Berlin-Chemie Newsletter vom 02. November 2023

Berlin-Chemie Newsletter vom 02. November 2023

Interview:

  • Digitale Kommunikation im Gesundheitswesen revolutionieren!
    EinBlick sprach mit Timo Frank, Produktmanager für TI Messenger bei der gematik, und Dr. Rüdiger Berndt, Inhaber einer Berliner Schwerpunktpraxis für chronisch-entzündliche Darmerkrankungen und Endoskopie, über die Weiterentwicklung der Telematikinfrastruktur und den Einsatz digitaler Tools wie den TI-Messengern und dem E- Rezept im Gesundheitswesen.

Kurzstrecke:

  • Praxissoftware im Test: Umfrage deckt Schwächen auf
    Medizinio bewertet Kundenzufriedenheit und Nutzungserfahrung

  • Deutsche suchen häufig Hausärzt:in auf
    Kontaktzeit bei den Besuchen eher gering

  • Revolution in der Intensivmedizin: G-BA annonciert spezialisierte Zentren mit multidisziplinärer Ausrichtung
    Verbesserung der Patientenversorgung durch fachübergreifende und vernetzte Expertise

  • Kinderärztliche Videosprechstunde besteht Praxistest
    Hessen will das Angebot ausbauen

Start-up Telegram

Meldungen:

  • Digitale Identitäten in Europa
    Identifikationsprozesse in der Gesundheit benötigen bestmöglichen Datenschutz

  • Neues Onlinetool ›Mein Technik-Finder‹ gestartet
    Technikgestützte Pflege erleichtert den Alltag für Pflegebedürftige und Angehörige

  • Krankenhaustransparenzgesetz
    Interaktiver Atlas, Bürokratieaufwand oder trojanisches Pferd?

  • Zukunftsweisende Sozialversicherung
    GKV-Spitzenverband, Bundesagentur für Arbeit und Deutsche Rentenversicherung Bund diskutierten mit Bundestagsabgeordneten


Interview:

Digitale Kommunikation im Gesundheitswesen revolutionieren!

EinBlick sprach mit Timo Frank, dem Produktmanager für TI-Messenger bei der gematik, und Dr. Rüdiger Berndt, Inhaber einer Berliner Schwerpunktpraxis für chronisch-entzündliche Darmerkrankungen und Endoskopie, über die Weiterentwicklung der Telematikinfrastruktur und den Einsatz digitaler Tools wie den TI-Messengern und dem E-Rezept im Gesundheitswesen.

 

 

Timo Frank

ist seit 2023 Produktmanager für TI Messenger bei der gematik. Er ist ein Gesundheitsökonom mit dem Fokus auf Digitalisierung im Gesundheitswesen und engagiert sich bei Hashtag Gesundheit e.V. für eine Stärkung der Patientenperspektive.

 

 

 

 

Dr. Rüdiger Berndt

Inhaber einer Berliner Schwerpunktpraxis für chronisch- entzündliche Darmerkrankungen und Endoskopie ist Vorsitzender im Berliner Berufsverband der Gastroenterolog:innen und early adaopter der digitalen Möglichkeiten im ambulanten Gesundheitswesen.

Er hat die Vorteile dieser teilweise gar nicht mehr so neuen Lösungen erlebt und schätzt diese, er hat aber auch die auftretenden Herausforderungen auf Seiten der Technik und der Anwender:innen kennen gelernt.

 

 

Herr Frank, wo stehen wir denn aktuell beim TI Messenger?

Timo Frank: TI Messenger sind neu entwickelte Anwendungen, die in die Telematikinfrastruktur integriert werden. Derzeit befinden wir uns in der Test- und Zulassungsphase für die Rolloutstufe 1. Gleichzeitig arbeiten wir bereits an der Konzeption der Stufe 2, bei der Patient:innen Zugang zum Messenger erhalten werden.

Daran anknüpfend, wann können Ärzt:innen und Patient:innen konkret von einer Lösung im TI Messenger profitieren? Im Alltag nutzen wir – außerhalb der Gesundheitsversorgung schon lange WhatsApp und andere Messengerdienste.

Timo Frank: Vermutlich ab kommendem Jahr. Es gibt bereits erste Lösungen außerhalb der Telematikinfrastruktur. Die Tests und Zulassungsverfahren laufen gegenwärtig in der Testumgebung der gematik, um die Kompatibilität zu prüfen. Die Produkte sind bereits vorhanden, aber wir wollen sicherstellen, dass sie miteinander funktionieren, und das wird ab nächstem Jahr der Fall sein.

Können Sie nochmals präzisieren, was Ihre Planungen für den Rollout des TI Messengers sind?

Timo Frank: Es handelt sich nicht nur um einen Messenger, sondern um ein Marktmodell mit mehreren Messenger-Anbietern. Die Nutzer:innen können wählen, welchen sie nutzen möchten. Alle Messenger sind miteinander kompatibel. Der Rollout erfolgt durch die Integration in Praxisverwaltungssysteme, Krankenhausinformationssysteme und Warenwirtschaftssysteme von Apotheken. Die gematik ist nicht für die Herstellung der Messenger zuständig, sondern diese werden auf dem freien Markt entwickelt und an Kliniken, Praxen und Apotheken verteilt.

Herr Dr. Berndt, was erwarten Sie als User von den TI Messengern?

Dr. Rüdiger Berndt: In der Zusammenarbeit mit anderen Arztpraxen haben wir derzeit große Probleme, untereinander in Kontakt zu treten. Das Fax ist das beliebteste Mittel, was aber nicht mehr vertretbar ist. Telefonnummern sind häufig besetzt, und es gibt Schwierigkeiten, Informationen von Praxen zu erhalten, mit denen wir selten kooperieren. Ein definierter Weg über KIM-Adressen oder ähnliche Lösungen, wie beim KIM-Arztbrief, wäre hilfreich, um den Informationsaustausch zu erleichtern. Besonders im Kontakt mit Krankenhäusern sehen wir große Herausforderungen. Wir haben derzeit keine elektronischen Strukturen, um Informationen direkt an die Kliniken zu senden.

Wie sind Ihre Erfahrungen mit der Telematikinfrastruktur in Ihrer Praxis?

Dr. Rüdiger Berndt: Seit Anfang 2023 haben wir alle Arztbriefe und Befunde auf KIM- Arztbriefe umgestellt und versenden diese ausschließlich damit. Anfangs waren wir uns unsicher, ob die Briefe ankommen und gelesen werden. Insgesamt läuft es jedoch sehr gut und hat zu einer deutlichen Verbesserung der Abläufe in der Praxis geführt. Das Ausdrucken und Versenden entfällt, ebenso entfallen auf diesem Wege Fehler bei der Zuordnung der Befunde. Zudem ist die Portorechnung um 15 bis 20 Prozent gesunken – und das bei gestiegenem Porto. Das E-Rezept hat ebenfalls massive Verbesserungen gebracht. Ich sehe solche Neuerungen positiv, solange sie funktionieren und es nicht zu mehreren parallelen Kommunikationwsegen kommt, die Patient:innen und andere Leistungserbringer verwirren.

Herr Frank, wie kann die Skepsis innerhalb der Ärzt:innen bezüglich der Telematikinfrastruktur überwunden werden?

Timo Frank: Skepsis und Kritik können wir am besten mit positiven Beispielen entgegnen. Change- oder Transformationsprozesse dauern jedoch immer eine Weile, da Menschen bekanntlich Gewohnheitstiere sind. Wir möchten aber Entlastung statt Belastung ermöglichen und nehmen konstruktive Kritik während des Konzeptionsprozesses des TI Messengers auf. Es ist insofern auch nicht verwerflich, wenn eine Lösung mal etwas länger dauert, solange sie schlussendlich gut funktioniert. Wir möchten sicherstellen, dass nicht funktionierende Produkte oder nicht dienliche Prozesse vermieden werden, bevor sie auf den Markt kommen.

Herr Frank, Sie haben bereits viele Informationsveranstaltungen durchgeführt. Wie möchten Sie Ärzt:innen von den Vorteilen des TI Messengers überzeugen und wie sollen sie konkret in den Einführungsprozess einbezogen werden?

Timo Frank: Wir beziehen Ärzt:innen täglich durch Hospitationen, Interviews und Workshops ein. Aber auch mit Veranstaltungen wie dem TI Messenger Summit und diesem Podcast wollen wir informieren. Wir möchten Aufmerksamkeit bei den Nutzergruppen erzeugen und suchen Multiplikator:innen.

Herr Dr. Berndt, welche Erwartungen haben Sie an die TI Messenger?

Dr. Rüdiger Berndt: Ich denke, das muss auch überschaubar für die gematik und die Leistungserbringer sein. Ich erwarte, dass wir eine funktionierende Messenger-App haben, mit der wir leicht Kontakt zu anderen Praxen herstellen können. Wir möchten Informationen schnell austauschen können und direkte Ansprechpartner:innen in den Kliniken haben, um Informationen zu senden.

Herr Dr. Berndt, Sie haben jüngst in einer Gremiensitzung mit vielen anderen Fachärzt:innen über den TI Messenger gesprochen? Wie ist die Stimmung und was sagen Sie den Kolleg:innen?

Dr. Rüdiger Berndt: Über den TI Messenger sprechen ja gewöhnlich nur Kolleg:innen, die sehr interessiert sind. In solchen Workshops und entsprechenden Veranstaltungen sind deshalb meistens nur diejenigen, die sowieso bereits großes Interesse haben. Die breite Akzeptanz ist noch eine andere Sache. Kürzlich gab es bei einer Veranstaltung zur Einführung des E-Rezepts viel Kritik aus der Ärzteschaft bezüglich der Funktionalität, Nutzbarkeit und technischen Umsetzbarkeit in den Praxen. Das hängt auch damit zusammen, dass es über 120 verschiedene Praxisverwaltungssysteme gibt, von großen bekannten bis zu innovativen kleinen Herstellern. Die Bereitschaft zum Wechsel ist jedoch gestiegen, da bestimmte Systeme die Arbeit in der Praxis nicht nur theoretisch, sondern tatsächlich erfahrbar erleichtern. Es gibt jedoch auch Probleme bei der Umsetzung seitens einiger Hersteller, die nicht genügend auf die Bedürfnisse der Praxen eingehen.

Herr Frank, wie viele Anbieter und Angebote im Bereich TI Messenger erwarten Sie? Und glauben Sie, dass sich die Skepsis innerhalb der Ärzteschaft drehen wird?

Timo Frank: Es wird voraussichtlich im kommenden Jahr eine einstellige Anzahl von Anbietern geben, aber letztendlich kommt es nicht auf die Anzahl an. Es geht darum, wie die verschiedenen Messenger in die Softwareprodukte integriert werden. Es muss eine Konvergenz zwischen den Systemen stattfinden. Das Bundesministerium für Gesundheit möchte keine Parallelwelten schaffen. Der Fokus liegt auf Nutzerorientierung, sei es Ärzt:innen oder Patient:innen. Durch solche Veranstaltungen und konstruktive Kritik wird sich die Situation verbessern.

Nächstes Jahr findet im April die DMEA in Berlin statt, die einen Überblick über die digitalen Entwicklungen im Gesundheitswesen gibt. Rechnen Sie damit, dass es dort mehr Angebote gibt und welche praxisrelevanten Use Cases könnten dort vorgestellt werden?

Timo Frank: Ich gehe davon aus, dass es im April des nächsten Jahres erste zugelassene Lösungen gibt und das Thema stärker in den Fokus rückt. Es sollte jedoch kein Wunder erwartet werden, dass über 100.000 Ärzt:innen und über 2.000 Krankenhäuser von Anfang an dabei sind. Es wird eine Weile dauern, bis alle umsteigen. Die Early Adopter, die technikaffin und bereits von den Vorteilen überzeugt sind, werden den Markt vorantreiben und für Bewegung sorgen. Die Bereitschaft zum Wechsel wird steigen, wenn bessere Systeme verfügbar sind. Ich bin optimistisch gestimmt.

Herr Dr. Berndt, wie stehen Sie zum Start des TI-Messengers? Sie nutzen ein innovatives Praxisverwaltungssystem. Hat Ihr Anbieter bereits Möglichkeiten für die Nutzung des Messengers genannt? Wie und wann soll es bei Ihnen losgehen?

Dr. Rüdiger Berndt: Vor drei Jahren sind wir zu einem Anbieter gewechselt, der in Bezug auf Handhabung und praxisorientierte Abläufe einen großen Vorteil bietet. Viele Kolleg:innen haben aber Bedenken, ihr Praxisverwaltungssystem zu wechseln. Bei uns hat der Wechsel sehr gut funktioniert, und ich sehe immer mehr Praxen, die sich dafür interessieren, insbesondere im Zuge der Hardware-Erneuerung. Der Wechsel kann innerhalb weniger Tage problemlos erfolgen. Das Interesse an solchen Neuerungen ist groß, und ich glaube, die Unternehmen werden vorangehen und die Einführung vorantreiben. Mein Anbieter testet bereits, aber ich kann keine konkreten Termine nennen.

Zum Abschluss unseres Gesprächs möchte ich Ihnen beiden die Gelegenheit geben, Ihre Sicht auf die Digitalisierung im Gesundheitswesen im Jahr 2030 darzulegen. Was sind diesbezüglich Ihre Wünsche?

Dr. Rüdiger Berndt: Ich glaube, es sollte einen Wettbewerb unter den Anbietern geben und eine gute Einbeziehung der Leistungserbringer, um ihre Anforderungen zu erfüllen, ohne zusätzlichen Aufwand und schwierige Einarbeitungsphasen. Was genau erforderlich sein wird, lässt sich schwer abschätzen, da sich die Struktur des Gesundheitswesens derzeit stark verändert. Die Verbindung zwischen stationärer und ambulanter Versorgung wird eine Herausforderung sein, die bisher nicht besteht. Ich kann nicht voraussagen, wo wir in fünf Jahren stehen, aber ich bin sehr interessiert an der Digitalisierung und sehe auch bei nachrückenden Kolleg:innen großes Interesse.

Timo Frank: Ich wünsche mir, dass wir uns spätestens im Jahr 2030 wundern, warum wir immer noch so viele Faxgeräte verwenden und Nachrichten auf herkömmliche Weise austauschen, anstatt digitale Wege zu nutzen. Das ist mein einziger Wunsch.

Herr Frank, Herr Dr. Berndt, vielen Dank für das Gespräch.

Das komplette Gespräch mit Timo Frank und Dr. Rüdiger Berndt finden Sie als Podcast- Folge EinBlick – nachgefragt hier in unserem Podcast-Portal https://soundcloud.com/einblick-berlin-chemie/einblick-nachgefragt-20231101


Kurzstrecke

 

Praxissoftware im Test: Umfrage deckt Schwächen auf

Medizinio bewertet Kundenzufriedenheit und Nutzungserfahrung

In einer aktuellen Umfrage des Softwareunternehmens Medizino wurde die Benutzerzufriedenheit mit unterschiedlichen Praxissoftware-Systemen von rund 25.000 Ärzt:innen verschiedener Fachrichtungen analysiert. Mit einem enttäuschenden Net Promoter Score (NPS) – einer Skala für die Messung des Zufriedenheitsgrades von Kund:innen gegenüber Unternehmen – von -37,4 Prozent, zeigt die Studie eine vorherrschende Unzufriedenheit unter den Anwender:innen.

Insbesondere große, etablierte Software-Anbieter standen in der Kritik, während neuere Unternehmen positiver bewertet wurden. Die befragten Ärzt:innen äußerten Bedarf an größerer Benutzerfreundlichkeit der Software, einem verbesserten Supportservice und erweiterten Remote-Zugriffsfunktionen in ihrer Praxissoftware. Insgesamt wurde deutlich, dass unzureichender Kundensupport, Systemabstürze und eine ineffiziente Performance zu den Hauptbeschwerden gehörten, die von den Anbietern dringend angegangen werden müssen, um die allgemeine Benutzerzufriedenheit und die Effizienz im Praxismanagement zu verbessern.

 

Deutsche suchen häufig Hausärzt:in auf

Kontaktzeit bei den Besuchen eher gering

Studien zeigen, dass sich die hausärztliche Versorgung und deren Vergütung zwischen den europäischen Ländern stark unterscheiden. In Deutschland erfolgen Hausarztbesuche vergleichsweise häufig, wobei die Verweildauer in der Praxis relativ kurz ist. Eine angemessene Zeit für Untersuchung und Beratung ist jedoch weder gesundheitspolitisch noch wissenschaftlich definiert. Allerdings besteht ein Zusammenhang zwischen Vergütungssystem und Kontaktzeit: Länder, in denen Leistungen einzeln abgerechnet werden, haben im Schnitt die längsten und Länder mit leistungsunabhängiger Vergütung die kürzesten Kontaktzeiten.

So gibt es laut Sabrina Schubert, Co-Autorin der Studie des ZEW Mannheim, einen weiteren, fast linearen Zusammenhang zwischen durchschnittlicher Kontaktzeit und Kontakthäufigkeit. Doch fehlende Daten erschweren hier die Evidenz, weitere Studien für kausale Rückschlüsse stehen aus. Obwohl erfahrenere Ärzt:innen weniger Zeit für die Sprechstunde pro Patient:in benötigen und Patient:innen mit höherem sozioökonomischem Status gewöhnlich längere Behandlungsgespräche erhalten, gibt es keinen klaren Zusammenhang zwischen Kontaktzeit und Behandlungsqualität.

 

Revolution in der Intensivmedizin: G-BA annonciert spezialisierte Zentren mit multidisziplinärer Ausrichtung

Verbesserung der Patientenversorgung durch fachübergreifende und vernetzte Expertise

Der Gemeinsame Bundesausschuss (G-BA) präsentiert mit der Einführung von spezialisierten ›Zentren für Intensivmedizin‹ eine Neuerung zur Verbesserung der intensivmedizinischen Versorgung. Diese Initiative zielt darauf ab, eine optimierte, patientenzentrierte Versorgung zu gewährleisten, indem sie Krankenhäuser, die eine fachübergreifende und multidisziplinäre intensivmedizinische Expertise anbieten, finanziell fördert. Die neuen Zentren werden ermutigt, besondere Aufgaben wie telemedizinische Fallkonferenzen zu übernehmen, um die Behandlung der rund zwei Millionen Menschen, die jährlich aufgrund lebensbedrohlicher Erkrankungen oder Verletzungen intensivmedizinisch betreut werden müssen, zu verbessern und effizienter zu gestalten. Durch die Konzentration der Expertise in den spezialisierten Zentren im Zusammenhang mit der Nutzung modernster Technologien wird ein umfassender und innovativer Ansatz zur Intensivmedizin gefördert.

»Das Vorgehen, intensivmedizinische Beratungen von Krankenhäusern auf einen neuen Zentrumstyp zu konzentrieren, wird durch Studien gestützt. Bisher deckt der intensivmedizinische Anteil in anderen Zentren in der Regel nur die Expertise des jeweiligen Fachgebiets ab und bleibt damit leider begrenzt. Der neue Zentrumstyp für Intensivmedizin ist hingegen durch einen interprofessionellen Versorgungsansatz breiter aufgestellt«, betont Prof. Josef Hecken, unparteiischer Vorsitzender des G-BA, der für die neuen Zentren zugleich strenge Anforderungen an Personal, Geräteausstattung und Qualitätssicherung definiert.

 

Kinderärztliche Videosprechstunde besteht Praxistest

Hessen will das Angebot ausbauen

Ein Pilotprojekt der Kassenärztlichen Vereinigung Hessen soll den kinderärztlichen Bereitschaftsdienst verbessern. Über das durch den Feiertag am 3. Oktober verlängerte Wochenende wurden erstmalig Videosprechstunden angeboten und in 66 Fällen erfolgreich genutzt. Häufig handelte es sich bei den Konsultationen um Hautausschläge und Erkältungssymptome, sogar ein Kind mit Fieberkrampf konnte korrekt versorgt werden.

Sowohl Abläufe als auch Technik funktionierten einwandfrei, alle Beteiligten waren zufrieden. Aufgrund der guten Erfahrungen ist eine zweite längere Testphase zwischen Weihnachten und Neujahr geplant – nach positivem Abschluss dann mit Ausweitung auf den allgemeinen Bereitschaftsdienst. In der Kassenärztlichen Vereinigung Nordrhein brachte bereits im vergangenen Winter der Einsatz von Videosprechstunden im kinderärztlichen Notdienst eine wesentliche Entlastung für die Praxen in der Region.


EinBlick zum Hören: Der wöchentliche Podcast

Das neue Angebot ergänzt unseren EinBlick Newsletter.

 

EinBlick – Der Podcast präsentiert Ihnen die wichtigen gesundheitspolitischen Nachrichten der Woche immer Freitag mittags.
In gut zwölf Minuten hören Sie, was in der vergangenen Woche eine Rolle gespielt hat und was in der folgenden Woche wichtig sein wird.

Zusammen mit den tieferen Analysen des Newsletters EinBlick, sind sie stets bestens auf dem Laufenden.

EinBlick – Der Podcast immer freitags, ab 12 Uhr in allen bekannten Podcastportalen.
Die aktuelle Folge finden Sie hier: www.einblick-newsletter.de 


Startup-Telegram

 

Heute stellen wir Ihnen Lösungen für Menschen vor, die Hilfsmittel benötigen.

Das Start-up ›Steets‹ möchte die Lebensqualität mobilitätseingeschränkter Menschen verbessern und unterstützt sie bei der Selbstständigkeit im Alltag. Zunächst haben sie ein Abstützmodul für Gehhilfen entwickelt, das den Nutzer:innen ermöglicht, ihre Gehhilfen schnell und flexibel mit nur einer Handbewegung überall abzustellen. Das Modul kann an jeder handelsüblichen Unterarmgehstütze befestigt werden, die dadurch zum stehfähigen Hilfsmittel wird und somit das Verletzungsrisiko minimiert. https://steets-innovation.de/

Die ›Deutsche Gesellschaft für Pflegehilfsmittelversorgung mbH‹ möchte pflegebedürftige Menschen und professionell Pflegende mit qualitativ hochwertigen Hilfsmitteln ausstatten. Sie kümmert sich um die Versorgung von Menschen mit Diabetes, Inkontinenz oder um Menschen, die künstlich ernährt werden müssen, und bietet schnelle und individuelle Beratung an, kostenlose Bemusterung sowie zuverlässige und diskrete Lieferung. Verträge für alle relevanten Kassen sind vorhanden, die Abrechnung erfolgt über die gesetzliche Krankenversicherung oder im Rahmen des Selbstzahlermodells. https://www.dgv-hilfsmittel.de/

Menschen mit motorischen Einschränkungen, die digitale Teilhabe in der Gesellschaft sichern, hat sich das Start-up Semanux auf die Agenda geschrieben und ermöglicht diesem Personenkreis, Computer selbstständig, intuitiv und berührungslos zu bedienen. Benötigt werden dazu weder Maus, Tastatur noch Touchscreen. Eine Webcam und das Produkt ›Semanux Access‹ übernehmen die barrierefreie Digitalität und den Zugang zum Internet. https://semanux.com/de

Blind Sonar ist ein Start-up zweier Gymnasiasten aus Baden-Württemberg, die ein Stirnband als Wahrnehmungshilfe für blinde und sehgeschwächte Menschen entwickelt haben. Dieses soll ihnen ermöglichen, ihre Umgebung besser wahrzunehmen. Dabei werden unter anderem Drucksensoren eingesetzt, die die Entfernung zu Gegenständen oder Personen im Raum durch leichten Druck an entsprechender Stelle am Stirnband angeben. https://www.blindsonar.com/


Meldungen

 

Digitale Identitäten in Europa

Identifikationsprozesse in der Gesundheit benötigen bestmöglichen Datenschutz

Wenn im Jahr 2024 die elektronische Patientenakte (ePA) für alle kommt, braucht jede:r Bürger:in eine digitale Identität. Die Siemens-Betriebskrankenkasse (SBK) hat ihre Tester:innen befragt und erläutert die gesetzlichen Vorhaben rund um Identifikation und Authentifizierung.

Die eIDAS Verordnung (›Electronic Identification And Trust Services‹) ist die europäische Grundlage für den Datenschutz. Sie enthält verbindliche, europaweit geltende Regelungen für elektronische Identifizierung und elektronische Vertrauensdienste, gibt dafür jedoch keine Technologien oder Umsetzungen vor. Drei Vertrauensniveaus für Anwendungen sind in der Verordnung definiert: niedrig, substanziell und hoch. Da Gesundheitsdaten besonderen Schutz benötigen, gilt hier das höchste Sicherheitsniveau zur Identifizierung: zum einen mittels elektronischer Gesundheitskarte (eGK) plus PIN, zum anderen über die Online-Ausweisfunktion des Personalausweises.

Die Festlegung der Niveaus für verschiedene Technologien erfolgt in der EU einheitlich in Form einer Notifizierung durch die EU-Kommission. Trotz dieser Regelungen herrscht Uneinigkeit über die Identifikation und Authentifizierung im digitalen Gesundheitsbereich. Vor allem in Deutschland legen die Datenschutzbehörden die europäische Verordnung streng aus. In anderen Ländern gibt es beispielsweise Stufenpläne zur schrittweisen Einführung eines hohen Schutzniveaus bei der Identifikation oder einen freiwilligen Verzicht durch den Nutzer bei der Authentifizierung. Diese Möglichkeiten werden von den Datenschutzbehörden in Deutschland abgelehnt.

Die Siemens-Betriebskrankenkasse (SBK) hat ihre Tester-Community zu digitalen Identitäten befragt. Ein Großteil weiß, dass diese im Gesundheitswesen eingeführt werden sollen, mehr als 90 Prozent stehen dem aufgeschlossen gegenüber. Die geäußerten Bedenken beziehen sich auf einen möglicherweise damit verbundenen zu geringen Datenschutz. Dabei sorgt jedoch die neue Identität für eine höhere Sicherheit, denn zusätzlich erfolgen weitere Überprüfungen: Beim Login-Vorgang in die Apps wird in festgelegten regelmäßigen Abständen die elektronische Gesundheitskarte mit NFC- Funktion benötigt. Für die Zeit nach dem Jahr 2026 gibt es Pläne, die elektronische Gesundheitskarte abzulösen, beispielsweise über den Nachweis der digitalen Identität mit Hilfe des Smartphones.

 

Neues Onlinetool ›Mein Technik-Finder‹ gestartet

Technikgestützte Pflege erleichtert den Alltag für Pflegebedürftige und Angehörige

Die Technische Universität Berlin präsentiert eine neue Onlineanwendung, um passende technische Hilfsmittel in der Pflege leicht auffindbar zu machen. Das Tool ›Mein Technik- Finder‹ ermöglicht es, personalisierte, technikgestützte Lösungen zur Pflegeunterstützung zu finden.

Im Beisein von Dr. Ina Czyborra, Senatorin für Wissenschaft, Gesundheit und Pflege (SPD), und TU-Vizepräsident Christian Schröder wurde das digitale Tool offiziell auf dem Campus der TU Berlin vorgestellt. ›Mein Technik-Finder‹ ist das Ergebnis einer Zusammenarbeit zwischen der TU Berlin, dem Berliner Kompetenzzentrum Pflege 4.0 und der Berliner Senatsverwaltung für Wissenschaft, Gesundheit und Pflege. Die Plattform zielt darauf ab, die Suche nach geeigneten digitalen Pflegeprodukten zu erleichtern, indem Nutzer:innen durch verschiedene Kategorien navigieren und Produkte, basierend auf individuellen Pflegebedürfnissen, herausfiltern können.

Angehörigen und Pflegebedürftigen wird damit ein Tool in die Hand gegeben, mit dessen Hilfe sie effizient die am besten geeigneten Technologien identifizieren können, die bei der Bewältigung alltäglicher Herausforderungen in der Pflege helfen. „Mein Technik-Finder“ betont die Neutralität, indem unabhängige und objektive Informationen über verfügbare Technologien im Pflegebereich bereitgestellt werden, und fokussiert sich darauf, Nutzer:innen dabei zu helfen, informierte Entscheidungen zu treffen, ohne spezifische Kaufempfehlungen zu geben.

Diese innovative Plattform stelle einen bedeutenden Fortschritt bei der Bereitstellung von technischer Unterstützung für Pflegebedürftige und ihre Familien dar, so die Expert:innen. Es erleichtert nicht nur den Zugang zu technologischen Lösungen, sondern fördert auch das Bewusstsein und das Verständnis für die Vielfalt der verfügbaren digitalen Hilfsmittel in der Pflege. »Pflegebedürftigen Menschen und ihren Bezugspersonen zu helfen, ist mir ein wichtiges Anliegen. Digitale Technik bietet hier Möglichkeiten der Entlastung und Unterstützung. Das Angebot setzt auf die partizipative Zusammenarbeit zwischen Wissenschaft, Forschung, Pflege, Betroffenen, Senior:innen und Expert:innen der Digitalisierung«, erklärte Senatorin Dr. Ina Czyborra.

 

Krankenhaustransparenzgesetz

Interaktiver Atlas, Bürokratieaufwand oder trojanisches Pferd?

Das Gesetz zur Förderung der Qualität der stationären Versorgung durch Transparenz, kurz Krankenhaustransparenzgesetz, wurde kürzlich als wichtiger Bestandteil der Krankenhausreform vom Bundestag beschlossen. Mit seiner Hilfe soll die Bevölkerung transparent und verständlich darüber informiert werden, was Kliniken im Einzelnen qualitätsmäßig leisten, doch bei Expert:innen und Fachgremien ist die Resonanz auf das Gesetz schlecht.

Laut Bundesgesundheitsministerium bereitet das Gesetz die Basis für einen interaktiven Krankenhaus-Atlas im Internet, der übersichtlich darstellen soll, welche Kliniken welche Leistungen mit welcher Qualität anbieten. So erhält die Bevölkerung mehr Informationen als bislang. Das Gesetz verpflichtet die Krankenhäuser, dem Institut für das Entgeltsystem im Krankenhaus (InEK) alle dafür notwendigen Angaben zu übermitteln. Das InEK liefert die Daten und Auswertungen, und das Institut für Qualität und Transparenz im Gesundheitswesen bereitet diese dann für das Verzeichnis auf. Veröffentlicht werden sollen die Daten ab Mai 2024. Enthalten sind darin Angaben zu Fallzahlen von Leistungen, zum Personal, zu Komplikationsraten für ausgewählte Eingriffe und zur Zuordnung zu den Versorgungsstufen/Leveln. Prof. Karl Lauterbach kommentierte die Verabschiedung des Gesetzes: »Patient:innen haben ein Recht darauf zu wissen, was Kliniken leisten. Mit dem Krankenhaus-Atlas machen wir die Qualität der Krankenhäuser transparenter und stärken die individuelle Entscheidung der Patientinnen und Patienten. Mehr Transparenz ist überfällig und hilft Krankenhäusern wie Patienten gleichermaßen.«

Das Gesetz zurückzunehmen und vollständig zu überarbeiten fordert Dr. Susanne Johna, erste Vorsitzende des Marburger Bundes: »Es verfehlt sein Ziel und produziert bürokratische Mehrarbeit ohne Zusatznutzen.« Die Informationen über Leistungsangebote, Fallzahlen und personelle Ausstattung müssten automatisiert aus den Klinikinformationssystemen abgeleitet werden, ohne dabei Personalressourcen zu binden. Zudem gebe es bereits Qualitätsberichte auf der Referenzdatenbank des Gemeinsamen Bundesausschusses (G-BA), die aber öffentlich leider nur wenig bekannt seien. Der G-BA ist als Gremium der Selbstverwaltung von der Umsetzung des Transparenzverzeichnisses ausgeschlossen und sieht das Gesetzesvorhaben als möglicherweise verfassungswidrig an.

Die Deutsche Krankenhausgesellschaft bezeichnet das Gesetz als »trojanisches Pferd der Krankenhausreform und Zentralisierung durch die Hintertür«. Die Länder könnten zwar Leistungsgruppen zuordnen, final entscheide jedoch der Bund. Zudem schaffe das Gesetz keine relevanten neuen Informationen, neu sei nur die kleinteilige Aufgliederung des ärztlichen und pflegerischen Personals auf nicht existierende Leistungsgruppen.

 

Zukunftsweisende Sozialversicherung

GKV-Spitzenverband, Bundesagentur für Arbeit und Deutsche Rentenversicherung Bund diskutierten mit Bundestagsabgeordneten

Die führenden Sozialversicherungsträger, der GKV-Spitzenverband, die Bundesagentur für Arbeit sowie die Deutsche Rentenversicherung Bund diskutierten Mitte Oktober über innovative Lösungen, um die Herausforderungen der demografischen Entwicklung bewältigen zu können. Durch Digitalisierung und Automatisierung sollen die Versicherungssysteme zukunftssicher und leistungsstark bleiben

Die demografische Entwicklung führe dazu, dass Deutschland in Zukunft mit knapper werdendem Personal mehr Leistungen erbringen müsse – das war einer der zentralen Punkte des Gesprächs. Die drei Chefinnen der Sozialversicherungsträger betonten die steigende Abhängigkeit von Renten- und Rehaleistungen in einer älter werdenden Gesellschaft und die zunehmende Bedeutung von Beratung und Qualifizierung zur Arbeits- und Fachkräftegewinnung.

So wurden Digitalisierung und Automatisierung als zentrale Instrumente zur Aufrechterhaltung der Leistungsfähigkeit der Sozialversicherung identifiziert. »Wir brauchen einen unbürokratischeren, datensicheren und automatischen Datenaustausch zwischen den Sozialversicherungsträgern sowie zwischen nationalen und europäischen Behörden«, sagte Andrea Nahles, Vorstandsvorsitzende der Bundesagentur für Arbeit. Dr. Doris Pfeiffer, Vorstandsvorsitzende des GKV-Spitzenverbandes fügte hinzu: »Die wichtigen Investitionen in schlanke, digitale Prozesse müssen auch im Bereich Gesundheit und Pflege mit strukturellen Veränderungen Hand in Hand gehen.« »Es macht daher Sinn, die Zweige der Sozialversicherung in die Abstimmungsprozesse des IT- Planungsrates zur Verwaltungsdigitalisierung einzubinden« erklärte Gundula Roßbach, Präsidentin der Deutschen Rentenversicherung Bund.

Die gemeinsamen Zielsetzungen der leitenden Sozialversicherungsträger fokussieren sich auf die Stärkung und Anpassung der Sozialversicherungssysteme, um den variierenden Anforderungen einer kontinuierlich sich verändernden Gesellschaft gerecht zu werden.
Nur in gemeinsamen Bemühungen könne auch in Zukunft ein nachhaltiger und florierender Sozialstaat erreicht und erhalten werden.


Bemerkt

 

 

»Es kann unterschiedliche Hindernisse geben, die Menschen den Zugang zur Versorgung erschweren. Das wollen wir ändern. Die beste Gesundheitsversorgung hilft nicht, wenn nicht alle Zugang dazu haben.«

Prof. Dr. Karl Lauterbach, Bundesgesundheitsminister bei der Vorstellung des Erarbeitungsprozesses für den Aktionsplan für ein diverses, inklusives und barrierefreies Gesundheitswesen. Mit dem Aktionsplan soll ein wesentlicher Beitrag geleistet werden, Hindernisse beim Zugang zur Versorgung für die Menschen in all ihrer Verschiedenheit und Vielfalt abzubauen.

 


Weiterlesen

 

Studie des Max-Planck-Instituts: 83 Prozent haben Antikörper gegen Polyethylenglykol

In einer neuen Studie des Max-Planck-Instituts für Polymerforschung hat ein Forschungsteam herausgefunden, dass ein großer Teil der deutschen Bevölkerung Antikörper gegen Polyethylenglykol (PEG) entwickelt hat. PEG ist ein in vielen Produkten, wie Kosmetika, Lebensmitteln und Medikamenten, enthaltener Stoff. Das Forschungsteam untersuchte über 500 Blutproben und stellte fest, dass 83 Prozent der Proben Antikörper gegen PEG aufwiesen.

PEG wird in der Medizin als eine Art ›Tarnmantel‹ verwendet, um die Zirkulationszeit von Wirkstoffen im Blut zu erhöhen. Es ist auch ein potenzielles Mittel zur Beschichtung von Nano-Wirkstoffträgern, die in zukünftigen Krebstherapieformen verwendet werden könnten. Jedoch haben die Antikörper gegen PEG die Fähigkeit, die Wirksamkeit von Medikamenten und Therapieansätzen, die PEG verwenden, zu beeinträchtigen. Die Forscher:innen fanden heraus, dass Antikörper PEG-beschichtete medizinische Nanoträger erkennen und aus dem Körper entfernen können, bevor es seine beabsichtigte Wirkung zeigen kann. Ein weiteres interessantes Ergebnis der Studie war, dass die Konzentration der PEG-Antikörper im Blut mit dem Alter der Probanden variiert. Je älter die Probanden, desto weniger Antikörper wurden gefunden. Dies könnte auf den vermehrten Einsatz von PEG in verschiedenen Produkten in jüngerer Zeit und auf altersbedingte Veränderungen des Immunsystems zurückzuführen sein. Das Team plant, weitere Untersuchungen durchzuführen, um Möglichkeiten zur Anpassung zukünftiger Therapien zu erforschen. Dies könnte das Ersetzen von PEG oder eine individuelle Anpassung der Wirkstoffdosen, basierend auf den PEG-Antikörperkonzentrationen im Blut eines Patienten, umfassen. Die Forschungsergebnisse wurden im Journal ›Nanoscale Horizons‹ veröffentlicht.

Hier finden Sie die komplette Studie https://pubs.rsc.org/en/content/articlelanding/2023/NH/D3NH00198A


Empfehlung

 

Medizin zwischen Moral und Moneten

Wie eine Hausärztin das Gesundheitssystem erlebt und was sich ändern muss

 

In ›Medizin zwischen Moral und Moneten‹ untersucht Dr. med. Laura Dalhaus kritisch das deutsche Gesundheitssystem. Dalhaus, eine erfahrene Allgemeinärztin, präsentiert eine Reihe von Patient:innengeschichten aus ihrem Berufsalltag, die die Schwächen und Herausforderungen des Systems verdeutlichen. Die Autorin legt dar, wie strukturelle Mängel im System direkte negative Auswirkungen auf die Patient:innenversorgung haben und betont die Notwendigkeit umfassender Reformen. Dabei fordert Dalhaus ein stärkeres Engagement von Politiker:innen, Fachleuten und der allgemeinen Öffentlichkeit, um die notwendigen Änderungen herbeizuführen.

Das Buch beinhaltet auch Interviews und Beiträge von weiteren Expert:innen im Gesundheitsbereich wie Dr. Canan Toksoy und Dr. Anna Hinterberger, Oberärztinnen im St. Franziskus-Hospital Münster-Hiltrup, MdB Simone Borchardt, Mitglied im Gesundheitsausschuss, Dr. Volker Schrage, Vorstand Kassenärztliche Vereinigung Westfalen-Lippe, Anke Richter-Scheer, Vorsitzende des Hausärzteverbandes Westfalen- Lippe sowie Matthias Horx, Zukunftsforscher zur Zukunft unseres Gesundheitssystems.

Weitere Informationen finden Sie hier https://link.springer.com/book/10.1007/978-3-658-40043-9


Zuletzt:

 

H2O nun auch in Deutschland

Das Deutsche Nationale Observatorium startet offiziell

 

H2O oder Health Outcomes Observatory, ist ein Netzwerk von unabhängigen, gemeinnützigen Rechtsträgern, das für die Sammlung von Daten, deren Analyse und den Austausch von Erkenntnissen zur Informierung von klinischer Praxis und Gesundheitsentscheidungen geschaffen wurde. Dieses Netzwerk ist nun auch in Deutschland gestartet. Ziel ist es, die Kommunikation zwischen Patient:innen und Ärzt:innen zu verbessern und Forschungsergebnisse besser nutzbar zu machen.

»Wir freuen uns, die Gründung von H2O e.V. in Berlin bekanntzugeben«, sagte Jan Brönneke, Projektleiter bei BWI – IT for Germany GmbH, eine Firma, die auch die IT für den Bund betreut. »Durch die Zusammenführung verschiedener Expert:innen und Interessenvertreter:innen streben wir an, eine Plattform zu schaffen, die sinnvolle Veränderungen vorantreibt und letztendlich die Patientenergebnisse verbessert.«

Matthias Rose von der Charité fügte hinzu: »H2O ist eine der intelligentesten Initiativen, die ich je gesehen habe. Es gilt auch als eines der ersten Pilotprojekte, die zeigen, wie der Europäische Gesundheitsdatenraum (EHDS) in der Praxis funktionieren kann.« Laut der Patientenvertreterin Bärbel Söhlke wird H2O e.V. mit führenden Forschungseinrichtungen, Gesundheitsorganisationen und öffentlichen Einrichtungen zusammenarbeiten, um die Standardisierung von patientenberichteten Ergebnissen (PROs), den Wissensaustausch und die Zusammenarbeit zu fördern. Das Observatorium würde eine wichtige Rolle bei der Erzeugung von Evidenz spielen, die dazu beitragen kann, dass Gesundheitspolitik und - strategien sich besser an verändernde Bedürfnisse anpassen können.

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