Berlin-Chemie Newsletter vom 10. Juni 2021

Berlin-Chemie Newsletter vom 10. Juni 2021

Interview:

  • Digitale Terminplattform für Praxen
    EinBlick sprach mit Dr. med. Shabnam Fahini-Weber über die Software dubidoc

Kurzstrecke:

  • Bestmögliche Versorgung für Menschen mit Diabetes
    Virtuelle Fortbildungen und Onlineangebote

  • Grünes Licht für Covid-19-Impfungen bei Kindern
    Eltern dürfen entscheiden

  • Deutschland liegt bei Einführung neuer Medikamente in Europa vorn
    Europäischer Pharmaverband legt W.A.I.T.-Untersuchung vor

Young Health:

  • Trends in der Elektrotechnik und beim Global Health Hub Germany
    EinBlick sprach mit Pia Graß, Managerin Public Affairs Medizintechnik beim ZVEI

Start-up Telegram

Meldungen:

  • Jens Spahn über den siebten Pflegebericht
    »Wir haben in den letzten Jahren wichtige Weichen gestellt.«

  • AOK-Bundesverband zeigt
    Klarer Zusammenhang zwischen Rauchen und COPD

  • Zum MDR-Geltungsbeginn
    Wird die Wettbewerbsfähigkeit europäischer Hersteller eingeschränkt?

  • Fünfstellige Anzahl unbekannter Viren- und Bakterienstämme entdeckt
    Chance auf neue Medikamente und Antibiotika

  • Tricksereien bei den Krankenkassen
    Schwere Vorwürfe gegen Barmer und KV Berlin


Die EinBlick-Familie wächst

 

Am 18. Juni startet unser neuer Podcast EinBlick – nachgefragt. Darin finden Sie Interviews – die unter anderem in unserem EinBlick Newsletter nachzulesen sind – sowie Diskussionsrunden mit Expert:innen des Gesundheitswesens. EinBlick – nachgefragt ist die ideale Ergänzung zu EinBlick – Der Podcast und unserem EinBlick-Newsletter mit tieferen Analysen.

EinBlick – Der Podcast präsentiert die wichtigsten Nachrichten aus dem Gesundheitswesen immer freitags um 12 Uhr. Die rund zehnminütigen Folgen greifen auf, was in der vergangenen Woche gesundheitspolitisch relevant war und geben einen Ausblick auf kommende Ereignisse.

Mit EinBlick – Der Newsletter informiert Sie das Gesundheitsmanagement der BERLIN- CHEMIE über die Hintergründe der aktuellen gesundheitspolitischen Themen. Der Newsletter erscheint alle drei Wochen mit Nachrichten hinter der Schlagzeile und hält Sie so über die Entwicklungen auf dem Laufenden.

Hier kommen Sie zur EinBlick Übersichtsseite: www.einblick-newsletter.de


Interview

 

Digitale Terminplattform für Praxen

Einblick sprach mit Dr. med. Shabnam Fahini-Weber über die Software dubidoc

 

 

Dr. med. Shabnam Fahini-Weber

ist HNO-Ärztin, Gründerin und Gesellschafterin der HNO-Praxis-Ruhr in Essen. Daneben agiert sie als Geschäftsführerin der ENT-Research GmbH, einer Gesellschaft zur Durchführung klinischer Studien, die sie 2010 gegründet hat. Über die im Jahr 2016 gegründete Takuta GmbH entwickelt sie mit dubidoc eine innovative Terminsoftware für Arztpraxen. Dr. Fahini-Weber ist Dozentin, Autorin und Mitglied in diversen Kommissionen.

 

 

 

Was war der Grund, dubidoc zu gründen, und seit wann gibt es diese Plattform?
Die Software dubidoc ist aus alltäglichen Herausforderungen entstanden. Unsere Praxis hat ein enormes Wachstum hinter sich, von circa 500 Behandlungen pro Quartal auf nunmehr 8000. Dieses Wachstum brachte unglaubliche Anforderungen an unsere Infrastruktur mit sich. Wir wollten verschiedene Prozesse verbessern, beispielsweise im Terminmanagement und in der Kommunikation mit Patient:innen. Dafür haben wir uns einige Produkte angeschaut, aber das, was wir wollten, gab es nicht. So haben wir uns mit Technikern und Entwicklern zusammengesetzt und 2016 entschlossen, ein eigenes Programm zu entwickeln.

Wie kann man dubidoc nutzen?
Die Plattform hat zwei Seiten, zum einen für die Praxis, zum anderen für Patient:innen. Auf der Praxisseite versuchen wir, die gesamte Organisation der Anmeldung, wie die Terminverwaltung und den Versand von Informationen, in eine digitale Form zu transferieren. Dies beinhaltet sehr viele Automatismen. So brauchen die Mitarbeiter:innen an der Anmeldung nicht alle Details im Kopf zu haben, die wir Behandler:innen wünschen, das übernimmt das System. Es vergibt Termine intelligent, verteilt die Ressourcen und priorisiert. Auf der Patientenseite zeigt sich ein enormer Vorteil, weil Erkrankte rund um die Uhr auf alle freien Termine zugreifen können. Zudem werden aktuelle Themen berücksichtigt: So haben wir zum Beispiel in der Pandemiezeit ein virtuelles Wartezimmer aufgebaut, das genau anzeigt, wie viel Minuten die Wartezeit beträgt. 15 Minuten vor dem tatsächlichen Termin wird eine Erinnerung per SMS verschickt. So kann die Zeit sinnvoll genutzt werden, niemand braucht sich unnötig in der Praxis aufzuhalten.

Wie viele Personen umfasst das Team, gab es Wachstum aufgrund der aktuellen Pandemie?
Wir sind rund 13 Personen und einige Freelancer, die im Marketing arbeiten. In der letzten Zeit sind wir aufgrund zweier Bereiche, der Software für die Wartezimmerfunktion und der für das Terminmanagement mit den Testzentren, tatsächlich gewachsen. Wichtig war uns, das virtuelle Wartezimmer nicht nur als eigenständige Anwendung zu nutzen, sondern in sämtliche Arbeitsabläufe zu integrieren. So lässt sich daraus die Akte der Patient:innen öffnen, ferner kann man aus der Akte heraus auch dubidoc öffnen usw. – diese Verknüpfungen war uns sehr wichtig.

Welche digitalen Lösungen oder Innovationen braucht das Gesundheitswesen, um effektiv und bezahlbar zu bleiben?
Aus meiner Sicht gibt es viele spannende Innovationen. Allerdings sollte sich jede:r einmal in die Lage der Ärzt:innen versetzen: Uns werden extrem viele Lösungen angeboten, die wir gar nicht alle ad hoc bewerten können. Wir haben volle Sprechstunden zu bewältigen – daneben die aktuellen Impfungen – und wir können uns nicht mit allen Neuerungen beschäftigen. Daher muss man wirklich abwägen, welche Innovationen sowohl Ärzt:innen als auch Patient:innen Mehrwerte bringen. Alles, was die administrative Last reduziert, bei Ärzt:innen sowie den Medizinischen Fachangestellten (MFA), und alles, was die Kommunikation unterstützt, damit Patient:innen wichtige medizinische Leistungen einfacher und schneller erhalten, ist wertvoll. Daneben gibt es bereits einige therapeutische Helfer im Markt, die ich sehr interessant finde.

Welche Pläne hat dubidoc für die Zukunft?
Unsere Roadmap ist voll, wir haben viel vor! Zurzeit geht es um die Möglichkeit, wie wir die MFA in der Anmeldung mithilfe einer Check-in-Station entlasten können.
Daneben wollen wir weitere Softwarelösungen integrieren, um mit Patient:innen über zusätzliche Kanäle zu kommunizieren. Ferner fokussieren wir uns auf einen Investor, der uns unterstützen soll. Bislang waren wir nur eigenfinanziert durch Familie und Freunde, doch wir glauben, Wachstum tut gut, und wollen als nächsten Schritt unsere Zukunft mit einem Partner gestalten – und zwar noch in diesem Jahr.


Kurzstrecke

 

Bestmögliche Versorgung für Menschen mit Diabetes

Virtuelle Fortbildungen und Onlineangebote

Die BERLIN-CHEMIE AG erweitert ihr digitales Angebot, damit Menschen mit Diabetes auch in Zeiten von Corona bestmöglich versorgt sind. So bietet das Unternehmen seine bereits etablierten Schulungsformate nun auch in digitaler Form an. Daneben ermöglichen neue Formate insbesondere für Diabetesfachkräfte eine innovative und interaktive Weiterbildung, von der dann auch Patient:innen im Umgang mit ihrer Erkrankung profitieren. Einen Überblick der vielfältigen Aktivitäten bietet das neue Onlineportal Diabetes www.diabetes.berlin-chemie.de.

Einmal im Monat befasst sich eine virtuelle Diskussion Dia:cussion mit ›Reizthemen‹ in der Diabetologie. Für diese gemeinsame Fortbildung mit Medical Tribune erhalten Teilnehmende im Nachgang Fortbildungspunkte. Mit dem Verlag Kirchheim werden Diabetesschulungskräfte für Online-Schulungen per Video ausgebildet. Der DiaChannel Newsletter hält für Hausärzt:innen monatlich interessante Informationen aus der Diabetologie bereit.
Hier können Sie sich anmelden: https://diabetes.berlin-chemie.de/newsletter

 

Grünes Licht für Covid-19-Impfungen bei Kindern

Eltern dürfen entscheiden

Die EU-Arzneimittelbehörde EMA hat am 28. Mai 2021 den Impfstoff von Biontech/Pfizer für Kinder von 12 bis 15 Jahren befürwortet. Die formale Zulassung durch die EU- Kommission und die Prüfung der Ständigen Impfkommission (STIKO) stehen noch aus. Ein Grund dafür ist die noch unzureichende Datenlage zu Risiken und Nutzen der Impfung bei Kindern und Jugendlichen, so Dr. Klaus Reinhardt, Präsident der Bundesärztekammer. Eltern sollen nicht zur Impfung gedrängt und die Teilnahme am Präsenzunterricht darf nicht von einer Impfung abhängig gemacht werden. Ferner ist eine Impfung lediglich aus Gründen der Herdenimmunität kein Grund.

»Die Risiken müssen durch Eilverfahren sorgfältig abgewogen werden«, betonte Jörg Dötsch, Präsident der Deutschen Gesellschaft für Kinder- und Jugendmedizin (DGKJ) im Gespräch mit Focus Online.

 

Deutschland liegt bei Einführung neuer Medikamente in Europa vorn

Europäischer Pharmaverband legt W.A.I.T.-Untersuchung vor

Neue Medikamente sind im europäischen Vergleich in Deutschland am schnellsten verfügbar, stellte der europäische Pharmaverband EFPIA fest. Von mehr als 150 neuen Präparaten aus den Jahren 2016 bis 2019 waren in Deutschland fast 90 Prozent verfügbar. Europaweit liegt dieser Wert lediglich bei nur knapp der Hälfte aller neuen Präparate. Innovative Arzneimittel stehen in Deutschland durchschnittlich 50 Tage nach Zulassung für die Verordnung zur Verfügung. Zum Vergleich: In der Schweiz dauerte es 87 Tage, in England 297 und in Frankreich 474.

Dieser Spitzenplatz sei kein Zufall, sondern die Folge von Strukturentscheidungen, teilte der Verband forschender Arzneimittelhersteller, kurz vfa, mit. Neue Arzneimittel würden sofort nach Zulassung von den Kassen erstattet – Rabatte erst später ausgehandelt. Diese Verlässlichkeit des Verfahrens führe dazu, dass in Deutschland viele Präparate frühzeitig zur Verfügung stehen.

»Ändere niemals ein Verfahren, das funktioniert«, mahnte vfa-Präsident Han Steutel. Für die Patient:innen sei es wichtig, dass neue Arzneimittel schnell nach Zulassung für die Therapie zur Verfügung stehen.

Die sogenannte ›W.A.I.T.-Untersuchung‹ (Waiting toAccessInnovativeTherapies)wird jährlich von der EFPIA durchgeführt. In der aktuellen Erhebung wurden 152 Arzneimittel aus 34 Ländern (24 EU und 10 Nicht-EU) in einem 4-Jahreszeitraum (2016-2017-2018-2019) analysiert.


EinBlick zum Hören: Der wöchentliche Podcast

Das neue Angebot ergänzt unseren EinBlick Newsletter.

 

EinBlick – Der Podcast präsentiert Ihnen die wichtigen gesundheitspolitischen Nachrichten der Woche immer Freitag mittags.
In gut zehn Minuten hören Sie, was in der vergangenen Woche eine Rolle gespielt hat und was in der folgenden Woche wichtig sein wird.

Zusammen mit den tieferen Analysen des Newsletters EinBlick, sind sie stets bestens auf dem Laufenden.

EinBlick – Der Podcast immer freitags, ab 12 Uhr in allen bekannten Podcastportalen.
Die aktuelle Folge finden Sie hier: www.einblick-newsletter.de 


young health

 

Trends in der Elektrotechnik und beim Global Health Hub Germany

 

 

Pia Graß

hat in Bielefeld, Maastricht und Bogotá Health Communication und Global Health studiert und arbeitet aktuell als Managerin Public Affairs Medizintechnik im Leitmarkt Gesundheit des Zentralverband Elektrotechnik- und Elektronikindustrie ZVEI e.V.
Zuvor hat sie in einer Beratungsfirma für strategische politische Kommunikation gearbeitet. Außerdem engagiert Pia Graß sich bei Hashtag Gesundheit e.V. und ist Lenkungskreisvertreterin der Akteursgruppe Wirtschaft im Global Health Hub Germany.

 

 

Sie sind beim ZVEI Managerin Public Affairs für Medizintechnik. Welche Rolle spielt der ZVEI im Gesundheitswesen?
Der ZVEI hat verschiedene Leitmärkte, von denen einer die Gesundheit ist. Die Mitglieder im ZVEI-Fachverband Elektromedizinische Technik sind Hersteller von elektromedizinischen Investitionsgütern zum Beispiel aus den Bereichen Diagnostik, Bildgebung, Patientenmonitoring - oder auch aktuell sehr präsent Beatmungsgeräte und Lungenmonitoring. Innovative Medizintechnik kann also im Zweifel lebensrettend sein und ist auch oftmals Voraussetzung für viele Therapien.

Welche Trends und Herausforderungen in der Elektrotechnik gibt es aktuell für das Gesundheitswesen?
Unsere Bevölkerung wird im Durchschnitt zunehmend älter und chronische Erkrankungen nehmen zu. Das beeinflusst auch, wie wir uns – jetzt und in Zukunft – gesund halten, versorgen und pflegen. In der Elektrotechnik werden Lösungen erarbeitet, um diesen Herausforderungen begegnen zu können. Das sind dann zum einen medizinische Innovationen aus den oben genannten Bereichen, aber auch Lösungen in den Bereichen Smart-Home und Consumer Electronics, die Patienten:innen dabei unterstützen, trotz gesundheitlicher Beeinträchtigungen ein selbstbestimmtes Leben zu führen.

Der ZVEI beschäftigt sich viel mit Digitalisierung und der Datennutzung im Gesundheitswesen. Was macht der ZVEI genau?
Der ZVEI sieht sich mit seinen technischen Lösungen als Puzzleteil in der großen digitalisierten Gesundheitsversorgung. Ganz praktisch gesagt: Damit Versorgung möglichst fließend verlaufen kann, brauchen wir eine vernetzte digitalisierte Gesundheitsinfrastruktur, die Sektorengrenzen überwindet und alle Akteure miteinander verbindet. Erste Schritte wurden hierfür schon mit der Telematikinfrastruktur gegangen, jedoch fehlt es weiterhin an einer klaren Strategie mit definierten Zielen, damit auch alle Akteure in dieselbe Richtung laufen.

Zum Thema Datennutzung: Moderne Gesundheitsversorgung bedeutet auch, dass Gesundheitsversorgung zunehmend individualisiert stattfindet – also nicht nur eine einzige Behandlungs- oder Therapieart für alle, sondern diese ist wirklich abgestimmt auf die jeweilige Patientin oder den jeweiligen Patienten. Zum einen sind Daten über die gesundheitlichen Hintergründe der betreffenden Person hierfür sehr relevant. Zum anderen ist der Zugang zu verlässlichen Gesundheitsdaten für unsere Mitglieder aber auch Voraussetzung für die Forschung und Entwicklung von neuen Technologien, beispielsweise für KI-Anwendungen für Medizintechnik, aber auch für die Optimierung bestehender Lösungen.

Neben der Arbeit engagieren Sie sich im Global Health Hub Germany, ein Netzwerk von Akteur:innen im Gesundheitswesen, gefördert durch das BMG. Was sind die Ziele des GHHG?
Der GHHG ist ein Netzwerk für alle Akteure, die sich für das Thema „Global Health“ interessieren. Hierbei wird der Austausch untereinander gefördert, es entstehen neue Partnerschaften oder auch Projekte in den Arbeitsgruppen. Globale Herausforderungen können wir nur gemeinsam bewältigen – das sehen wir jetzt deutlich bei der Covid-19- Pandemie. Ich finde es deshalb besonders beeindruckend, dass im Hub Personen und Institutionen unterschiedlichster Bereiche zusammenarbeiten, zum Beispiel aus der Wissenschaft, Zivilgesellschaft, Politik, dem Jugendbereich, oder wie ich aus der Wirtschaft. Um in Zukunft besser auf gesundheitliche Krisen vorbereitet zu sein beziehungsweise diese bestenfalls zu verhindern, muss Gesundheit ein Querschnittsthema in allen politischen Bereichen werden. Im Hub wird dieser „Health-in- all-policies“-Ansatz schon sehr gut gelebt.


Startup-Telegram

 

Das Start-up Ebenbuild erstellt im Vorfeld einer künstlichen Beatmung bei Intensivpatient:innen einen digitalen Zwilling der Lunge. Eine KI schlägt – basierend auf einer Vielzahl an Daten – bestimmte Einstellungen für das Beatmungsgerät vor. Diese können an der digitalen Zwillingslunge systematisch getestet werden. Das Modell zur Personalisierung und Verbesserung der Beatmung befindet sich noch in der Testphase, läuft aber schon in einem fortgeschrittenen Prototypenstadium in einigen Testkliniken. Für 2023 ist der Markteintritt geplant. https://www.ebenbuild.com/

Qrago ist eine digitale Lösung zur Organisation, Planung, Vermittlung und Durchführung von Patient:innentransporten. Die Plattform ersetzt das Telefon durch eine digitale Kommunikation zwischen Kliniken und Transportunternehmen. Der Informationsaustausch basiert auf Live-Daten. Pflegekräfte können rasch, und zwar rund um die Uhr, Transporte bestellen, jeder Status ist kontinuierlich sichtbar. Die Transportunternehmen erhalten ihre Aufträge online und die Dokumentation und Abrechnung der Transporte ist für alle Anwender inklusive. https://www.qrago.de/

Das Unternehmen Opus Novo hat die häusliche bzw. private Pflege und dabei insbesondere die Sturzgefahr im Fokus. Die neu entwickelte multifunktionelle Leuchte „Elly“ inklusive Orientierungslicht macht nächtliche Wege in Haus und Wohnung sicherer. Eine App informiert Angehörige über das Aufstehen der Pflegebedürftigen. Mittels Bewegungssensoren wird nur die Bewegung außerhalb des Bettes erfasst. Dadurch werden Lichtpunkte aktiviert, die den Weg zur Tür oder Toilette weisen. Daneben erfolgt ein Signal an das Smartphone. Die Technologie benötigt keine Kamera und sichert so die Privatsphäre der Pflegebedürftigen. Die multifunktionelle Leuchte ist ab 1. Juni hier erhältlich: www.opus-novo.com.


Meldungen

 

Jens Spahn über den siebten Pflegebericht

»Wir haben in den letzten Jahren wichtige Weichen gestellt.«

Das Bundesministerium für Gesundheit (BMG) hat seinen siebten Pflegebericht veröffentlicht. Ein Ergebnis des Berichts: Von den eingeleiteten Pflegereformen hätten laut Gesundheitsministerium Pflegebedürftige wie Pflegekräfte stark profitiert.

»Pflegebedürftige und Pflegekräfte brauchen gleichermaßen unsere Unterstützung«, sagte Bundesgesundheitsminister Jens Spahn im Rahmen der Veröffentlichung des siebten Pflegeberichts, den das Bundeskabinett Mitte Mai verabschiedete. Spahn betonte, dass die Politik in den letzten Jahren wichtige Weichen gestellt habe. Nun würde es darum gehen, den Pflegeberuf langfristig attraktiv zu halten, ohne die Pflegebedürftigen zu überlasten.

Der aktuelle Pflegebericht beinhaltet alle wichtigen politischen Entscheidungen im Zeitraum von 2016 bis 2019. So thematisiert der Bericht die drei Pflegestärkungsgesetze (PSG I bis III), das Pflegeberufegesetz, die Konzertierte Aktion Pflege (KAP) sowie das Pflegepersonal-Stärkungsgesetz (PpSG).

In den Jahren 2015 bis 2017 hat die Politik mit den drei Pflegestärkungsgesetzen (PSG I bis III) die bisher größte Reform der Pflegeversicherung eingeleitet. Die wichtigsten Ergebnisse wurden im Bericht dargestellt. Die Verfasser:innen des Berichts betonen, dass die Zahl der Anspruchsberechtigten auf Leistungen der sozialen Pflegeversicherung deutlich angestiegen ist. So konnten allen Pflegebedürftigen ein gleichberechtigter Zugang zu den Leistungen der Pflegeversicherung ermöglicht werden – unabhängig davon, ob sie körperlich, kognitiv oder psychisch beeinträchtigt sind. Des Weiteren wurde in dem Bericht die Konzertierte Aktion Pflege aufgegriffen. Die ehemalige Familienministerin Franziska Giffey, Arbeitsminister Hubertus Heil und Gesundheitsminister Jens Spahn starteten die KAP 2018, um Ausbildungs-, Arbeits- und Entlohnungsbedingungen im Pflegesektor zu verbessern und damit insgesamt die Attraktivität des Pflegeberufs zu steigern. Zum PpSG heißt es im Bericht, dass mithilfe des Sofortprogramms zusätzliche Stellen für Pflegefachkräfte in der vollstationären Pflege umgesetzt wurden sowie die Situation um die Gehälter für Pflegekräfte verbessert wurde.

 

AOK-Bundesverband zeigt

Klarer Zusammenhang zwischen Rauchen und COPD

Etwa jede:r vierte Erwachsene in Deutschland raucht, teilt die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) mit. Der AOK-Bundesverband (AOK-BV) hat nun im Rahmen seines ›Gesundheitsatlas COPD‹ Raucher:innen mit COPD-Erkrankten verglichen: In Regionen mit einem hohen Anteil an Raucher:innen sind mehr Menschen von der chronischen Lungenkrankheit COPD (Chronic Obstructive Pulmonary Disease) betroffen als in Regionen mit weniger Raucher:innen.

Der Anteil der COPD-Erkrankten bei Menschen ab 40 Jahren liegt in Regionen, in denen laut Statistischem Bundesamt besonders viele Raucher:innen leben, bei 7,8 Prozent, während er in Regionen mit besonders niedrigem Anteil nur bei 6,3 Prozent liegt. Im Vergleich der Bundesländer untereinander ist der Anteil der COPD-Erkrankten in Baden- Württemberg mit 5,8 Prozent am niedrigsten, gefolgt von Sachsen (6,0 Prozent) und Bayern (6,2 Prozent). Den höchsten Anteil hat Berlin mit 8,6 Prozent, gefolgt von Nordrhein-Westfalen (8,4 Prozent) und dem Saarland (8,1 Prozent). Auch demographische Unterschiede untersuchte das Wissenschaftliches Institut der AOK (WIdO). So steigt die Häufigkeit der Erkrankung mit zunehmendem Alter. Bei alten Menschen waren 16,4 Prozent der Männer und 11,6 Prozent der Frauen betroffen. »Die Unterschiede zwischen den Geschlechtern können durch das unterschiedliche Rauchverhalten bei Männern und Frauen erklärt werden«, sagt Helmut Schröder, stellvertretender Geschäftsführer des WIdO. »In den vergangenen Jahren und Jahrzehnten war der Raucheranteil in Deutschland unter den Männern stets deutlich höher als unter den Frauen.«

Dabei ist das Rauchen das größte vermeidbare Gesundheitsrisiko, sagt Michaela Goecke, Leiterin des Referats Suchtprävention der BZgA. Die Erkrankung COPD wird in den meisten Fällen durch das Rauchen verursacht, jedoch stellte das WIdO auch fest, dass eine höhere Feinstaubbelastung Auswirkungen auf die Verteilung der COPD-Prävalenz hat. In den Regionen Deutschlands mit der laut Umweltbundesamt niedrigsten Feinstaubbelastung beträgt die Prävalenz der COPD lediglich 6,7 Prozent, in Kreisen und kreisfreien Städten mit der höchsten Belastung dagegen im Schnitt 7,7 Prozent.

Für den Gesundheitsatlas hat das WIdO gemeinsam mit der Universität Trier Abrechnungsdaten der AOK-Versicherten hochgerechnet und regional miteinander verglichen.

 

Zum MDR-Geltungsbeginn

Wird die Wettbewerbsfähigkeit europäischer Hersteller eingeschränkt?

Verbände und Hersteller kritisieren die kürzlich in Kraft getretene Medical Device Regulation (MDR). Ein lückenhaftes System, zu hohe Kosten und zu wenige Benannte Stellen erfordern eine Nachbesserung. Die Regierung sieht weitere Anpassungen jedoch nicht vor.

Die zum 26. Mai in Kraft getretene MDR bleibt umstritten, auch wenn Engpässe bei der Versorgung mit Medizinprodukten in der EU nicht zu erwarten sind. Der Rechtsrahmen soll zügig vervollständigt werden und in allen Aspekten funktionieren. Bislang ist die Anwendung der MDR nicht lückenlos sichergestellt, so Christian O. Erbe, beim Zentralverband Elektrotechnik- und Elektronikindustrie e. V. Vorsitzender des ZVEI- Fachverbands Elektromedizinische Technik. Eine zu geringe Zahl Benannter Stellen und fehlende rechtliche Regelungen für Innovationen sowie neue Medizinprodukte schränken die Wettbewerbsfähigkeit der Hersteller stark ein. Durch spezielle Regelungen können Hersteller Bestandsprodukte ohne Änderungen mit gültigen Zertifikaten zwar weiter in Verkehr bringen, allerdings nur bis Mai 2024. Zuständige Behörden, die Europäische Kommission, Benannte Stellen und Hersteller müssen parallel daran arbeiten, dass alle Medizinprodukte bis 2024 die Konformitätsbewertung nach MDR absolvieren können.

Der Bundesverband Medizintechnologie (BVMed) befürchtet eine enorm hohe Anzahl eingereichter Zertifikatsanträge bis Mai 2024, was sich nachteilig auf mittelständische Unternehmen auswirken kann. Zudem kritisiert die Industrie einerseits die geringe Anzahl Benannter Stellen für die vorgeschriebenen Prüfungen, der andererseits hohe Kosten und erhebliche Mehraufwände gegenüberstehen. Insgesamt ist die MDR nicht praxistauglich, so BVMed-Vorsitzender Dr. Meinrad Lugan.

Das Bundesgesundheitsministerium hält die Benannten Stellen trotz vorangegangener Reduktion für ausreichend, da diese ihre Kapazitäten noch steigern könnten. 20 Benannte Stellen sind notifiziert, sieben Verfahren stehen kurz vor dem Abschluss und 14 Verfahren sind in Bearbeitung. Damit seien »hinreichende Möglichkeiten für die Zertifizierung von Medizinprodukten verfügbar.«

 

Fünfstellige Anzahl unbekannter Viren- und Bakterienstämme entdeckt

Chance auf neue Medikamente und Antibiotika

Im Rahmen einer Mikrobiom-Studie entdeckten Forscher:innen des internationalen Meta- SUB-Konsortiums weltweit Tausende neuer Viren und Bakterien. Infolge von deren künftiger Erforschung können antibiotikaresistente Stämme identifiziert werden und neue Medikamente entstehen.

Ergebnis der dreijährigen Untersuchung des Instituts für Medizinische Genetik und Angewandte Genomik des Universitätsklinikums Tübingen und der Weill Cornell Graduate School in New York ist die Entdeckung von 10.928 Virenstämmen und 748 neuen Bakterien. Dabei sammelten die Forscher:innen mehr als 5000 Proben in 60 Städten aus 32 verschiedenen Ländern und analysierten diese per DNA-Sequenzierung. Die Ergebnisse sind im Fachmagazin Cell nachlesbar.

Die Mikrobiomauswertungen zeigen stadtspezifische Mischungen, aus denen sich zu 90 Prozent der Wohnort eines Menschen ableiten lässt. Aufgrund der Gesamtbevölkerung bzw. der Bevölkerungsdichte, der Höhenlage, der Nähe zum Meer und des Klimas lassen sich vielfältige Rückschlüsse auf die Mikroorganismen in den unterschiedlichen Habitaten ziehen. Zudem können unterschiedliche Signaturen künftige forensische Studien ermöglichen.

Daneben konnten die Forscher:innen einige antibiotikaresistente Stämme identifizieren. Damit lassen sich die von den Resistenzen abhängigen Gene kartieren und häufige Vorkommen festhalten. Besonders interessant ist dabei die Erforschung der Fähigkeit dieser antibiotikaresistenten Stämme bei der Übertragung von Resistenzen. Ferner konnten Erkenntnisse zur Herstellung von Antibiotika und Medikamenten aus den neu entdeckten Mikroben gewonnen werden. In Zukunft sind zusätzlich RNA- Sequenzierungen geplant, um unter anderem RNA-Viren wie SARS-CoV-2 zu entdecken. »Besonders spannend ist aus unserer Sicht die Erforschung des Mikrobioms der Umgebung als Einflussfaktor unseres eigenen Mikrobioms«, sagt Plamena Dikarlo, Managerin Research & Development beim Biotech-Startup Biomes. Es könnte aufschlussreich sein, diesen externen Einfluss in Zukunft zu quantifizieren. In Krankenhäusern legt man größten Wert auf die Eliminierung des ›lokalen Mikrobioms‹, trotzdem sterben von Jahr zu Jahr mehr Menschen an nosokomialen Infektionen. »Deshalb sollten wir diese Mikrobiome stetig sequenzieren und Veränderungen möglichst schnell erkennen«, so Dikarlo weiter.

 

Tricksereien bei den Krankenkassen

Schwere Vorwürfe gegen Barmer und KV Berlin

Laut Medienberichten ermittelt die Berliner Staatsanwaltschaft aktuell gegen die Barmer. Der Kasse werden nachträgliche Korrekturen von Diagnosecodes vorgeworfen. Dabei soll die KV Berlin Beihilfe geleistet haben und sich der Schaden auf über 85 Millionen Euro belaufen.

Die Barmer weist hingegen die Vorwürfe zurück. »Dies haben wir nicht getan und nicht daran mitgewirkt«, schrieb Unternehmenssprecherin Sunna Gieseke in einer Stellungnahme, die dem WDR vorliegt. Doch auch andere Krankenkassen scheinen diesbezüglich keine weiße Weste zu haben. Laut Tagesspiegel würden gegen 18 Krankenkassen wegen möglicher RSA-Manipulationen Ermittlungen und bei weiteren 44 Kassen ›anlassbezogene‹ Verfahren laufen.

Mit dem Gesetz für einen fairen Kassenwettbewerb (GKV-FKG), das am 1. April 2020 in Kraft trat, hat die Koalition eine sogenannte Manipulationsbremse eingeführt. Diese Bremse soll erstmals beim Jahresausgleich 2021 zum Zuge kommen. Aktuell wird über eine Aussetzung der Manipulationsbremse diskutiert. Möglich macht dies eine Ausnahmeregelung in der Risikostrukturausgleichsverordnung (RSAV). Zuletzt waren massive Zweifel an der Zielgenauigkeit der neuen Regelung im morbiditätsorientierten Risikostrukturausgleich (Morbi-RSA) geäußert worden. Gleichzeitig haben sich die finanziellen Perspektiven der Krankenkassen für das Jahr 2022 nicht nur durch Corona deutlich verdüstert.

Neben den grundsätzlichen Zweifeln an der Manipulationsbremse sieht der AOK- Bundesverband vor dem Hintergrund der Corona-Pandemie und der jüngsten Gesetzgebung noch weitere finanzielle Unsicherheiten für die gesetzliche Krankenversicherung.


Bemerkt

 

»Das Leben so leben, dass man als alter Mensch darauf zurückschaut und sagt: ›Ich habe ein paar sinnvolle Dinge getan. Das war gut.‹ Das ist die wichtigste Form der Altersvorsorge.«

Marina Weisband ist eine deutsch-ukrainische Politikerin (Bündnis 90/Die Grünen) und Publizistin. Seit 2014 Leiterin des Projekts aula von politik-digital e. V., Berlin, Schwerpunkt: politische Bildung und liquid-demokratische Beteiligung von Schülern an den Regeln und Belangen ihrer Schulen.

 

Marina Weisband nahm beim Kongress für Gesundheitsnetzwerker an der Diskussionsrunde ›Datensouveränität: Welche Chancen und Risiken ergeben sich für die Versorgung?‹ teil. Hier können Sie diese Debatte nachlesen: https://www.gesundheitsnetzwerker.de/dokumentation/detail/news/datensouveraenitaet/

Sie erhielt am 15. April den For..Net Award 2021, den Preis für herausragendes Engagement um Gemeinwohl und Digitalisierung.


Weiterlesen

 
Wir wollen im EinBlick neben einem Überblick zu Themen der Gesundheitsnetzwerker auch einen Blick auf Debatten und Dokumente werfen.

Corona: Aktuelles aus der Forschung.

Das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) präsentiert auf einer speziellen Internetseite viele Informationen zur Corona-Pandemie. So wird hier auch eine Auswahl vertrauenswürdiger Seiten mit aktuellen Informationen zur Pandemie präsentiert und aktualisiert. Die Seite ist ein empfehlenswerter Startpunkt für Recherchen, welche Neuigkeiten es aus der Forschung gibt.

Hier kommen Sie zur Informationsseite des BMBF: https://www.gesundheitsforschung-bmbf.de/de/corona-aktuelles-aus-der-forschung-10857.php


Empfehlung

7.500 Euro für Wissenschaftspreis ausgeschrieben

Das Zentralinstitut für die kassenärztliche Versorgung in Deutschland (Zi) schreibt zum zehnten Mal den Wissenschaftspreis zur regionalen Versorgungsforschung aus. Der Preis würdigt wissenschaftliche Arbeiten zur Erforschung regionaler Unterschiede in der Gesundheitsversorgung und ist mit insgesamt 7.500 Euro dotiert. Interessierte können ihre Forschungsarbeiten bis zum 4. Oktober 2021 einsenden.

Details zum Wissenschaftspreis und den Teilnahmebedingungen: https://www.zi.de/ausschreibungen/wissenschaftspreis


Zuletzt:

 

Der neue Sommer-Song von Kebekus feat. Lauterbach: La Vida sin Corona

Carolin Kebekus feat. Karl Lauterbach – das sind die beiden Stars des neuen Sommer- Songs ›La Vida sin Corona‹. In ihrer Sendung ›Die Carolin Kebekus Show‹ präsentierte die Komikerin ihr besonders Duett. Mit dabei: SPD-Gesundheitsexperte Karl Lauterbach.

Auf Aussagen im Song von Kebekus, wie »Partys in der Bar und wir kommen uns nah«, antwortet Lauterbach mit »es besteht durchaus Ansteckungsgefahr«. Humorvoll setzen Kebekus und Lauterbach sich mit der Pandemie und dem anstehenden Sommer auseinander. Doch bei einer Aussage sind die beiden sich einig und singen zusammen:
»Der Sommer wird gut!«

Hier können Sie das Video ansehen: https://t1p.de/4rhl

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