeiten an die Hand gegeben werden, um vollumfänglich über die Nutzung ihrer personenbezogenen Daten bestimmen zu können. Zum anderen müssten forschende Gesundheitsunternehmen ausdrücklich zu den nutzungsberechtigten Institutionen gehören, die ein Antragsrecht auf die Nutzung von Abrechnungsdaten und medizinischen Routinedaten aus dem Forschungsdatenzentrum (FDZ) haben. Des Weiteren fordert der Verband, dass forschungsrelevante Datensätze für Unternehmen der MedTech-Branche nutzbar gemacht werden.

Auch die MedTech-Branche setzt sich dafür ein, dass bei Aufbau und Nutzung von Datenräumen die etablierten Standards der International Data Spaces (IDS) Association berücksichtigt werden. Als fünften Punkt nennt der Verband den Einsatz moderner Technologien zum Schutz der Daten. So könne durch Investitionen in moderne Technologien zur Anonymisierung, Pseudonymisierung oder Datensynthetisierung die Akzeptanz erhöht und der Schutz der persönlichen Daten gewährleistet werden. Und zum Schluss fordern die Technologieexpert:innen Interoperabilität und internationale Standards.

 

Studie zu Notaufnahmen an Kliniken

Bessere Patientensteuerung und Ausstattung in der Notfallversorgung zwingend notwendig

Die Zentralen Notaufnahmen (ZNA) in deutschen Kliniken sind überlastet. Eine in der Öffentlichkeit weit verbreitete These besagt, dass viele der Patient:innen in den ZNA falsch am Platz sind und genauso gut ambulant und mit weniger Kosten behandelt werden könnten. Eine aktuelle Studie, die vom Team von Professor André Gries, dem Leiter der ZNA am Universitätsklinikum Leipzig, im Ärzteblatt veröffentlicht wurde, wartet dazu mit konkreten Ergebnissen auf.

Rund 60 Prozent der von niedergelassenen Ärzt:innen zugewiesenen Patient:innen werden nach einer Untersuchung in der Notaufnahme wieder nach Hause geschickt. Bei den Selbsteinweiser:innen werden immerhin 16 Prozent stationär weiterbehandelt. Gries ist Sektionssprecher Klinische Akut- und Notfallmedizin der Deutschen Interdisziplinären Vereinigung für Intensiv- und Notfallmedizin (DIVI).

Für die Studie wurden 34.000 Patientenfälle des Universitätsklinikums Leipzig retrospektiv untersucht. 47,7 Prozent wurden durch einen Rettungs- und Notarztdienst, 7,6 Prozent durch einen Arzt eingewiesen. Weitere 44,7 Prozent waren Selbsteinweiser:innen. »Interessant ist zum Beispiel, dass 16 Prozent der Selbsteinweiser auch stationär aufgenommen werden mussten, während die stationäre Aufnahmerate bei durch Ärzte zugewiesenen Patienten bei nur rund 40 Prozent liegt«, erläuterte Gries bei der Vorstellung der Studie. Also wurden rund 60 Prozent der eingewiesenen Patient:innen nach einer Untersuchung in der Notaufnahme wieder nach Hause geschickt.

Ein Grund dafür sei häufig fehlende Ausstattung in den Praxen, wenn dort etwa Röntgen- oder Ultraschalluntersuchungen nicht durchgeführt werden könnten. »Die Einweisung in die ZNA dient dann meist der Ausschlussdiagnostik und hat nicht das Ziel der stationären Aufnahme«, so das Resümee des Studienleiters. Selbst durch den Notarzt eingewiesene Patient:innen könnten in fast 30 Prozent der Fälle die ZNA nach einer Abklärung durch das Team vor Ort wieder verlassen.

Damit die Überlastung der Notaufnahmen in ganz Deutschland abnimmt, bedarf es einer besseren Patientensteuerung sowie einer besseren Ausstattung. »Wir benötigen eine entsprechende Finanzierung bzw. eine Verschiebung der finanziellen Mittel. Wenn wir die Notfallversorgung neu denken und zum Beispiel den Vorschlag des Sachverständigenrats 2018 aufgreifen würden, sogenannte Notfall-Zentren zu entwickeln, dann könnte man die Notaufnahmen auch so ausstatten, dass sie alle akuten Patient:innen adäquat behandeln können – unabhängig davon, ob sie anschließend wieder nach Hause gehen oder nicht«, erklärte Prof. Gries in einer Pressemitteilung der DIVI.

Hier finden Sie die komplette Studie im Ärzteblatt https://www.aerzteblatt.de/archiv/226406/Zentrale-Notaufnahme

 

Neues aus der Wissenschaft

Hergestellte Zellen könnten chronische Entzündungen bekämpfen 

Wissenschaftler:innen des Leibniz-Instituts für Immuntherapie (LIT) haben eine neue Art synthetischer Biosensoren entwickelt, mit deren Hilfe Treg-Zellen zu intelligenten ›smart‹ Tregs umprogrammiert werden können. Die so modifizierten Zellen sollen entzündetes Gewebe aufspüren und regenerativ reagieren können. Der therapeutische Ansatz soll nun in weiteren präklinischen Krankheitsmodellen überprüft werden.

Fünf bis acht Prozent der Weltbevölkerung leiden an einer Autoimmunerkrankung. Autoimmunität bezeichnet eine fehlgeleitete Immunreaktion gegenüber dem eigenen Körper. Sie basiert auf einer fehlerhaften Unterscheidung des Immunsystems zwischen körpereigenen Strukturen und potenziell gefährlichen Angreifern wie Bakterien, Pilze und Viren. Eine der wichtigsten Kontrollinstanzen zur Sicherstellung der Toleranz des Immunsystems gegenüber dem eigenen Körper sind sogenannte regulatorische T-Zellen (Treg-Zellen). Sie erkennen gezielt körpereigene Strukturen, modulieren die Funktion anderer Immunzellen und verhindern auf diese Weise die Entstehung von Autoimmunerkrankungen.

Forschungsarbeiten der letzten Jahre konnten zeigen, dass Treg-Zellen für Therapieansätze gegen Krankheiten wie rheumatoide Arthritis, Typ-1 Diabetes und chronisch entzündliche Darmerkrankungen geeignet sind. Zudem kann durch den Einsatz von Treg-Zellen bei Organ- und Stammzelltransplantationen auch die Abstoßungsreaktion gegenüber dem Transplantat vermindert werden. Wissenschaftler:innen der Abteilung für Immunologie am Leibniz-Institut für Immuntherapie haben nun eine neue Art synthetischer Biosensoren, sogenannte artifizielle Immunrezeptoren (AIRs) entwickelt, mit deren Hilfe Treg-Zellen zu intelligenten ›smart‹ Tregs umprogrammiert werden können. So könnten die neuen Biosensoren möglicherweise für mehrere medizinische Indikationen eingesetzt werden. »Daher soll der therapeutische Einsatz dieser modifizierten Treg-Zellen in den nächsten Monaten in weiteren präklinischen Krankheitsmodellen wie etwa zu Morbus Crohn, einer chronisch entzündlichen Darmerkrankung, getestet werden«, sagt Prof. Markus Feuerer, Immunologe und Wissenschaftler am LIT.


Bemerkt

 

»Die Pflege braucht mehr Befugnisse. Es geht uns dabei nicht um ärztliche Aufgaben, wir wollen niemandem etwas wegnehmen. Es geht uns darum, dass Pflegende ihren Beruf souverän ausüben können.«

Christine Vogler, Vorsitzende des Deutschen Pflegerates, bei der Eröffnung des Deutschen Pflegetages.

Grundlage dafür sei ein allgemeines Heilberufegesetz, wie es im Ampel-Koalitionsvertrag auch angekündigt ist.
Nach Angaben von Vogler fehlen in den Kliniken rund 20.000 Pflegekräfte und in der ambulanten und stationären Altenpflege 65.000 bis 70.000. In der ambulanten Pflege sei der Mangel an Personal besonders prekär.

 


Weiterlesen

 
Wir wollen im EinBlick neben einem Überblick zu Themen der Gesundheitsnetzwerker auch einen Blick auf Debatten und Dokumente werfen.

Nutzen eines risikobasierten Brustkrebs-Screenings noch unklar

Ob ein risikobasiertes Brustkrebsscreening gegenüber dem altersbasierten Früherkennungsprogramm Vorteile hat, untersuchte nun das Austrian Institute for Health Technology Assessment (AIHTA). Das Ergebnis: Derzeitige Vorhersagemodelle können das individuelle Brustkrebsrisiko nicht zufriedenstellend verifizieren.

Große laufende Studien werden belastbare Daten liefern, ob Frauen gesundheitliche Vorteile gegenüber der herkömmlichen Praxis erwarten können. „Ein solches System braucht jedenfalls umfassende Vorbereitungen. Lediglich Risikofaktoren abzufragen, ohne über weitere Konsequenzen nachzudenken, hat für Frauen keinen Nutzen“, sagt Ingrid Zechmeister-Koss, stellvertretende Leiterin des AIHTA. Nun gibt es von der Österreichischen Gesundheitskasse (ÖGK) und der Ärztekammer Überlegungen, Änderungen im bisherigen Brustkrebsfrüherkennungsprogramm vorzunehmen – etwa ein Risikoassessment anzubieten. Das AIHTA wurde deshalb damit beauftragt, die Qualität von Risikovorhersagemodellen und den Nutzen eines risikobasierten Screenings in einer systematischen Übersichtsarbeit zu untersuchen. Darüber hinaus wurden auch die organisatorischen Voraussetzungen für die Einführung eines solchen Programms ermittelt.

Hier kommen Sie zur direkt zur Publikation https://eprints.aihta.at/1402/


Empfehlung

 

Technologische Selbstoptimierung – wie weit dürfen wir gehen?

Diese Frage beantworten die Philosoph Markus Rüther und Jan-Hendrik Heinrichs in ihrem neuen Buch. Dabei geben sie Orientierung bei moralischen Fragen, die sich immer mehr junge Menschen stellen. Sie befassen sich mit Schönheitsoperationen, funktionalen Implantaten, dem Gehirndoping oder der künstlichen Verlängerung des Lebens. Die Autoren beschreiben, welche Technologien bereits verfügbar sind und welche Innovationen in der Zukunft bereitstehen könnten. Dabei geben sie Einblicke in eine oft unzugängliche, hochspezialisierte philosophische Debatte.

Weitere Informationen finden Sie hier https://link.springer.com/book/10.1007/978-3-662-65354-8


Zuletzt:

 

Jüngere Menschen leiden häufiger und stärker an Kopfschmerzen

Jüngere Menschen sind besonders stark von Kopfschmerzen betroffen. Das zeigt eine aktuelle Auswertung der Techniker Krankenkasse (TK). In der bundesweiten Befragung gaben Menschen zwischen 18 und 39 Jahren an, dass sie mindestens einmal im Monat mit Kopfschmerzen zu kämpfen hätten. Von den über 60-Jährigen ist nur etwa ein Fünftel betroffen. Viele junge Menschen fühlen sich deshalb in ihrem Alltag von den Schmerzen belastet. So gibt jede:r zehnte von Kopfschmerz Betroffene zwischen 18 und 39 Jahren an, dass die Beschwerden die Lebensqualität sehr stark einschränkten.

Oft kennen von Kopfschmerz Betroffene die Auslöser für ihre Schmerzen. Besonders häufig werden dabei Gründe wie Muskelverspannungen im Nacken oder Rücken (70 Prozent), zu wenig Flüssigkeit zu sich genommen (66 Prozent) sowie zu wenig oder schlechter Schlaf (57 Prozent) genannt. Die Befragten zwischen 18 und 39 Jahren führen die Beschwerden zudem häufiger auf ihre Mediennutzung zurück als ältere Altersgruppen: So glauben 40 Prozent, dass eine lange Beschäftigung am Computer ihre Kopfschmerzen auslöst. 16 Prozent haben die lange Nutzung des Smartphones im Verdacht.

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