Berlin-Chemie Newsletter vom 10. August 2023

Berlin-Chemie Newsletter vom 10. August 2023

Interview:

  • Gesundheitskommunikation: Stigmatisierung bekämpfen, Aufklärung stärken
    EinBlick sprach mit Professor Dr. Martin Dietrich über Strategien gegen Stigmatisierung und die Zukunft der Gesundheitsaufklärung

Kurzstrecke:

  • AOK-Bundesverband und Marburger Bund setzen Impulse für Krankenhausreform
    Einigung auf Vorhaltefinanzierung

  • Neues Konzept für moderne Arzneimittelbewertung
    Verband forschender Pharmaunternehmen stellt AMNOG 2025 vor

  • Bedrohung durch Cyberangriffe in der Gesundheitsbranche steigt
    Weltweit stehen Krankenhäuser und Organisationen im Fokus

  • Herausforderungen und Perspektiven des Europäischen Gesundheitsdatenraums
    Workshop zeigt Vorgehen, Hürden und Chancen auf

Interview:

  • Bürokratieabbau und klare Visionen notwendig für die Gesundheitsversorgung
    EinBlick sprach mit Annette Hempen über die Entbürokratisierung des Gesundheitswesens, die Bedeutung von Netzwerken in der Versorgung und die Notwendigkeit klarer Zielbilder für die Zukunft

Start-up Telegram

Meldungen:

  • Pauschalen für Telematikinfrastruktur
    Einführung lückenhaft, Ausnahmen laut KBV nötig

  • Aktuelle Gesundheitsinitiativen nach der Coronapandemie
    Deutschland intensiviert Long-Covid-Hilfe und EU stärkt Medikamentenautonomie

  • Strategien gegen heißes Klima
    BMG präsentiert Hitzeschutzplan für Gesundheit

  • Telemedizinischer Boom während der Pandemie
    Neue Studie zeigt deutlichen Anstieg von 2017 bis 2021


Interview:

Gesundheitskommunikation: Stigmatisierung bekämpfen, Aufklärung stärken

EinBlick sprach mit Professor Dr. Martin Dietrich über Strategien gegen Stigmatisierung und die Zukunft der Gesundheitsaufklärung

 

 

Professor Dr. Martin Dietrich

ist seit 2021 kommissarischer Direktor der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) sowie seit 2022 Präsident der in Brüssel ansässigen Organisation EuroHealthNet (EHN). Von 2011–2016 hatte er eine W3-Professur für Betriebswirtschaftslehre an der Universität des Saarlandes inne mit dem Schwerpunkt auf Management des Gesundheitswesens. Seit 2017 ist er dort als Honorarprofessor tätig und lehrt aktuell zu Aspekten der Innovation und Versorgungsentwicklung im Bereich Gesundheit.

 

 

Herr Professor Dietrich, welche Maßnahmen führt die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) im Bereich von Stigmatisierung durch?
Die BZgA arbeitet mit der Deutschen Aidshilfe und der Deutschen Aidsstiftung zusammen, insbesondere in Vorbereitung des jährlichen Welt-Aids-Tages. Wir haben leider noch immer mit Stigmatisierungserfahrungen unter HIV-Infizierten zu tun, die uns schwer beschäftigen. Es gibt eine Studie, die besagt, dass über die Hälfte der Betroffenen negative Erfahrungen aufgrund ihrer HIV-Infektion haben, und 25 Prozent eröffnen den Gesundheitseinrichtungen nicht ihren Status als HIV-Betroffene. Das ist ein Umstand, den wir in der Gesellschaft nicht akzeptieren können, und im Rahmen dieser Stigmatisierungsthematik bei HIV geht es uns darum, positive Beispiele darzustellen, wie man mit diesen Ausgrenzungserfahrungen produktiv umgehen kann. Das ist ein weiterer Schritt im Umgang mit dem Thema Stigmatisierung. Einer der nächsten Schritte innerhalb dieser Stigmatisierungsthematik wird deshalb sein, genau dies voranzutreiben, besonders bei HIV und AIDS.

Sie haben HIV und AIDS angesprochen. Gibt es auch Stigmatisierungen, die andere Erkrankungen betreffen?
Der Bereich Stigmatisierung ist grundsätzlich wichtig für viele unserer Themen. Wir haben auch einen Themenbereich zur Vorbeugung von Übergewicht bei Kindern und Jugendlichen. Dort ist Stigmatisierung immer ein Thema, das die Arbeit erschwert. Wir sind dort sehr sensibel, was die Art der Sprache und die Wortwahl betrifft, um eine wertschätzende und nicht ausgrenzende Kommunikation sicherzustellen. Deshalb arbeiten wir an vielen Stellen eng mit den Betroffenen zusammen, auch bei der Entwicklung von Maßnahmen und Projekten. Ein weiteres Thema, das mit Stigmatisierung zu tun hat, ist die Suchtprävention, das ist klar. Auch dort ist es wichtig, Stigmatisierung zu vermeiden, was in die laufenden Projektkosten mit einfließt.

Neben dem Thema Stigmatisierung gibt es noch andere große Herausforderungen bezüglich Aufklärung und Kommunikation. Was sind die größten Projekte der BZgA?
Wenn wir in die Zukunft schauen, wird die Cannabislegalisierung ein großer Themenbereich sein, dem wir uns gemeinsam mit dem Bundesministerium für Gesundheit und dem Drogenbeauftragten intensiv widmen werden. Schauen wir hingegen zurück, so haben wir noch immer mit den Folgen der Coronapandemie  zu tun und werden deshalb auch das Thema Langzeitfolgen in den Fokus nehmen. Die BZgA hat bereits eine neue Internetseite aufgebaut, die durch Maßnahmen des BMG ergänzt wird. Der Zusammenhang von Klimawandel und Gesundheit ist ein weiteres aktuelles Thema. Auch hier bauen wir Kapazitäten auf. Ein anderes wichtiges Thema bleibt für uns die Organspende, besonders vor dem Hintergrund einer neuen Diskussion zur Widerspruchslösung.

Wenn Sie die Hauptthemen für die nächsten zwei bis drei Jahre bei der BZgA benennen sollten, was ist Ihnen da am wichtigsten?
Bei all den Themen und Zielgruppen, die wir näher betrachten wollen, gibt es zwei wesentliche Elemente, die die BZgA auch im Übergang zum neuen Bundesinstitut beschäftigen werden. Ein Thema ist die Kommunikation, die dialogorientiert und partizipativ weiter in die Digitalisierung gehoben werden muss. Wir möchten die Betroffenen befähigen, sich in einer fragmentierten Medienlandschaft digital zurechtzufinden und auszudrücken und uns dabei zu unterstützen, Maßnahmen und Projekte zu entwickeln. Agilität und neue Kommunikationskonzepte sind hierbei wichtig. Ein weiteres Standbein ist die Weiterentwicklung evidenzbasierter Maßnahmen, die durch rigorose Evaluationen begleitet werden, um Wirksamkeitsnachweise zu erbringen. Dies ermöglicht Lernprozesse und bedarfsorientierte Weiterentwicklung unserer Maßnahmen in schnellen Entwicklungszyklen. Eine solide Datengrundlage ist dabei entscheidend, auch im Übergang zum Bundesinstitut.


Kurzstrecke

 

AOK-Bundesverband und Marburger Bund setzen Impulse für Krankenhausreform

Einigung auf Vorhaltefinanzierung

Gemeinsam haben sich der AOK-Bundesverband und der Marburger Bund in einem Spitzengespräch auf eine bedarfsorientierte Vorhaltefinanzierung im Rahmen der geplanten Krankenhausreform verständigt. Beide Seiten betonen die Bedeutung einer fundierten Auswirkungsanalyse struktureller Veränderungen im Krankenhausbereich. »Eine Vorhaltekostenfinanzierung stabilisiert die wirtschaftliche Lage der Krankenhäuser und verhindert ökonomische Fehlanreize bei der Leistungserbringung«, sagt Carola Reimann, Vorstandsvorsitzende des AOK-Bundesverbandes. Uneinigkeit herrscht hingegen weiterhin bezüglich des bestehenden Systems der Vergütung aufgrund von Fallpauschalen.

Einig waren sich jedoch beide Parteien in dem Punkt, dass das Vorhaltebudget unabhängig von Fallzahlen ermittelt werden sollte, um ökonomische Fehlanreize zu verhindern. Zudem betonten beide Seiten die Notwendigkeit der Entbürokratisierung in der Versorgung, über deren konkrete Umsetzungsschritte sie zu einem späteren Zeitpunkt noch gemeinsam beraten wollen. »Da die Umstellung der Krankenhausfinanzierung nach derzeitiger Planung noch viele Jahre in Anspruch nehmen wird, ist dafür zu sorgen, dass in der Zwischenzeit keine versorgungsrelevanten Strukturen abgebaut werden«, so Dr. Susanne Johna, erste Vorsitzende des Marburger Bundes.

 

Neues Konzept für moderne Arzneimittelbewertung

Verband forschender Pharmaunternehmen stellt ›AMNOG 2025‹ vor

Der Verband forschender Pharmaunternehmen (vfa) hat ›AMNOG 2025‹ veröffentlicht, ein innovatives Reformkonzept für die Arzneimittelbewertung in Deutschland. So soll das bisherige AMNOG Verfahren erweitert werden. Der vfa betont, dass Gen- und Zelltherapien, die zielgerichtet bei kleinen Patient:innengruppen wirken, für eine neue Ära der Präzisionsmedizin stehen. Jedoch würden die klassischen Nachweismethoden für Zusatznutzen dabei an ihre Grenzen stoßen. Deshalb müsse Deutschland das AMNOG-Regelwerk der Nutzenbewertung und Preisverhandlung an die Weiterentwicklung in der Medizin anpassen. So wird die europäische Nutzenbewertung ab dem 12. Januar 2025 für die ersten Produkte starten, darunter Arzneimittel für neuartige Therapien (ATMP) und onkologische Arzneimittel.

Der vfa schlägt vor, eine verpflichtende Berücksichtigung der gemeinsamen europäischen Arbeitsergebnisse im nationalen Prozess festzulegen. Dies diene der Vermeidung von Doppelarbeit und der Stärkung der Qualität der klinischen Bewertungen. Zudem sollen Verhandlungsspielräume gestärkt und systemfremde Elemente entfernt werden. So ein Konzept wäre »eine bahnbrechende Entwicklung für die deutsche Pharmaindustrie«, heißt es seitens des vfa.

 

Telenotarztzentrale verstärkt Notfallversorgung

Fachliche Ergänzung insbesondere in der Fläche

In Rheinland-Pfalz startete ein Pilotprojekt mit einer ersten Telenotarztzentrale. Standort dafür ist die BG Klinik Ludwigshafen, weitere Partner sind unter anderem das Deutsche Zentrum für Notfallmedizin und Informationstechnologie (DENIT) und der DRK-Landesverband mit mehreren Rettungswachen. Telenotärzt:innen sollen die Qualität der notfall- und rettungsmedizinischen Versorgung rund um die Uhr, insbesondere in der Fläche, sichern und verbessern.

Die Telemedizin ergänzt die Versorgung vor Ort durch Rettungskräfte, dient jedoch ebenso den Notärzt:innen, die eine Zweitmeinung benötigen. Krankenhaustransporte können durch die teleärztliche Beurteilung in bestimmten Fällen vermieden und Notaufnahmen dadurch entlastet werden. Neben der verbesserten Versorgung erhoffen sich die Verantwortlichen auch Vorteile für die Aus- und Weiterbildung der Notfallmediziner:innen und -sanitäter:innen.

 

Bedrohung durch Cyberangriffe in der Gesundheitsbranche steigt

Weltweit stehen Krankenhäuser und Organisationen im Fokus

Laut einem Bericht der Agentur der Europäischen Union für Cybersicherheit (ENISA) nimmt die Bedrohung durch Cyberangriffe im Gesundheitssektor seit 2021 stetig zu. Hauptziele sind Krankenhäuser, danach folgen Gesundheitsorganisationen, die Pharmaindustrie, Forschungseinrichtungen, Dienstleister und Zulieferer. Auch Arztpraxen geraten mittlerweile in den Fokus von Cyberangriffen. Häufig stehen finanzielle Interessen von Kriminellen im Vordergrund, die mit der Veröffentlichung erbeuteter Daten drohen; andererseits können Konfigurationsfehler und menschliches Fehlverhalten zu unbeabsichtigten Datenlecks führen. Letztendlich ziehen derartige Vorfälle häufig kurzfristige oder sogar endgültige Schließungen von medizinischen Einrichtungen nach sich und gefährden damit die Gesundheitsversorgung.

Als ein Schlüsselelement benennt der Bericht das Engagement der Führungskräfte in Bezug auf die Cybersicherheit. Diese sollten die Bedrohungen kennen und notwendige Maßnahmen für eine verstärkte IT-Sicherheit ergreifen. So wurden erst kürzlich in den USA und in Großbritannien Betreiber von großen Gesundheitseinrichtungen Angriffsziele von Hackern. Angeblich besteht für die möglicherweise 11 Millionen Patientendaten des Betreibers HCA Healthcare bereits Kaufinteresse. Bei einem National Health Services-Trust wurden Daten im Umfang von sieben TeraByte erbeutet, darunter auch Nacktbilder von Krebspatient:innen sowie interne Dokumente von Mitarbeiter:innen.


EinBlick zum Hören: Der wöchentliche Podcast

Das neue Angebot ergänzt unseren EinBlick Newsletter.

 

EinBlick – Der Podcast präsentiert Ihnen die wichtigen gesundheitspolitischen Nachrichten der Woche immer Freitag mittags.
In gut zwölf Minuten hören Sie, was in der vergangenen Woche eine Rolle gespielt hat und was in der folgenden Woche wichtig sein wird.

Zusammen mit den tieferen Analysen des Newsletters EinBlick, sind sie stets bestens auf dem Laufenden.

EinBlick – Der Podcast immer freitags, ab 12 Uhr in allen bekannten Podcastportalen.
Die aktuelle Folge finden Sie hier: www.einblick-newsletter.de 


Interview:

 

Bürokratieabbau und klare Visionen notwendig für die Gesundheitsversorgung

EinBlick sprach mit Annette Hempen über die Entbürokratisierung des Gesundheitswesens, die Bedeutung von Netzwerken in der Versorgung und die Notwendigkeit klarer Zielbilder für die Zukunft.

 

Annette Hempen

ist seit 2022 ehrenamtlich als stellvertretende Vorstandsvorsitzende von AdA – dem Bundesverband Arzt-, Praxis- und Gesundheitsnetze – aktiv. Zuvor war sie dort Vorständin.

Hempen führt seit 2016 als Geschäftsführerin das Ärztenetz MuM - Medizin und Mehr. Ihre Kompetenzen liegen im Prozessmanagement, vor allem in den Bereichen Radiologie und Endoskopie. Sie leitete das Projekt zur Einführung der elektronischen Visite elVi im Ärztenetz MuM. Hempen ist außerdem Mitglied im Lenkungsgremium von TELnet@NRW, das die Vernetzung von über 130 Arztpraxen mit Fachärzten verschiedener Kliniken unterstützt.

AdA – der Bundesverband Arzt-, Praxis- und Gesundheitsnetze – vertritt rund 400 Arztnetze in Deutschland, fördert deren Professionalisierung und bietet Dienstleistungen für Vertrags- und Versorgungskonzepte an.

 

Frau Hempen, im Rahmen des Gesundheitsversorgungsstärkungsgesetzes (GVSG) gibt es einige Regelungen, die noch in der Entwurfsphase sind. Welche von diesen Regelungen sehen Sie als besonders relevant an für die Versorgung?
Wie Sie richtig sagten, handelt es sich derzeit noch um einen Entwurf. Deshalb bleibt abzuwarten, welche Teile umgesetzt werden. Ein entscheidender Faktor ist, ob Hauptakteure, insbesondere Kommunen und Krankenkassen, das Gesetz in der geplanten Form umsetzen können und auch wollen. Besonders hervorzuheben ist der Gedanke der nichtärztlichen Leistungserbringung. Es wäre revolutionär, nichtärztliche Dienstleistungen wie Case-und-Care-Management in die Versorgung einzubeziehen – ein Ansatz, der bisher in keinem der Sozialgesetzbücher abgebildet wurde. Ebenso wichtig ist der regionale Bezug in der Versorgung. Mit den Gesundheitsregionen wird eine neue Versorgungsperspektive vorgestellt, was sehr positiv zu bewerten ist. Bei den Primärversorgungszentren und geplanten Gesundheitskiosken ist die Meinung jedoch geteilt. Wir werden sehen, wie diese in die Versorgung integriert werden, und ob die Hauptakteure sie wirklich umsetzen wollen.

Sie sprechen von einer Chance für regionale Zusammenarbeit, aber auch von der Gefahr, Doppelstrukturen aufzubauen. Wie könnte man Ihrer Meinung nach vorhandene Strukturen besser nutzen?
Es wäre tragisch, wenn vorhandene Strukturen nicht zum Zuge kämen, weil man Doppelstrukturen aufbaut. Da sehen wir eine Gefahr. Wir wollen im Gesetz als Leistungserbringer stehen und haben jetzt zwar durchgesetzt, dass wir an die TI angebunden werden, aber formal kommen wir nicht vor. Eine bessere Anerkennung und Nutzung vorhandener Netzwerke und Strukturen würde helfen, Doppelarbeit zu vermeiden und effektiver auf regionale Bedürfnisse einzugehen.

Wie bewerten Sie die finanzielle Lage der Kommunen in NRW, insbesondere in Bezug auf die Fähigkeit, wichtige Projekte umzusetzen?
Die finanzielle Situation vieler Kommunen in NRW ist kritisch. Einige Kommunen sind so stark verschuldet, dass sie über ihre eigenen Mittel gar nicht mehr verfügen dürfen und quasi verwaltet werden. Bei der Realisierung wichtiger Projekte stellt sich die Frage, wo zusätzliches Geld akquiriert werden kann und wer noch mit ins Boot genommen werden sollte. Es fehlt an Akteuren wie den Netzen in der gesundheitlichen Versorgung. Bei der intersektoralen Versorgung sind viele Akteure schon benannt, aber mir fehlt der Zirkelschluss zum Thema Krankenhausreform. Es ist wichtig, dass bereits bestehende lokale Strukturen, die effizient arbeiten, in die Versorgung einbezogen werden, anstatt zusätzlich neue Strukturen zu schaffen.

Wo sehen Sie in unserem Gesundheitssystem den größten Bedarf an disruptiven Veränderungen und wie sollten diese umgesetzt werden?
Ich würde mir mehr Disruption wünschen, besonders im Hinblick auf ein klares Zielbild für unsere zukünftige Gesundheitsversorgung. An vielen Stellen, besonders in Flächenländern, beobachten wir bereits Mängel in der Versorgung, und dies sowohl im stationären als auch im ambulanten Sektor. Eine Lösung wie das Aufstellen eines Gesundheitskiosks kann diese Versorgungslücke nicht füllen. Wir müssen uns fragen: Wie soll unsere zukünftige Versorgung aussehen und wie können wir diese Herausforderungen bewältigen? Nicht immer sind da unsere föderalen Strukturen hilfreich, und es braucht Ehrlichkeit in der Debatte, insbesondere angesichts begrenzter Ressourcen.

Die Digitalisierung wird oft als Schlüssel für zukünftige Versorgungsoptimierung betrachtet, da sie Ressourcen effizienter nutzen und bürokratische Hindernisse überwinden kann. Wie sehen Sie den aktuellen Entwurf zum Digitalisierungsgesetz, insbesondere im Hinblick auf dessen Wirksamkeit für die Versorgung in ländlichen Gebieten und die Rolle der assistierenden Telemedizin?
Der Kern des Digitalisierungsgesetzes ist meiner Meinung nach die elektronische Patientenakte ePA. Dabei wird oft der Fokus auf die Teilnahme von Ärztinnen und Ärzten gelegt. Wichtig ist jedoch aus meiner Sicht, gleichermaßen die Patientinnen und Patienten in den Blick zu nehmen, um auch deren Akzeptanz zu erhöhen. Die ePA könnte eine Gelegenheit sein, die Gesundheitskompetenz zu stärken, was in vielen Gesetzesentwürfen eine Rolle spielt. Aber um dies zu erreichen, muss der Nutzen für alle Beteiligten klar sein – sowohl für Patienten als auch für die Leistungserbringer. Die einfache Bedienbarkeit ist ebenfalls entscheidend. Bezogen auf die Telemedizin ist zu sagen, dass sie ein hilfreiches Werkzeug ist, aber kein Allheilmittel. Was ich im aktuellen Gesetz vermisse, ist das Thema Tele-Monitoring, das gerade für chronisch Kranke viele Möglichkeiten bietet und sogar Krankenhausaufenthalte reduzieren könnte. Das sollte mehr Beachtung finden.

Sie haben Telemedizin angesprochen. Es wurde kritisiert, dass eine Flexibilisierung bei den Videosprechstunden die Versorgung im ländlichen Raum gefährden könnte. Wie bewerten Sie diese Befürchtung?
Diese Gefahr sehe ich in der Realität nicht. Die Ärztinnen und Ärzte, mit denen ich täglich in Kontakt bin, schätzen den persönlichen Bezug zu ihren Patientinnen und Patienten Telemedizin sollte als Werkzeug gesehen werden, das zurzeit eher behindert als gefördert wird. Es gibt, was man nicht vergessen darf, Unterschiede zwischen der Nutzung der Telemedizin durch niedergelassene Ärztinnen und Ärzte und Unternehmen, die Telemedizin geschäftlich anbieten möchten.

Das Gesundheitsdatennutzungsgesetz zielt hauptsächlich auf den Datenschutz ab. Glauben Sie, dass es zu einer patientenorientierten Datenverwendung beiträgt?
Grundsätzlich finde ich es positiv, wenn die Nutzung von Daten für die Forschung erleichtert wird. Dies kommt schließlich der ganzen Gesellschaft zugute. In Deutschland sind wir in diesem Bereich sehr reguliert. Ein interessanter Aspekt dieses Gesetzes ist die Rolle der Krankenkassen, die neu definiert wird. Sie sollen die Daten auswerten und Patientinnen und Patienten beraten, um präventiv zu handeln oder Gefahren abzuwenden. Diesen Ansatz sehe ich kritisch, denn das Potenzial, Patientinnen und Patienten zu verunsichern, ist groß.

Sie sprachen über die Lotsenfunktion, die momentan bei den Krankenkassen verortet ist. Wo sehen Sie den idealen Ort für diese Funktion?
Auf jeden Fall nicht bei den Krankenkassen. Derjenige, der zahlen soll, berät jemanden darüber, ob er eine Leistung in Anspruch nehmen soll. Das ist problematisch und erscheint mir als ein Widerspruch. Eine neutralere Stelle wäre wünschenswert.

Wie sehen Sie die Entwicklung und Implementierung der elektronischen Patientenakte in Bezug auf ihre Akzeptanz und Verwendung und wie beurteilen Sie die Geschwindigkeit, mit der sich digitale Gesundheitslösungen in Deutschland durchsetzen, verglichen mit kommerziellen Modellen?
Die Handhabung der ePA muss vereinfacht werden, da sie derzeit zu kompliziert ist. Die Nutzendemonstration ist dabei sehr wichtig. Ein Vorschlag wäre beispielsweise, Laborwerte in der ePA strukturiert zu sammeln. Was den zweiten Teil Ihrer Frage betrifft, ganz klar: Wir sind zu langsam. Technologie und kommerzielle Anbieter überholen uns. Lösungen, die echten Nutzen bieten, werden angenommen, wofür Online-Terminbuchungen ein gutes Beispiel sind. Wir sollten von kommerziellen Anbietern lernen und Prozesse verschlanken, um unsere Ressourcen effizienter zu nutzen.

Sie finden das komplette Gespräch als EinBlick - nachgefragt Podcast hier https://soundcloud.com/einblick-berlin-chemie/einblick-nachgefragt-mit-annette-hempen-ada-regionale-initiativen-im-gesundheitswesen-starken


Startup-Telegram

 

Es gibt eine weitere vorläufig aufgenommene DiGA im offiziellen Verzeichnis für Digitale Gesundheitsanwendungen des Bundesinstituts für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM). Insgesamt sind mittlerweile 48 digitale Anwendungen verschreibbar.

Die neue Anwendung mebix ermöglicht Menschen mit Diabetes Typ 2 eine tertiäre Prävention, damit das Risiko akuter gesundheitlicher Komplikationen gesenkt wird. Daneben dient die DiGA aus Erfurt der Therapiebegleitung, also der Unterstützung der ärztlichen Therapie. https://www.mebix.de/

Das Aachener Start-up Vivalyx möchte die Organspende optimieren. Dafür hat es eine neuartige Flüssigkeit entwickelt, die den Transport und die Konservierung von Spenderorganen verbessern soll. So soll eine höhere Verfügbarkeit der Organe, eine Reduktion von Organschäden und ein geringerer Verbrauch von Blutkonserven erreicht werden. Bislang sind vorklinische Versuche mit rund 80 Organen erfolgt, eine Zulassung als Medizinprodukt steht noch aus. https://vivalyx.com/

Das Start-up Capreolos aus Frankfurt am Main möchte mit zwei Apps Unterstützung bei großen chirurgischen Eingriffen leisten. Da jede Operation eine Belastung für den Körper darstellt, hilft eine optimale Vorbereitung dabei, Komplikationen zu minimieren. Die App Ready4OP steht als Lernplattform insbesondere den Patient:innen zur Verfügung, die Prehab App dient der personalisierten Vorbereitung einer OP, vor allem für Kliniken. https://capreolos.com/


Meldungen

 

Pauschalen für Telematikinfrastruktur

Einführung lückenhaft, Ausnahmen laut KBV nötig

Nach der Einführung neuer Telematikinfrastruktur (TI) Pauschalen ab Juli 2023 fordert die Kassenärztliche Bundesvereinigung (KBV) unter anderem Ausnahmen für Psychotherapeut:innen. Das Bundesministerium für Gesundheit kündigt Anpassungen an.

Die Umstellung der TI-Finanzierung auf eine Monatspauschale, eine Art Flatrate ab 237,79 Euro, abhängig von der Praxisgröße, erfolgte zum 1. Juli. Durch diese Pauschale erhalten ärztliche und psychotherapeutische Praxen einen monatlichen Festbetrag für die Ausstattungs- und Betriebskosten der TI. Dabei sollen die Praxen ihre funktionsfähige Ausstattung mit den gesetzlich verpflichtenden Anwendungen innerhalb von drei Monaten nachweisen können. Wer allerdings nicht alle geforderten Anwendungen der TI betreibt, bekommt weniger oder gar kein Geld.

Die KBV hält diese Pauschale samt der geplanten Sanktionierung für nicht geeignet und plädiert dafür, dass Psychotherapeut:innen von der Verpflichtung zum Nachweis einiger digitaler Anwendungen ausgenommen werden, da sie keine Krankschreibungen ausstellen oder Arzneimittel verordnen dürfen. Das Bundesgesundheitsministerium hat laut KBV hier nun Anpassungen angekündigt. Zudem plant das Ministerium, dass patientenferne Fachgruppen nicht zur Nutzung des E-Rezepts verpflichtet werden.

Für die Pflicht zur Erstellung eines elektronischen Arztbriefes gilt eine Übergangsregelung bis zum 1. März 2024, da nicht alle Softwarehersteller auf die bislang noch freiwillige Umsetzung vorbereitet sind. Die Praxen können hier lediglich auf neue Module warten, aber nicht selbst aktiv werden. Damit die Hersteller zügig agieren, soll die Regelung entsprechenden Druck auslösen. Auch dies sieht die KBV problematisch: Ärzt:innen hätten keinen Einfluss auf die Entwicklungen durch die Hersteller, würden aber durch Kürzung ihrer TI-Pauschale sanktioniert.

 

Aktuelle Gesundheitsinitiativen nach der Coronapandemie

Deutschland intensiviert Long-Covid-Hilfe und EU stärkt die Medikamentenautonomie

Angesichts andauernder Herausforderungen infolge der Coronapandemie hat Deutschland Maßnahmen angekündigt, um Long-Covid-Patient:innen gezielt zu unterstützen. Hierbei stehen besonders die Information der Betroffenen und die Forschung im Vordergrund. Parallel dazu intensiviert die EU ihre Bemühungen, die Arzneimittelautonomie zu stärken, um somit die Versorgung und Verfügbarkeit von Medikamenten innerhalb der Mitgliedstaaten zu optimieren.

Als Reaktion auf anhaltende Nachwirkungen der Coronaviruspandemie hat Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach ein Programm zur Unterstützung von Long-Covid-Patient:innen vorgestellt. Herzstück dieses Programms ist die Schaffung eines Informationsportals, das Betroffenen Informationen zu verschiedenen Aspekten von Long-Covid liefern soll, von der Symptomerkennung bis hin zu aktuellen Forschungsergebnissen. Ergänzend dazu ist eine Forschungsförderung mit einem Budget von 40 Millionen Euro geplant mit dem Ziel, wissenschaftliche Untersuchungen in den Bereichen Diagnose, Behandlung und Prävention von Long-Covid voranzutreiben. Ein weiterer Bestandteil des Programms ist die verstärkte Zusammenarbeit zwischen Ärzt:innen verschiedener Fachbereiche, den Krankenkassen und der Pharmaindustrie, um die Versorgung der Betroffenen zu optimieren.

Zeitgleich hat das EU-Parlament Schritte unternommen, um die Arzneimittelautonomie der Europäischen Union zu stärken. Eine zentrale Maßnahme dabei ist die Initiative zur Transparenz von Verträgen und Abkommen im Arzneimittelbereich. Ziel ist es, eine effiziente Ressourcenverteilung zu gewährleisten. Darüber hinaus wird die Entwicklung von Strategien zur Bewältigung von Long-Covid als wichtige Aufgabe betrachtet. Um die Arbeit der Europäischen Arzneimittelagentur (EMA) zu optimieren, hat das EU-Parlament zudem eine Modernisierung des Gebührensystems der EMA gebilligt, was die Entwicklung und Zulassung von Medikamenten potenziell beeinflussen könnte.

 

Strategien gegen heißes Klima

BMG präsentiert Hitzeschutzplan für Gesundheit

Ende Juli legte Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach den ›Hitzeschutzplan für Gesundheit‹ des Bundesministeriums für Gesundheit vor. Der Plan wurde in Zusammenarbeit zwischen BMG, Vertreter:innen der Pflege, der Städte und Kommunen, der Ärzteschaft sowie der Wissenschaft erarbeitet.

Der Hitzeschutzplan ist in kurzfristige und langfristige Ziele unterteilt. »Unser Ziel ist es, die Anzahl der (hitzebedingten) Todesfälle in diesem Jahr zu halbieren und unter 4000 zu halten«, erklärte Bundesgesundheitsminister Lauterbach. »Langfristig streben wir eine verbesserte strukturelle Aufstellung an. Zu diesem Zweck werden wir im Herbst eine Statuskonferenz abhalten, um uns für den Sommer 2024 vorzubereiten.«

Der Plan umfasst dabei vier wesentliche Punkte. Erstens soll die Bevölkerung insgesamt, insbesondere aber gefährdete Gruppen, für Schutzmaßnahmen während sommerlicher Hitzewellen sensibilisiert werden. Hierzu hat die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung ein kostenfrei bestellbares Plakat entwickelt. Zweitens sollen hitzebedingte Krankheitsverläufe gemildert oder vermieden und Todesfälle reduziert werden. Das Robert Koch-Institut wird seine Gesundheitsberichterstattung auf eine epidemiologische Überwachung, ein hitzebezogenes Monitoring sowie die Bewertung von Sterblichkeit und Krankheit ausweiten.
 
Außerdem werden drittens Schutzmaßnahmen wie gezielte Warnhinweise erarbeitet. Dafür soll auch das Hitzewarnsystem des Deutschen Wetterdienstes (DWD) genutzt werden. Aber auch zu erarbeitende digitale Lösungen sollen dazu dienen, Menschen vor bevorstehenden Hitzewellen zu warnen, wobei das System perspektivisch als Grundlage für Interventionsmaßnahmen dienen könnte. Der vierte Punkt beinhaltet die Verbesserung und Verbreitung wissenschaftlicher Evidenz. Geplant sind wissenschaftliche Gutachten und die Erhebung weiterer Daten.

 

Telemedizinischer Boom während der Pandemie

Neue Studie zeigt deutlichen Anstieg von 2017 bis 2021

Eine aktuelle Studie des Zentralinstituts für die kassenärztliche Versorgung (Zi) zeigt, dass der Einsatz von telemedizinischen Leistungen aus der modernen Gesundheitsversorgung nicht mehr wegzudenken ist und pandemiebedingt insbesondere in den Jahren 2020 und 2021 rapide zugenommen hatte.

Die Telemedizin erlebte während der Pandemie einen enormen Anstieg. Laut der Studie hat sich der Anteil von Ärzt:innen und Psychotherapeut:innen, die 2021 telemedizinische Leistungen abgerechnet haben, auf 25 Prozent erhöht. Besonders auffällig war der vermehrte Einsatz in der Psychotherapie, wo fast die Hälfte der neuen Patient:innen im Jahr 2020 telemedizinisch behandelt wurde. Die Digitalisierung der Gesundheitsversorgung zeigte somit ihre Effektivität, insbesondere in Zeiten gestiegener psychischer Belastungen.

Trotz des Anstiegs der Neunutzungen warnt Dr. Dominik von Stillfried, Vorstandsvorsitzender des Zi, vor übertriebenen Erwartungen. So deuten die Rückgänge im ersten Halbjahr 2022 auf eine Normalisierung hin. »Der persönliche Kontakt ist nach wie vor die Regel in der ambulanten Versorgung. Während der COVID-19-Pandemie sind die Möglichkeiten telemedizinischer Leistungen erweitert worden, um Ansteckungsrisiken zu senken und medizinische Versorgung trotz Mobilitätseinschränkungen zu ermöglichen«, sagt Stillfried. Erstmalig hat das Institut auch regionale Unterschiede in der Versorgung neuer Telemedizin-Patient:innen seit 2020 beleuchtet. Die entsprechenden Anteile schwanken zwischen 0,82 und 2,91 Prozent. Die höchsten Anteile finden sich in Berlin, Hamburg und Bayern, die niedrigsten in Mecklenburg-Vorpommern, Sachsen-Anhalt und Sachsen.

Das Zi erwartet, dass der Ausbau der telemedizinischen Notfallversorgung die Digitalisierung weiter vorantreiben wird.
Datengrundlage der Untersuchung waren die bundesweiten vertragsärztlichen Abrechnungsdaten aus den Jahren 2017 bis 2021. Studienpopulationen waren die abrechnenden Vertragsärzt:innen/-psychotherapeut:innen sowie die Versicherten der gesetzlichen Krankenversicherung (GKV) mit mindestens einem jährlichen Arztkontakt in Deutschland.


Bemerkt

 

 

»Endlich stellt der Gesetzgeber die Weichen, damit es mit der Digitalisierung im Gesundheitswesen weitergehen kann. Dabei kommt der elektronischen Patientenakte eine Schlüsselrolle zu. Ihre nutzerfreundliche Ausgestaltung und die rasche Befüllung mit verwertbaren Daten werden entscheidend sein.«

Han Steutel, Präsident des vfa – Verband Forschender Arzneimittelhersteller

 

 


Weiterlesen

 

Gendermedizin: Frauen und Männer reagieren unterschiedlich auf Belastungen und Stress

Eine Studie der Würzburger Universitätsmedizin hat die geschlechtsspezifischen Auswirkungen der Coronapandemie und damit verbundener Maßnahmen auf die psychische Gesundheit und Lebensqualität von Männern und Frauen untersucht. Die Forscher:innen analysierten Daten von über 2.800 Teilnehmer:innen und stellten fest, dass Angst einen zentralen Einflussfaktor darstellt. Während Ängste um den Arbeitsplatz bei Männern zu erhöhter Stressbelastung führten, zeigten Frauen vermehrte Ängste in Bezug auf Familie und Freunde.

Eine weitere bemerkenswerte Erkenntnis der Studie war, dass Frauen mehrheitlich positiv auf soziale Unterstützung reagierten, was sich auf ihre Lebensqualität auswirkte, während dieser Effekt bei Männern kaum oder gar nicht festgestellt werden konnte. „Dies steht im Einklang mit der traditionellen weiblichen Familienrolle, die eine stärkere Tendenz zu engen sozialen Kontakten und zur Suche nach sozialer Unterstützung beinhaltet, um Stress abzubauen und das Wohlbefinden zu steigern“, sagt Grit Hein, Professorin für Translationale Soziale Neurowissenschaften an der Klinik und Poliklinik für Psychiatrie, Psychosomatik und Psychotherapie des Würzburger Universitätsklinikums. Die Forscher:innen betonten die Bedeutung, soziale Aspekte bei therapeutischen Maßnahmen zur Förderung der psychischen Gesundheit von Frauen und Männern gleichermaßen zu berücksichtigen.

Hier finden Sie die Studie bei nature.com https://www.nature.com/articles/s41598-023-38525-8


Empfehlung

 

Robotik in der Gesundheitswirtschaft 

In einer sich rasant entwickelnden technologischen Welt hat die Robotik im Gesundheitssektor einen entscheidenden Stellenwert erlangt. Die 2. überarbeitete Auflage von ›Robotik in der Gesundheitswirtschaft‹ liefert einen Überblick des neuesten Standes robotischer Lösungen in den Bereichen Krankenhaus, Rehabilitation und Altenpflege.

Die demografischen Herausforderungen und der wachsende Fachkräftemangel machen den Einsatz dieser Technologien immer relevanter. Assistenzroboter können nicht nur das Personal in (teil-)stationären und ambulanten Einrichtungen unterstützen, sondern auch zu Hause, indem sie den Alltag von pflegebedürftigen Menschen erleichtern. Neue Entwicklungen, wie fortschrittliche Exoskelette und Roboterarme als Greifhilfen für Rollstühle, demonstrieren das erhebliche Potenzial dieser Technik. Einige dieser Innovationen sind bereits in das Hilfsmittelverzeichnis der gesetzlichen Krankenversicherung aufgenommen worden.

Neben diesen Kernthemen beleuchtet das Buch auch neuere Bereiche wie robotergestützte Reinigung und Desinfektion. Es bietet zudem einen Ausblick auf zukünftige Einsatzmöglichkeiten und formuliert Handlungsempfehlungen, um die Robotik optimal im Gesundheitswesen zu integrieren.

Prof. Dr. Dr. Bernhard Irrgang kommentierte in einer Rezension zur ersten Auflage des Buchs den präzisen Überblick über den aktuellen Stand der Robotik im Gesundheitswesen. Er hob hervor, dass das Buch die gesellschaftlichen und politischen Strategien zur Einführung dieser Technologien thematisiert.

Weitere Informationen finden Sie hier https://www.medhochzwei-verlag.de/Shop/ProduktDetail/robotik-in-der-gesundheitswirtschaft-buch-2-auflage-978-3-86216-928-3


Zuletzt:

 

G-BA informiert über neueste Ergebnisse zur Qualitätssicherung

Der Gemeinsame Bundesausschuss (G-BA) hat einen Bericht über den aktuellen Stand der Qualitätssicherung (QS) in Deutschland vorgelegt. In zehn Kapiteln gibt der G-BA einen Überblick über QS-Richtlinien und ihre Auswirkungen auf die Patientenversorgung.

„Das Kernziel unserer Qualitätssicherung ist, dass Patientinnen und Patienten sich darauf verlassen können, dass sie überall in Deutschland gut und sicher versorgt werden“, betont Karin Maag, unparteiisches Mitglied des G-BA und für den Bereich der Qualitätssicherung verantwortlich.

Maag weiter: „Qualitätssicherung bedeutet beispielsweise, Patienten mit den erforderlichen Informationen zu versorgen. Dazu zählt der Anspruch auf eine ärztliche Zweitmeinung bei bestimmten Eingriffen.“ Sie hebt zudem die Bedeutung des Portals für Qualitätsberichte hervor: „Auf unserem Portal bieten wir vollständige Qualitätsberichte der Krankenhäuser an. Diese Berichte helfen Patienten, das richtige Krankenhaus für ihre Behandlung auszuwählen.“

Den aktuellen Bericht des G-BA können Sie hier https://www.g-ba.de/downloads/17-98-5517/2023-07-20_Bericht-nach-%C2%A7-136d_Stand-der-QS.pdf als PDF herunterladen und die Referenzdatenbank der Qualitätsberichte der Krankenhäuser finden Sie hier https://qb-referenzdatenbank.g-ba.de/#/suche

Weitere Themen