Berlin-Chemie Newsletter vom 01. Juli 2021

Berlin-Chemie Newsletter vom 01. Juli 2021

Interview:

  • Digitalisierung der Pflege
    EinBlick sprach mit Heiko Mania über den Nutzen digitaler Pflegedokumentation

Kurzstrecke:

  • Enormer Digitalisierungsschub durch Corona-Pandemie
    Techniker Krankenkasse veröffentlicht Versichertenzahlen

  • Verändertes Arzt-Patienten-Verhältnis durch Digitalisierung
    Expert:innen bewerten die digitale Transformation im Technikradar 2021

  • Telefonische Krankschreibung bei Schnupfen weiterhin möglich
    EG-BA verlängert Sonderregelung

  • Einigung auf europäischer Ebene nach jahrelangen Verhandlungen
    Einheitliche Nutzenbewertung auf den Weg gebracht

  • Erweiterung der ›Subsitution‹ auf Biosimilars in der Kritik
    Ärztliche Hoheit bei der Verordnung von biotechnologisch hergestellten Medikamenten soll wegfallen

Young Health:

  • Über das WIG2 Institut und Healthcare Hackathons
    EinBlick sprach mit Martin Blaschka, Leiter Innovationsnetzwerk und Veranstaltungen am WIG2 Institut

Start-up Telegram

Meldungen:

  • Positionspapier von fünf großen Institutionen
    Interoperabilität als Voraussetzung für digitale Pflege

  • Kündigung durch die AOK
    Neuer Vertrag mit dem Versorgungsnetzwerk Gesundes Kinzigtal?

  • Digitale Identität in ganz Europa
    EU-Kommission schlägt europaweite digitale Brieftasche vor

  • Hybrider Hauptstadtkongress 2021: Trendthema Corona
    Botschaften aus EU-Kommission und Ethikrat bereichern die Diskussion


Internationaler Online Studiengang

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Interview

 

Digitalisierung der Pflege

Einblick sprach mit Heiko Mania über den Nutzen digitaler Pflegedokumentation

 

 

Heiko Mania

war 20 Jahre als examinierter Krankenpfleger tätig. Er ist Pflegemanager, Pflegeinformatiker und hat einen M.Sc. sowie MBA- Studiengang in Health-IT absolviert.
Nach einer leitenden Tätigkeit bei Mednovo gründete der „Pflege-IT-Nerd“ gemeinsam mit Stoyan Halkaliev 2015 das deutsche Unternehmen NursIT Institute GmbH mit Sitz in Berlin.

 

 

 

Digitalisierung und Pflege –wie ist da heute der Stand der Dinge?
Wenn wir an die Digitalisierung in der Pflege denken, müssen wir feststellen, dass wir in den letzten Jahren leider nicht sehr viel weitergekommen sind. Wir haben immer noch einen Digitalisierungsgrad unter 30 Prozent, gesicherte Zahlen hierzu gibt es nicht.
Vielleicht erhalten wir diese demnächst über die Reifegradmessung des Krankenhauszukunftsgesetzes KHZG. Das bedeutet: Heute vorhandene digitale Systeme für die Pflege konkurrieren mit Papier und Stift, jedoch nicht mit anderen Anbietern.

Was ist zu ändern?
Im Wesentlichen zu ändern ist vor allem eines, das wird mir immer bewusster in unseren Projekten: Wir sollten unbedingt das Henne-Ei-Problem von Teilhabe und IT-Kompetenz in der Pflege verbessern. Das heißt, wir wollen auf der einen Seite zunehmend die Pflegenden selbst mitbeteiligen, in der Entwicklung sowie in den Projekten zur Umsetzung im Pflegealltag. Auf der anderen Seite ist die IT-Kompetenz noch lange nicht dort, wo man sie bräuchte, um echte, wirkliche Teilhabe zu gewährleisten. Für mich ist es mittlerweile ein wesentlicher Faktor, dass wir die Pflegeinformatik integrieren: in den pflegerischen Alltag, in die pflegerische Aus- und Weiterbildung, aber auch als einen eigenen Studiengang, wie es schon längst in anderen Ländern Standard ist.

Bitte beschreiben Sie NursIT und die digitale Pflegedokumentation
Mit NursIT haben wir uns 2015 auf den Weg gemacht. Ich bin selbst Krankenpfleger und habe 20 Jahre in der Pflege gearbeitet. Dort stand ich immer vor dem Dilemma, dass die Dokumentationsanteile in der Pflege stetig höher wurden. Die IT-Systeme, also die Krankenhausinformationssysteme, haben es jedoch nicht geschafft, diesen Aufwand zu reduzieren, sondern haben es mitunter sogar noch komplizierter gemacht anstatt pflegeprozessorientiert. Das lag auch ein Stück weit daran, dass die Systeme oft nicht für eine Point-of-Care-Nutzung konzipiert wurden, also nicht mobil waren, aber auch viele Möglichkeiten einer modernen Technologie – sei es prädiktive Aussagen, Automatisierung etc. – nicht genutzt haben. Wir haben es uns konsequent zur Aufgabe gemacht, die Pflegedokumentation zu vermeiden, also erst gar nicht den Digitalisierungsgedanken von Papier auf eine digitale Darstellung zu gehen, sondern zu ermitteln, wo wir konsequent durch Sensorik, durch KI, durch kluge Algorithmen und Redundanzvermeidung die Dokumentation deutlich verringern können. Und das ist uns, glaube ich, sehr gut gelungen.

Inwieweit haben die vielen Gesetze der Spahn-Ära die Digitalisierung in der Pflege vorangebracht?
Ich glaube, es gibt ein wesentliches Gesetz, das die Pflege und die Digitalisierung der Pflege deutlich voranbringen wird, und das ist das KHZG. Wir nehmen wahr, dass unser Thema, dort im Fördertatbestand 3 verortet, sehr stark von den Kliniken in Anspruch genommen wird. Das bedeutet: Der Wunsch zur Digitalisierung der Pflege war schon lange da, aber die Kosten waren nicht stemmbar. Wir bekommen aktuell sehr viele Nachfragen zur Umsetzung der digitalen Pflege auf dem Markt. Der Fördertatbestand 3 liegt, wie ich hörte, an der Spitze aller förderbaren Projekte. Das wird sicherlich in den nächsten Monaten und Jahren eine hohe Umsetzung bei der Digitalisierung der Pflege zur Folge haben, wohlgemerkt für die Krankenhäuser. Ähnliches würde ich mir als Folgefinanzierung auch für den ambulanten Sektor wünschen.

Was wird sich in der Versorgungslandschaft in den nächsten zwei bis drei Jahren verändern?
Wir werden eine zunehmende Digitalisierung auch in der Pflege erleben, da bin ich mir sehr sicher. In den Kliniken wird es jetzt beginnen, mit den entsprechenden Förderbescheiden und den anschließenden Projekten. So wird dies nicht nur von der Politik durch das KHZG gefördert, sondern für 2025 auch gefordert, sonst drohen Abschläge von zwei Prozent pro Fall. Wir werden im Bereich des Krankenhauses daher eine sehr starke Digitalisierung erleben.

Wir glauben aber auch, dass die anderen Sektoren sich aus eigenem Antrieb heraus vermehrt um Digitalisierung bemühen werden. Sie wollen den Anschluss an die Telematikinfrastruktur nicht verlieren. Ferner werden der intersektorale Austausch und das Continuum-of-care, also die kontinuierliche Weiterversorgung von Patienten in einer hohen Qualität, immer mehr Maßstab werden, auch für die ambulanten und Langzeit- Pflegeeinrichtungen. Deshalb wird sich die Digitalisierung in den nächsten zwei bis vier, fünf Jahren auch sehr stark in der Pflege ausprägen.


Kurzstrecke

 

Enormer Digitalisierungsschub durch Corona-Pandemie

Techniker Krankenkasse veröffentlicht Versichertenzahlen

Die Techniker Krankenkasse (TK) hat analysiert, wie stark digitale Angebote bei ihren Versicherten angenommen werden. Die Nutzerzahlen sind laut TK enorm gestiegen. »In den vergangenen eineinhalb Jahren hat sich die Digitalisierung des deutschen Gesundheitssystems so schnell weiterentwickelt wie nie zuvor«, sagt Dr. Jens Baas, Vorstandsvorsitzender der Techniker Krankenkasse.

Während Ende 2019 gerade einmal 23 Versicherte eine Videosprechstunde genutzt haben, waren es Mitte 2020 knapp 20.000 Patient:innen. Auch digitale Gesundheitsanwendungen seien gut angenommen worden. Seit dem Start der Apps auf Rezept im Oktober 2020 hat die TK 6.126 Rezeptcodes an Versicherte ausgegeben. Die elektronische Patientenakte nutzen rund 147.000 Personen bei der TK. Täglich würden sich rund 400 neue User anmelden.

 

Verändertes Arzt-Patienten-Verhältnis durch Digitalisierung

Expert:innen bewerten die digitale Transformation im Technikradar 2021

Der Technikradar der Deutschen Akademie der Technikwissenschaften (acatech), der Körber-Stiftung und des Zentrums für Interdisziplinäre Risiko- und Innovationsforschung der Universität Stuttgart (ZIRIUS) untersucht, wie betroffene Stakeholder die digitale Transformation im Gesundheitswesen einschätzen. Er zeigt auf, was die Expert:innen erwarten, wie sie die Chancen bzw. Risiken bewerten und welche Zielkonflikte es gibt. Fallstudien über digitale Vernetzung, E-Health, personalisierte Medizin und 3D-Bioprinting beschreiben die fortschreitende Transformation, die zum großen Teil positiv bewertet wird.

Fest steht, dass sich ein tiefgreifender Umbruch vollzieht: Das Arzt-Patient-Verhältnis wird sich verändern, weil Ärzt:innen nicht nur diagnostizieren, sondern viele Informationen einordnen müssen. Die digitale Gesundheitskompetenz, um das neue, datenbasierte Wissen bewerten und nutzen zu können, wird auch bei Patient:innen immer wichtiger werden.

 

Telefonische Krankschreibung bei Schnupfen weiterhin möglich

G-BA verlängert Sonderregelung

Der Gemeinsame Bundesausschuss (G-BA) hat die Sonderregelung zur telefonischen Krankschreibung bei leichten Atemwegserkrankungen erneut verlängert. Bei leichtem Schnupfen und Husten können Patient:innen weiterhin telefonisch bis zu sieben Tage krankgeschrieben werden. Für darauffolgende sieben Tage können niedergelassene Ärzt:innen eine Folgebescheinigung der Arbeitsunfähigkeit telefonisch ausstellen. Jedoch müssen Ärzt:innen sich durch eine telefonische Befragung persönlich vom gesundheitlichen Zustand der betreffenden Person überzeugen und prüfen, ob gegebenenfalls doch eine körperliche Untersuchung notwendig ist.

Die Sonderregelung wurde um drei Monate verlängert und gilt nun bis zum 30. September 2021. Der G-BA betont, dass trotz sinkender Infektionszahlen Maßnahmen wie diese zur Pandemiebekämpfung weiterhin notwendig seien.

 

Einigung auf europäischer Ebene nach jahrelangen Verhandlungen

Einheitliche Nutzenbewertung auf den Weg gebracht

Mit der Verordnung zur Gesundheitstechnologiebewertung (HTA) wird eine einheitliche Nutzenbewertung von Arzneimitteln und Medizinprodukten in der Europäischen Union nach jahrelangen Verhandlungen Realität. Vertreter:innen von Europaparlament, Ministerrat und der Europäischen Kommission hatten seit 2018 über einen entsprechenden Vorschlag der Kommission verhandelt. Die zuständige EU-Kommissarin, Stella Kyriakides, zeigte sich erfreut über das Ergebnis. »Solche qualitativ hochwertigen wissenschaftlichen Bewertungen werden den Mitgliedsstaaten helfen, zeitnahere und evidenzbasierte Entscheidungen über den Zugang der Patient:innen zu ihren Gesundheitssystemen zu treffen.«

Durch die HTA-Verordnung wird das derzeitige System der EU-finanzierten projektbasierten Zusammenarbeit bei der Bewertung von Gesundheitstechnologien durch einen dauerhaften Rahmen für die gemeinsame Arbeit ersetzt. Die Verordnung hat keine Auswirkungen auf die derzeitige Zuständigkeit der Mitgliedstaaten für die Verwaltung ihrer Gesundheitsdienste, einschließlich Preisgestaltung und Kostenerstattung. Die Verordnung muss noch formell vom Europäischen Rat und dem EU-Parlament verabschiedet werden.

 

Erweiterung der ›Subsitution‹ auf Biosimilars in der Kritik

Ärztliche Hoheit bei der Verordnung von biotechnologisch hergestellten Medikamenten soll wegfallen

Ab August 2022 soll die so genannte ›Substitution‹ in der Apotheke auch für Biosimilars gelten. Auch Rabattvertragsausschreibungen sollen von der Änderung erfasst werden, die im geplanten Gesetz für mehr Sicherheit in der Arzneimittelversorgung (GSAV) vorgesehen ist. Die Hersteller befürchten in diesem Bereich einen Preisdruck und die Abwanderung von Produktion aus Europa. Die Kassen befürworten die Regelung und der Gemeinsame Bundesausschuss G-BA wird bis spätestens August 2022 entsprechende Regelungen auf den Weg bringen.

Die Entwicklung und der Zulassungsprozess von Biosimilars sind komplexer und kostenintensiver, als es bei chemisch synthetisierten Wirkstoffen der Fall ist Entsprechend könnten Marktregulierungsmaßnahmen nicht ohne Weiteres auf Biosimilars übertragen werden, so die Befürchtung der Pharmahersteller berichtet der Tagesspiegel. Der höhere Entwicklungsaufwand bei Biosimilars schaffe im Vergleich zu Generika höhere Markteintrittshürden.

Bei jedem zweiten neu zugelassenen Arzneimittel in der EU handelte es sich im vergangenen Jahr um ein Biopharmazeutikum. Das ist dem neuen Biotech-Report zu entnehmen, der vom Verband vfa bio zusammen mit der Boston Consulting Group (BCG) vorgelegt wurde. 45 Prozent aller Zulassungen waren neue Wirkstoffe, die mit Mitteln der Biotechnologie und aus gentechnisch veränderten Organismen hergestellt wurden. Dazu zählen auch neue Kombinationen bekannter Wirkstoffe sowie die Biosimilars. 2020 wurden durch die Europäische Arzneimittel-Agentur EMA 56 Medikamente in der Europäischen Union neu zugelassen. Davon waren 25 Biopharmazeutika: 16 Originale und neun Biosimilars. Hunderte solcher Mittel sind derzeit in der Entwicklungspipeline. Ganz vorne bei den Anwendungsgebieten liegt dabei die Onkologie.


EinBlick zum Hören: Der wöchentliche Podcast

Das neue Angebot ergänzt unseren EinBlick Newsletter.

 

EinBlick – Der Podcast präsentiert Ihnen die wichtigen gesundheitspolitischen Nachrichten der Woche immer Freitag mittags.
In gut zehn Minuten hören Sie, was in der vergangenen Woche eine Rolle gespielt hat und was in der folgenden Woche wichtig sein wird.

Zusammen mit den tieferen Analysen des Newsletters EinBlick, sind sie stets bestens auf dem Laufenden.

EinBlick – Der Podcast immer freitags, ab 12 Uhr in allen bekannten Podcastportalen.
Die aktuelle Folge finden Sie hier: www.einblick-newsletter.de 


young health

 

Über das WIG2 Institut und Healthcare Hackathons

 

 

Martin Blaschka

ist Leiter des Bereichs Innovationsnetzwerk und Veranstaltungen am WIG2 Institut und leitet in dieser Funktion das institutseigene Zentrum für Innovation und Netzwerk im Gesundheitswesen (ZING!). Er berät Anbieter von Gesundheitsinnovationen zum Markteintritt in die Regelversorgung, organisiert regelmäßige Innovationsformate, insbesondere Hackathons und ist Mentor bei zahlreichen Healthcare Start-up- Acceleratoren sowie -Inkubatoren in Deutschland.

 

 

Sie arbeiten am WIG2 Institut. Das WIG2 Institut ist vielen Personen in der Gesundheitspolitik und -wirtschaft zwar ein Begriff, aber was genau macht das Institut?
Ein Teil der Antwort verbirgt sich bereits im Namen. Unsere Abkürzung steht für ›Wissenschaftliches Institut für Gesundheitsökonomie und Gesundheitssystemforschung‹. Damit haben wir direkt zwei Tätigkeitsfelder angeführt, auf denen unser Schwerpunkt liegt. Die weiteste Klammer, die ich um das, was wir am Institut machen, fassen kann, wäre ›Forschung und Datenanalysen im Gesundheitswesen‹. Das heißt, wir forschen beispielsweise zu ärztlichen Vergütungssystemen, zum Finanzausgleichssystem in der GKV oder zu indikationsspezifischen Fragestellungen rund um die Entwicklung der Versorgungsrealität in Deutschland – Stichwort Real World Evidence. Und uns treibt gerade im Moment natürlich auch verstärkt das Thema Marktzugang an und das, neben klassischen Arzneimitteln und Medizinprodukten, jüngst auch für digitale Gesundheitsinnovationen.

Sie sagten, Sie beschäftigen sich mit dem Marktzugang von beispielsweise digitalen Gesundheitsanwendungen (DiGA) aus wissenschaftlicher Sicht. Was machen Sie dort genau?
Bei digitalen Gesundheitsanwendungen müssen nicht unbedingt rein medizinische Mehrwehrte, also in Bezug auf Mortalität, Morbidität oder Lebensqualität, nachgewiesen werden. Es zählen auch sogenannte patientenrelevante Struktur- und Verfahrensverbesserungen. Das sind weichere Faktoren. Also ganz praktisch gesprochen: Wenn eine App den Zugang zur Versorgung verbessert, zum Beispiel für die ländliche Bevölkerung, die Compliance erhöht oder Gesundheitskompetenz schafft, dann sind das eben auch Mehrwerte, die über eine solche DiGA abgebildet werden können. DiGA sind für uns natürlich spannend. Die Frage, wie innovative digitale Angebote in die Versorgung kommen, ist generell nichts Neues. Denn tatsächlich haben wir viele Produkte und Services schon lange vor dem Bekanntwerden des DiGA-Antragverfahrens begleitet. Für uns war es eine Transferleistungen, die Erfahrung in der Studienkonzeption dann auf das neue regulatorische Gerüst des DiGA-Antrags anzupassen. Als digital affines Institut war uns der DiGA-Fast-Track natürlich sehr willkommen. Vor allem deswegen, weil wir es jahrelang nicht einfach hatten, innovative Start-ups von der Wichtigkeit eines wissenschaftlichen Nutzens zu überzeugen.

Nun haben wir den Vorteil, dass die Hersteller von digitalen Gesundheitsangeboten schon ganz formal auf eine unabhängige Institution zurückgreifen müssen, denn sie dürfen ein Konzept bzw. die Studienplanung nicht selbst erstellen. Das ist zum Beispiel eine Forschungsleistung, die wir am WIG2 Institut übernehmen.

Warum ist eine externe wissenschaftliche Begleitung von DiGA so wichtig?
Neben der reinen Erstellung von Evolutionskonzepten oder Studienprotokollen müssen sich die Hersteller noch mit einer ganzen Reihe von weiteren wissenschaftlichen Leistungen beschäftigen. Wenn der Antrag beim Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte erfolgreich durchgeht, wartet noch eine Preisverhandlung mit dem GKV- Spitzenverband, die man idealerweise mit gesundheitsökonomischen Analysen unterfütterten sollte. Im Vorfeld bietet es sich natürlich an, gegebenenfalls auch strategisch zu überlegen, in welchem Indikationsgebiet oder in welcher Form der Regelversorgung die App überhaupt eintreten soll. Ansonsten haben wir natürlich den Vorteil, dass Hersteller schon gesetzlich geregelt nicht alle Leistungen selbst erbringen können und dürfen. Und selbst wenn es ein Hersteller wollen würde, er könnte kaum alle Aspekte selbst leisten. Wir sprechen hier über eine detaillierte Studienplanung inklusive Evaluationskonzept, Rekrutierung, über Studienzentren, einen statistischen Analyseplan, ein Ethikvotum – Sie merken schon, die Liste ist lang. Das ist alles hochkomplex und keineswegs innerhalb von wenigen Wochen zu erledigen.

Neben den DiGA gibt es noch andere Innovationen, die im Rahmen der gesetzlichen Krankenkassen ihren Platz finden. Was ist da besonders spannend?
Natürlich sind das für uns die Zugangswege, die am Ende in den ersten Gesundheitsmarkt führen, also in die Regelversorgung. Wenn wir uns die Frage anschauen, wie man in eine Erstattungsfähigkeit der gesetzlichen Krankenkassen kommt, dann ist da zum einen natürlich das Thema Innovationsfonds, der jüngst reformiert wurde, ganz spannend. Das heißt, wir haben damit ein neues Verfahren, das etwas niedrigschwelliger und zweiteilig ist. Das bedeutet, ich muss nicht einen riesigen Antrag ausarbeiten, sondern ich kann zuerst einen etwas kürzeren Antrag stellen, der dann bearbeitet wird. Darauf folgt eine zweite, ausführlichere Stufe, für die ich dann aber auch schon eine Förderung bekomme. Diese Entwicklung begrüßen wir sehr.

Zum anderen haben wir neben den selektivvertraglichen Lösungen, wie sie bis jetzt gültig sind, also vor allem im Rahmen der integrierten Versorgung nach §140 a SGB V, noch ein paar schöne Paragraphen in unserem fünften Sozialgesetzbuch dazu bekommen. Beispielhaft zu erwähnen ist der § 68 SGB V mit seinen Absätzen a und b. Spannend ist dabei, dass gesetzliche Krankenkassen mehr Kompetenzen und Rechte eingeräumt bekommen haben, um Innovationen zu fördern. Sie können sich beispielsweise finanziell beteiligen, sie können verstärkt Gesundheits-Apps mit Herstellern zusammen entwickeln und sie haben erweiterte Kompetenzen erhalten, um ihre eigenen Datenbanken intern gewinnbringend zu nutzen.

Eine abschließende Frage zu einem weiteren Thema: Sie organisieren viele Healthcare-Hackathons. Was passiert bei so einem Hackathon und was kann so eine Veranstaltung?
Am WIG2 Institut verantworte ich unsere Innovationsplattform – das ZING!, Zentrum für Innovation und Netzwerk im Gesundheitswesen. Und in dieser Funktion betreue ich neben den Digital Health-Themen auch unsere Veranstaltungen. Wir haben dort einen Fokus auf innovationsgetriebene Events, zum Beispiel Hackathons. Das sind Ideen-Marathons, die über mehrere Tage gehen und letztlich zur Identifizierung und Förderung neuer Ideen im Gesundheitswesen führen sollen. Mehrere Formate haben wir selbst initiiert.

Wir veranstalten jährlich einen großen Krankenkassen-Hackathon oder haben seit letztem Jahr auch einen Hackathon zum Thema Altern und Pflege initiiert. Außerdem sind wir Mitveranstalter der Healthcare Hackathon Reihe, bei der unter anderem auch das health innovation hub involviert ist. Wir sehen in diesen Formaten ein großes Potenzial, um sowohl etablierte Akteure der Versorgung als auch frische, junge Ideengeber, Start-ups, vielleicht auch Gründer:innen, die noch in der Ideenphase sind, zu vernetzen, zusammenzubringen und letztlich an neuen Ideen zu arbeiten. Das ist unser Ziel. Wenn dann am Ende entweder eine spannende Ausgründung erfolgt oder die Ideen vielleicht in Kooperation mit einer Krankenkasse oder einem Klinikum weitergetrieben werden und am Ende Versicherte oder Patient:innen davon profitieren, macht mich das sehr glücklich.


Startup-Telegram

 

Langsam, aber sicher, startet überall die Urlaubszeit. Heute stellen wir passende Start- ups für diese hoffentlich erholsame Phase vor:

Bildungsurlauber ist ein Puzzleteil in Sachen New Work, Employer Branding und Gesundheitsmanagement. Anfang 2020 startete das Portal für Bildungsurlaub mit Infos rund um Seminare, Gesetzeslage und Beantragung. Arbeitnehmer:innen und Arbeitgeber:innen werden über das Recht auf Bildungsurlaub aufgeklärt und bei der Beantragung unterstützt – inklusive Download der passenden Formulare. www.bildungsurlauber.de

Insektenstiche gehören zum Sommer, neu ist die smarte Behandlung via heat_it, einem zertifizierten Medizinprodukt der Klasse II a. Durch die lokale Erwärmung der betroffenen Hautstelle werden die Histamin-Ausschüttung reduziert und Juckreiz sowie Schmerz verringert. Durch Koppelung mit einem Smartphone (Android oder Apple) ist das Gerät funktionsbereit, über den Ladeanschluss erfolgen Energieversorgung und Steuerung. In der zugehörigen App lassen sich Behandlungsdauer und -temperatur anpassen. https://heatit.de/

Die Kollaborations- und Informationsplattform Flip ermöglicht unter anderem die Urlaubsplanung in Unternehmen auf firmeneigenen oder privaten Geräten. Die Mitarbeiter-App integriert die gesamte Belegschaft und bietet Mehrwerte, beispielsweise mit Informationen über das digitale Schwarze Brett in Form eines Newsfeeds: Neue Hygieneverordnungen, Speisepläne in der Kantine und Urlaubsvertretungen können gezielt an die Beschäftigten kommuniziert werden. Einzel- und Gruppenchats erlauben abteilungs- und standortübergreifende Kommunikation. https://www.flipapp.de/

Im Juni wurde die Liste der ›Apps auf Rezept‹ beim Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte um zwei neue Anwendungen erweitert. Das Unternehmen Selfapy war bisher mit einem Online-Kurs zur Behandlung von Depressionen vertreten. Nun sind auch dessen Angebote bei generalisierter Angststörung und bei Panikstörung jeweils als DiGA vorläufig aufgenommen. www.selfapy.de


Meldungen

 

Positionspapier von fünf großen Institutionen

Interoperabilität als Voraussetzung für digitale Pflege

Fünf große Institutionen im Gesundheitswesen haben sich zusammengeschlossen, um ein Positionspapier für Interoperabilität und technische Standards in der Pflege zu entwickeln.

Eine reibungslose system- und sektorenübergreifende Vernetzung sei maßgeblich dafür, dass digitale Lösungen in der Pflege erfolgreich sind, heißt es in dem Positionspapier. Dabei benennen die Verfasser:innen vier wichtige Aspekte, um Interoperabilität, also die Fähigkeit von mehreren Menschen, Organisationen oder Systemen, Informationen untereinander auszutauschen und wiederzuverwenden, in der Pflege sicherzustellen.

Zum einen sei es wichtig, dass digitale Pflegedokumente auf alle pflegerelevanten Settings ausgerichtet werden. So sollen Informationen eines elektronischen Dokuments in allen Bereichen der Pflege abrufbar sein. Dies wäre für die somatische und psychiatrische Akutpflege im Krankenhaus, den Rehabilitationsbereich wie auch für die häusliche und die stationäre Pflege gleichermaßen relevant. Zum anderen sprechen die Verbände sich für internationale Standards aus. Dabei fordern sie, dass der Gesetzgeber weiterhin internationale Standards fördert und mit bedenkt.

Des Weiteren betonen die Verfasser:innen, dass digitale Anwendungen einfach und reibungslos in den Pflegealltag zu integrieren sein müssen. So sollen Pflegefachpersonen durch die Integration von digitalen Pflegedokumenten in der gewohnten Versorgungsarbeit möglichst wenige Veränderungen, aber eine spürbare Unterstützung erleben. Darüber hinaus wollen sie, dass digitalisierte pflegerelevante Dokumente als Grundlage für eine sektorenübergreifende Versorgung genutzt werden sollen. Dafür sei ein einheitliches Set an Pflegedaten, national und international vergleichbar, erforderlich.

Das Diskussionspapier ist ein gemeinsamer Impuls des Bundesverbands Gesundheits-IT (bvitg), der Bundespflegekammer, des Deutschen Pflegerats (DPR), der Forschungsgruppe Informatik im Gesundheitswesen der Hochschule Osnabrück und der Pflegeberufekammer Schleswig-Holstein.

 

Kündigung durch die AOK

Neuer Vertrag mit dem Versorgungsnetzwerk Gesundes Kinzigtal?

Die AOK Baden-Württemberg hat den Vertrag mit dem Versorgungsnetzwerk Gesundes Kinzigtal ohne Gründe beendet. Gab der neue morbiditätsorientierte Risikostrukturausgleich (Morbi-RSA) den Ausschlag? Eine künftige Zusammenarbeit sei laut Kasse möglich, allerdings zu neuen Bedingungen.

Völlig unerwartet kündigte die AOK Baden-Württemberg den Vertrag mit dem als Vorzeigeprojekt bekannten Versorgungsnetzwerk Gesundes Kinzigtal GmbH in Südbaden zum 30. Juni 2022. Eine Studie hatte jüngst die Erfolge des seit 2005 bestehenden Netzwerks bestätigt: Teilnehmende wurden später pflegebedürftig und ihre Lebenserwartung stieg durchschnittlich um vier Jahre.

Gründe für die Kündigung wurden nicht genannt. Experten sehen den neuen Morbi-RSA und die Manipulationsbremse als Ursache. Das Versorgungsverbesserungsgesetz (GPVG) verändert die Regeln zur integrierten Versorgung. So dürfen Gründung und Ausbau regionaler Versorgungsformen seit 1.1.2021 von mehreren Kassen gemeinsam mit Netzwerken von Leistungsanbietern geschlossen werden. Ferner können nichtärztliche Gesundheitsdienstleister eingebunden werden und bisher befristete Projekte aus dem Innovationsfonds leichter in die Regelversorgung gelangen.

Der Morbi-RSA führt dazu, dass in diesem Jahr erstmalig alle Krankheiten bei der Ermittlung der Zuweisungen an die Kassen berücksichtigt werden, ab 2022 werden über den Regionalfaktor Unterschiede in den Versorgungskosten hinzukommen. Daneben soll die Manipulationsbremse den Kassen Anreize nehmen, ihre Zuweisungen aus dem Gesundheitsfonds zu optimieren.

Helmut Hildebrand, Mitbegründer und ehemaliger Geschäftsführer des Gesunden Kinzigtals, sagte zum Tagesspiegel, die Beteiligten verhandelten einen neuen, für die AOK günstigeren Vertrag. Morbi-RSA und die Manipulationsbremse setzen die Kasse unter Druck, sie fürchten Einnahmeverluste in Millionenhöhe. Allein beim Regionalfaktor handelt es sich um 50 Euro pro Versicherten, gesamt also 225 Millionen Euro.

 

Digitale Identität in ganz Europa

EU-Kommission schlägt europaweite digitale Brieftasche vor

In einer europäischen digitalen Brieftasche (EUid-Brieftasche) sollen Menschen innerhalb der EU Daten für alle Arten von Dienstleistungen speichern und nutzen können. Darunter fallen beispielsweise Abschlusszeugnisse, Führerschein oder Bankdaten. Das ist ein aktueller Vorschlag der Europäischen Kommission.

»Dank der europäischen digitalen Identität werden wir in jedem Mitgliedstaat ohne zusätzliche Kosten und mit weniger Hürden dasselbe tun können wie zu Hause, ob wir nun außerhalb unseres Heimatlandes eine Wohnung mieten oder ein Bankkonto eröffnen wollen«, sagt Margrethe Vestager, die für das Ressort ›Ein Europa für das digitale Zeitalter‹ zuständige Exekutiv-Vizepräsidentin der EU-Kommission. So hat die EU- Kommission Anfang Juni die europäische digitale Identität (EUid) vorgeschlagen, die allen Bürger:innen und Unternehmen in der EU zur Verfügung stehen soll.

Bis September 2022 sollen die Mitgliedstaaten ein gemeinsames Instrumentarium schaffen, das die technische Architektur, Normen, Leitlinien und bewährte Verfahren umfasst. Parallel dazu plant die Kommission, mit den Mitgliedstaaten und dem Privatsektor an den technischen Aspekten der europäischen digitalen Identität zu arbeiten. Dabei ist der EU-Kommission wichtig, dass durch die EUid-Brieftasche die Menschen die Möglichkeit erhalten, selbst darüber zu entscheiden, welche Aspekte ihrer Identität, welche Daten und Zertifikate sie an Dritte überliefern wollen. So sorge die Kontrolle der Nutzer:innen über ihre eigenen Daten dafür, dass lediglich erforderliche Informationen weitergegeben werden. Die digitale Brieftasche kann dann beispielsweise an Flughäfen oder bei der Anmietung eines Autos genutzt werden.
 
EU-Kommissar Thierry Breton betont, dass die EU-Kommission den Verbraucher:innen eine europaweite digitale Möglichkeit schaffen möchte, womit die Bürger:innen eines jeden Mitgliedstaats noch besser nachvollziehen könnten, was es bedeutet, in Europa zu leben und Europäer:in zu sein.

Die europäische digitale Identität ist Teil des Digitalen Kompass 2030. So sollen bis 2030 alle öffentlichen Dienste online verfügbar sein, alle Bürgerinnen und Bürger Zugang zu ihren elektronischen Patientenakten haben und 80 Prozent der Bevölkerung eine eID- Lösung nutzen.

 

Hybrider Hauptstadtkongress 2021: Trendthema Corona

Botschaften aus EU-Kommission und Ethikrat bereichern die Diskussion

Erstmalig fand der Hauptstadtkongress in hybrider Form mit zahlreichen real teilnehmenden Entscheidungsträger:innen aus der Gesundheitsbranche im City Cube auf dem Messegelände statt. Wichtige Herausforderungen, allen voran die Corona-Pandemie und ihre Auswirkungen, wurden ausführlich diskutiert.

Ein vorbildliches PCR-Testkonzept ermöglichte die reale Begegnung von täglich 500 Expert:innen aus Ärzteschaft, Politik, Kliniken, Kassen, Gesundheitswirtschaft, Forschung und Pflege. Im Rahmen des Berliner Pilotprojekts wurden alle, auch Geimpfte und Genesene, getestet – kein Ergebnis war positiv. Rund 1000 Teilnehmende verfolgten die 91 Panels zusätzlich digital. Das Themenspektrum umfasste neben den Lehren aus der Corona-Pandemie die Digitalisierung, die Finanzierung – in Krankenhaus, GKV und Pflege –, die Personalgewinnung sowie Innovationen in Forschung und Medizin.

So lobte EU-Kommissionspräsidentin Dr. Ursula von der Leyen die trotz aller Anfangsschwierigkeiten vorbildliche und faire europäische Impfkampagne. Prof. Dr. Alena Buyx, Vorsitzende des Ethikrats, und Virologe Prof. Dr. Christian Drosten waren sich einig, künftig vermehrt in Bildung zu investieren: Wissenschaft brauche Vertrauen, da Ergebnisse sich ändern können, sogar schneller als Viren. Bundesgesundheitsminister Jens Spahn lobte die fortschreitende Digitalisierung im Gesundheitswesen und dankte allen Beschäftigten. Der Krankenhausratingreport stellte die wirtschaftliche Lage der Kliniken vor: Die schlechten Ergebnisse im Jahr 2019 werden sich trotz einer leichten Erholung 2020 wohl im Jahr 2022 erneut fortsetzen.

Kongresspräsident Prof. Dr. Karl Max Einhäupl bilanzierte: »Ein inhaltlich und organisatorisch gelungener Kongress zeigt, dass sich unsere Mühe in Richtung Hybridkonzept gelohnt hat. Neben den fachlichen Themen ist der persönliche Austausch sehr wichtig. Ich schaue optimistisch in die Zukunft und freue mich auf einen Präsenzkongress im nächsten Jahr. Neben Bewährtem planen wir viel Neues!«


Bemerkt

 

»Wir müssen uns in Europa in den nächsten zwei, drei Jahren entscheiden, wie wir mit Daten umgehen wollen. Sonst entscheiden das andere für uns – amerikanische Großkonzerne zum Beispiel.«

Dr. Gottfried Ludewig Chef der Abteilung für Digitalisierung des Gesundheitswesens im Bundesministerium für Gesundheit auf die Frage, ob Deutschland bei der Nutzung von medizinischen Daten eine ›Datennutzungsverhinderungsdebatte‹ führen würde.

 

Das ganze Interview in der kma können Sie hier nachlesen: https://www.kma-online.de/aktuelles/it-digital-health/detail/dr-gottfried-ludewig-ueber-die-lehren-aus-der-corona-krise-a-45657


Weiterlesen

 
Wir wollen im EinBlick neben einem Überblick zu Themen der Gesundheitsnetzwerker auch einen Blick auf Debatten und Dokumente werfen.

Was sind die negativen Effekte der COVID-19-Maßnahmen auf die Versorgung depressiv Erkrankter? Damit beschäftigt sich eine aktuelle Studie. In der Arbeit wird analysiert, wie sich die medizinische und psychotherapeutische Versorgung depressiv Erkrankter darstellt. Die Wissenschaftler:innen haben dafür 5.178 Personen im Zeitraum zwischen dem 26. Juni 2020 und 8. Juli 2020 befragt. Unter den Teilnehmenden mit einer aktuellen depressiven Krankheitsphase gaben 56 Prozent an, während eines Lockdowns Einschränkungen in der medizinischen Versorgung bei sich selbst oder einem nahen Angehörigen erlebt zu haben.

Hier können Sie die Studie nachlesen: https://link.springer.com/article/10.1007/s00115-021-01148-3


Empfehlung

BZgA launcht Portal zu Klimawandel und Gesundheit

Welche Auswirkungen der Klimawandel auf die Gesundheit hat, können Interessierte ab sofort auf dem Portal www.klima-mensch-gesundheit.de der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) erfahren. Ziel des Portals ist es, über die Zusammenhänge von Gesundheit und Klimaveränderungen zu informieren, Handlungstipps und Orientierung über weiterführende Angebote zu geben. Auf der Website findet sowohl Fachpersonal Informationen, um Lebenswelten hitzetauglich zu gestalten und Menschen gezielt in ihrer alltäglichen Umgebung anzusprechen, als auch interessierte Bürger:innen erhalten unabhängige Informationen, wie sie Hitzebelastungen vorbeugen können.


Zuletzt:

 

Christine Vogler ist neue Präsidentin des Deutschen Pflegerats e.V.

Der Deutsche Pflegerat e.V. hat eine neue Präsidentin gewählt. Christine Vogler folgt auf Franz Wagner, den bisherigen Präsidenten des Deutschen Pflegerats. Die gelernte Krankenschwester und Diplom-Pflegepädagogin ist seit 2020 Geschäftsführerin des Berliner Bildungscampus für Gesundheitsberufe. Christine Vogler spricht sich für Pflegeberufkammern aus, eine bessere Bezahlung im Bereich Pflege, die durch den Staat refinanziert werden muss, sowie bessere Personalbemessungsinstrumente, die zur Entlastung der Pflegenden und einer guten Patientenversorgung beitragen sollen.

Hier können Sie weiterlesen: https://deutscher-pflegerat.de/2021/06/16/christine-vogler-zur-neuen-praesidentin-des-deutschen-pflegerats-gewaehlt/

Weitere Themen