Berlin-Chemie Newsletter vom 26. November 2020

Berlin-Chemie Newsletter vom 26. November 2020

Interview:

  • Wissenschaft übernimmt Verantwortung für unsere Zukunft
    EinBlick sprach mit Prof. Dr. Detlev Ganten über den World Health Summit 2020

Kurzstrecke:

  • Neue Impulse für das Gesundheitswesen setzen
    Innovationsausschuss des G-BA ruft zur Mitgestaltung auf

  • 1075 Kliniken dürfen Mindestmengen-relevante Behandlungen durchführen
    AOK-Bundesverband erweitert Mindestmengen-Transparenzkarte für 2021

  • Exponentielles Wachstum gestoppt – aber keine Entwarnung bei Corona
    Schaltkonferenz der Bundeskanzlerin mit den Länderchef:innen trifft Entscheidungen

  • Beachtliche Erfolge in der Pharmaforschung
    Rekordergebnisse in Deutschland

Young Health:

  • Digitalisierung in der Pflege: »Wir müssen die Pflegekräfte mitnehmen!«
    Silke Kopp Gründerin von Health&Bits – einem Start-up, das die Ausbildung in der Pflege digitalisiert Start-up Telegram

Start-up Telegram

Meldungen:

  • Diabetes-Atlas der Barmer
    Volkskrankheit Diabetes weiter ansteigend

  • Neuer Fortschritt in der Telemedizin
    Studie zur Therapie herzschwacher Menschen

  • Lob und Kritik
    Umsetzungsbericht der Konzertierten Aktion Pflege (KAP)

  • Mehrkosten oder Spekulation
    Doppelvergütung im Terminservice- und Versorgungsgesetz (TSVG)


Interview

 

Wissenschaft übernimmt Verantwortung für unsere Zukunft

EinBlick sprach mit Prof. Dr. Detlev Ganten über den World Health Summit 2020

 

 

Prof. Dr. Detlev Ganten

ist Präsident des World Health Summit und Vorsitzender des Stiftungsrates der Stiftung Charité, Gründungsdirektor des Max-Delbrück-Centrums für Molekulare Medizin (MDC), Berlin u.v.a.

 

 

 

Was waren die wichtigsten Themen des World Health Summit (WHS) 2020?
Der WHS zeichnet sich aus durch eine holistische Sicht auf die globale Gesundheit, dem Dreiklang aus Wissenschaft, Innovation und Politik. Hochrangige Wissenschaftler:innen berichten über neue Möglichkeiten der Prävention, Diagnose und Behandlung – und über die Erhaltung der Gesundheit. Sie beraten Politiker:innen weltweit, nicht nur während des Kongresses, sondern auch über seine Ergebnisse. Ferner haben die Mitglieder der Akademien der Wissenschaften (M8 Allianz) national die Aufgabe, ihre Regierungen zu beraten. Jedes Jahr verabschieden wir die Statements der M8 Allianz, die an alle wichtigen internationalen Organisationen – insbesondere auch an die Staatschefs der G7 und G20-Gipfel – verteilt werden.
Ein wichtiges Thema ist die Covid-19-Pandemie, die exemplarisch besprochen wird. Wir brauchen die Grundlagenwissenschaft, um ein neues Virus zu erkennen und rasche Behandlungsstrategien zu entwickeln, um Industrie und Politik zu beraten sowie die Bevölkerung zu informieren.
Ein weiteres Thema stellt die Digitalisierung dar, die auffällig mit der Pandemie verbunden ist und eine neue Bedeutung erhält, auch in den Empfehlungen der M8 Allianz. Zudem bleibt das Thema Klima ein wichtiger Schwerpunkt. Während Covid-19 sehen wir, wie stark die klimatischen Bedingungen die Ausbreitung der Pandemie beeinflussen: Mobilität, Städte, Urbanisierung, Umweltverschmutzung, Atembeschwerden und Vorerkrankungen rücken in ein neues Licht, entwickeln sich als ein Gesundheitsrisiko. Großstädte werden zum Hotspot für die Pandemie.

Der WHS adressierte Pandemien und den Schutz davor schon in vergangenen Jahren als ein Ziel. Wo sehen Sie heute die dringendsten Herausforderungen?
Insbesondere die Politik, aber auch Verwaltungen und Betriebe müssen Empfehlungen aus vorangegangenen Jahren ernster nehmen – und die Durchführung sollte kontrolliert werden. Pandemie-Pläne gab es einige, sie wurden oft verfeinert, aber nicht wirklich auf ihre Realisierung überprüft. Prävention wird nicht ausreichend ernst genommen, sie muss eine Priorität der Zukunft werden, auch wenn sie teuer erscheint. Unvorbereitet zu sein ist noch teurer, wie wir es jetzt dramatisch weltweit erleben. Darüber hinaus brauchen wir vermehrt internationale Kooperation. Die Weltgesundheitsorganisation WHO bleibt eine der wichtigsten Einrichtungen. Sie muss in die Lage versetzt werden, ihre Aufgaben erfüllen zu können. Wir sind sehr froh, dass WHO-Generaldirektor Doktor Tedros als Schirmherr den WHS unterstützt. Wir werden die Aktivitäten komplementär weiterentwickeln und stärken.
 
Welche Ziele hat der WHS erreicht?
Die M8 Allianz mit inzwischen 28 der wichtigsten akademischen Gesundheitszentren und Universitäten weltweit und allen 130 Akademien der Medizin und Wissenschaften sind ein einzigartiges Netzwerk, das sich zweimal im Jahr trifft: einmal im Oktober in Berlin zum WHS und einmal unter Leitung des internationalen Präsidenten abwechselnd in Ländern rund um den Globus zu den WHS Regional Meetings. Ich habe bisher keine akademische Organisation dieser Art erlebt, die auf so hohem Niveau mit so viel Verantwortung ein allgemeines Ziel der Menschheit verfolgt. Das Nachhaltigkeitsziel drei, »Gesundheit für alle«, und dessen Aktionsplan wurden auf Anregung von Bundeskanzlerin Merkel auf dem Summit vor zwei Jahren verkündet. Inzwischen hat sich die Auffassung weitgehend durchgesetzt, dass dieses Ziel einen Eingangsfaktor für alle anderen Nachhaltigkeitsziele der Vereinten Nationen bildet.

Die Wissenschaft übernimmt zunehmend Verantwortung für unsere Zukunft, wie wir konkret bei Covid-19 sehen. Als Aufgabe bleiben die Verfolgung der Nachhaltigkeitsziele und die Verbesserung der Lebensbedingungen und der Gesundheit für die Menschen auf dieser Erde.

Und das ist ein hohes Ziel. Die Krise zeigt, dass wir niemals zufrieden sein dürfen, weil wir immer neuen Herausforderungen begegnen. Wir müssen lernen, aus jeder Krise gestärkt hervorzugehen und unsere Instrumente – insbesondere die internationalen Kooperationen – zu verbessern.

Was wünschen Sie sich persönlich für 2021 und den 13. WHS – und: Werden Sie sich gegen Covid-19 impfen lassen?
Ich wünsche mir, dass wir mit verstärkter internationaler Kooperation aus dieser Krise hervorgehen. Bildung ist die wichtigste Voraussetzung für ein gesundes und besseres Leben: education is the best vaccination.

Ich wünsche mir auch, dass Europa eine stärkere Position im Bereich Gesundheit, Digitalisierung und Bildung einnimmt. Wir müssen unsere große Verantwortung noch besser wahrnehmen.

Selbstverständlich werde ich mich gegen Covid-19 impfen lassen, so wie ich mich gegen Grippe impfen lasse. Mein Alter habe ich erreicht, weil ich das Glück hatte, schon als Kind gegen alle Kinderkrankheiten geimpft worden zu sein, die vor dem Ersten Weltkrieg fast alle tödlich waren. Emil von Behring war bekanntlich der erste Nobelpreisträger, 1901 in der Charité, der die damals tödliche Diphtherie durch Impfung und Antiserum ausrottete.


Kurzstrecke

 

Neue Impulse für das Gesundheitswesen setzen

Innovationsausschuss des G-BA ruft zur Mitgestaltung auf

Der beim Gemeinsamen Bundesausschuss (G-BA) angesiedelte Innovationsausschuss hat einen Aufruf zur Mitgestaltung gestartet. Ziel ist es, verschiedene Sichtweisen in Innovationen des Gesundheitswesens einfließen zu lassen. Bis Mitte Januar können Expert:innen aus Verbänden ärztlicher und nichtärztlicher Leistungserbringer, aus Verbänden der Krankenhäuser oder Krankenkassen, Wissenschaftsverbänden, Forschungseinrichtungen sowie Patientenorganisationen Ideen einreichen. Die Vorschläge können sich auf die Bereiche neue Versorgungsformen sowie Versorgungsforschung beziehen.

Der Innovationsausschuss bittet, die Vorschläge bis zum 15. Januar 2021, 12:00 Uhr, per E-Mail an konsultationsverfahren@if.g-ba.de zu senden. Gefördert werden sollen Projekte, die über die regelhafte Gesundheitsversorgung in der gesetzlichen Krankenversicherung hinausgehen.

 

1075 Kliniken dürfen Mindestmengen-relevante Behandlungen durchführen

AOK-Bundesverband erweitert Mindestmengen-Transparenzkarte für 2021

Im nächsten Jahr dürfen 1075 Krankenhäuser in Deutschland Operationen durchführen, bei denen der Gesetzgeber Mindestmengen vorgibt. 17 in 2019 zugelassene Kliniken haben laut gemeldeten Fallzahlen bestimmte Mindestmengen in diesem Jahr nicht erreicht. Sie dürfen im nächsten Jahr Behandlungen mit besonders hohen Risiken für Patient:innen nicht durchführen. Es handelt sich um Implantationen von künstlichen Kniegelenken (50 Fälle pro Jahr), Transplantationen von Leber (20), Niere (25) und Stammzellen (25), komplexe Operationen an der Speiseröhre (10) und Bauchspeicheldrüse (10) sowie die Versorgung von Früh- und Neugeborenen mit einem Geburtsgewicht unter 1.250 Gramm (14 Fälle pro Jahr).

Seit 2019 sind die Kliniken dazu verpflichtet, ihre Mindestmengen-relevanten OP-Zahlen zu melden. Das führte im vergangenen Jahr zu vielen Klagen seitens der Krankenhäuser vor den Sozialgerichten.

 

Beachtliche Erfolge in der Pharmaforschung

Rekordergebnisse in Deutschland

Im Jahr 2019 wurden die Forschungsaufwendungen durch Pharmaunternehmen für die Entwicklung neuer Arzneimittel in Deutschland auf 7,8 Milliarden Euro gesteigert. Dieser historische Höchststand macht die Branche zur forschungsintensivsten Industrie im Land.

Der Verband der forschenden Arzneimittelhersteller (vfa) in Deutschland freut sich über diesen Erfolg. Viele Medikamente beispielsweise gegen Krebs oder zur Prophylaxe werden ebenso wie Impfstoffe in Deutschland entwickelt und hergestellt. Vfa-Präsident Han Steutel sieht die Verbindung von Forschung und Produktion als ein Markenzeichen für den Standort Deutschland: »Die Verknüpfung von Forschung und Produktion ist ein Thema, das in der Corona-Pandemie die ganze Branche überall auf der Welt bewegt. Gerade hier kann Deutschland punkten.« Deutschland sei auf Wertschöpfungsketten angewiesen, die in Innovationen ihren Ausgangspunkt haben.

 

Exponentielles Wachstum gestoppt – aber keine Entwarnung bei Corona

Schaltkonferenz der Bundeskanzlerin mit den Länderchef:innen trifft Entscheidungen

»Die erhoffte Trendwende konnte im November noch nicht erreicht werden, bisher ist lediglich ein ›Seitwärtstrend‹ zu beobachten.«, so die gemeinsame Erklärung vom 25. November. Am 20. November verzeichnete das Robert-Koch-Institut (RKI) für Deutschland einen neuen Höchstwert: 23.648 Neuinfektionen wurden von den Gesundheitsämtern binnen 24 Stunden an das RKI gemeldet. »Damit ist das eigentliche Ziel einer deutlichen Reduktion der Neuinfektionen bisher nicht erreicht.« Deshalb sollen die am 28. Oktober zunächst bis Ende November befristeten Maßnahmen nicht aufgehoben werden.

Im Vorfeld der Konferenz kursierten mehrere Entwürfe der gemeinsamen Erklärung. Einzelne Vorschläge waren im Vorfeld umstritten. Die Konferenz selbst dauerte deutlich länger als geplant. Neben der Verlängerung der Maßnahmen bis mindestens 20. Dezember wurden die Regelungen teilweise verschärft. Neu vereinbart wurde, dass bei »besonders extremen Infektionslagen mit einer Inzidenz von über 200 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohnern pro Woche und diffusem Infektionsgeschehen« die umfassenden Maßnahmen nochmals erweitert werden sollen.

Im Rahmen der ›Sozialgarantie 2021‹ sollen die Sozialversicherungsbeiträge bei maximal 40 Prozent stabilisiert werden. Weitere Finanzbedarfe sollen aus dem Bundeshaushalt gedeckt werden. In diesem Rahmen möchte die Bundesregierung prüfen, wie eine steuerfinanzierte Stabilisierung der GKV-Beiträge sowie KSK-Beiträge vor dem Hintergrund der hohen Corona-bedingten Mehrkosten aussehen könnte.


EinBlick zum Hören: Der wöchentliche Podcast

Das neue Angebot ergänzt unseren EinBlick Newsletter.

 

EinBlick – Der Podcast präsentiert Ihnen die wichtigen gesundheitspolitischen Nachrichten der Woche immer Freitag mittags.
In gut zehn Minuten hören Sie, was in der vergangenen Woche eine Rolle gespielt hat und was in der folgenden Woche wichtig sein wird.

Zusammen mit den tieferen Analysen des Newsletters EinBlick, sind sie stets bestens auf dem Laufenden.

EinBlick – Der Podcast immer freitags, ab 12 Uhr in allen bekannten Podcastportalen.
Die aktuelle Folge finden Sie hier: www.einblick-newsletter.de 


young health

 

Digitalisierung in der Pflege: »Wir müssen die Pflegekräfte mitnehmen!«

 

 

Silke Kopp

ist Gründerin von Health&Bits – ein Start-up, das die Ausbildung in der Pflege digitalisiert. Außerdem lehrt sie im Studiengang ›Pflege und Digitalisierung‹ an der FOM – Fachhochschule für Ökonomie und Management.

 

 

 

 

Sie haben eine Plattform geschaffen, mit der Menschen sich digital Wissen in der Pflege aneignen können. Pflege ist sehr praxisorientiert. Wie funktioniert es, Pflege online zu lernen?
Pflege online zu lernen funktioniert technisch genauso wie andere Lernplattformen. Eine Besonderheit ist bei uns jedoch die Zielgruppe. Wir sind mit der Zielgruppe der Praxisanleiter:innen gestartet. Seit der Einführung der generalistischen Ausbildung Anfang 2020 müssen Praxisanleiter:innen ab sofort eine Pflichtfortbildung nachweisen. Bis vor Kurzem gab es in der Pflege überhaupt keine Pflichtfortbildungen. Das war nicht wie bei den Ärzt:innen organisiert, die Punkte sammeln müssen. Praxisanleiter:innen, also diejenigen, die Auszubildende auf Stationen anleiten, müssen nun 24 Stunden im Jahr Fortbildungen nachweisen, ansonsten verlieren sie ihre Zulassung als Praxisanleiter:innen. Um die Lerninhalte zu digitalisieren, hatten wir eine Kooperation mit einer Pflegeschule. Aus dem Wissen, das in der Schule vermittelt wird, haben wir Präsentationen und Videos gebaut – quasi den analogen Lernstoff digitalisiert. Die Lehre hat ja vor Corona so gut wie ausschließlich in Präsenz stattgefunden. Jedoch wollten wir nicht nur Frontalunterricht digitalisieren, sondern das Ganze interaktiver gestalten. Die Zielgruppe hat uns da ganz schön herausgefordert.

Vor welchen Herausforderungen standen Sie und was sind Ihre Erkenntnisse zum Thema Digitalisierung in der Pflege?
Da wir Gruppenarbeiten angeboten haben, mussten alle Praxisanleiter:innen zusammen an einem Termin starten. Uns war zu dem Zeitpunkt nicht bewusst, auf welchem technischen Wissensstand einige Teilnehmenden waren. Eine Herausforderung war beispielsweise das Eingeben der Benutzerdaten und des Passwortes. Das waren Fragen, mit denen ich nie gerechnet hätte. Da ist mir wieder klar geworden, wie wichtig es ist, die Zielgruppe da abzuholen, wo sie mit ihren Kenntnissen des Digitalen tatsächlich steht, um sie mitnehmen zu können. Wir reden alle von Digitalisierung in der Pflege – wir halten Vorträge über KI und Robotik –, aber eigentlich müssen wir zwei Schritte zurück gehen. Wir müssen alle in der Pflege mitnehmen und zuerst einmal erklären, was Digitalisierung in globalen Bereichen bedeutet. Denn wenn man die Basics kennt, dann ist das alles keine Raketenwissenschaft. Deswegen lehre ich nun im Studiengang ›Pflege und Digitalisierung‹.

Wie wird das Konzept angenommen? Ist es Teil der Versorgung?
Nein, digitale Produkte in der Aus- und Weiterbildung der Pflege sind noch lange nicht Teil der Versorgung. Eine Schulleitung hat beispielsweise in einer Mail an ihre Kursteilnehmenden geschrieben, dass sie Microsoft 360 Grad als Trostpflaster erhalten, weil der Unterricht nun digital und nicht in Präsenz stattfindet. Wenn Führungskräfte nicht überzeugt sind, dass man über Computer lernen kann, vermitteln sie diese Einstellung weiter. Wir wissen alle, dass die Pflege überaltert ist. Wir haben mehr Pflegende über 55 Jahre als Jüngere. Diese stehen der Digitalisierung sehr skeptisch gegenüber. Das tun sie jedoch nur, weil wir keinen richtigen Diskurs führen. Wir nehmen die Pflegekräfte nicht an die Hand.

Was wollen Sie mit Ihrem Start-up erreichen?
Wir sind mehr als eine Lernplattform für Praxisanleiter:innen. Wir haben eine Software geschaffen, die die Ausbildung von Pflegekräften abbildet und organisiert. Dort können Lehrkräfte Termine einstellen oder Nachrichten mit den Azubis austauschen. Kommunikation zwischen den Lehrenden und den Schüler:innen herzustellen ist ein wesentlicher Punkt. Außerdem ist mir sehr wichtig, dass die Azubis nicht die Ausbildung abbrechen. Deshalb haben wir Buttons integriert, mithilfe derer sie zum Beispiel darauf hinweisen können, wenn sie einen ›Theorie-Praxis-Konflikt‹ erlebt haben. Denn einer der wesentlichen Gründe, warum Schüler:innen die Ausbildung abbrechen, ist, weil sie merken, dass das Wissen aus der Schule so nicht in der Praxis gelebt wird. Ich hoffe, dass wir so mehr Azubis in ihrer Ausbildung halten und motivieren können. Ich wünsche mir, dass sich alle gut betreut fühlen.

Sie sind im Bereich Digitalisierung in der Pflege sehr aktiv, auch als Dozentin. Welche Trends in der Digitalisierung der Pflege sehen Sie in den kommenden Jahren?
Ich denke, es können Prozesse durch intelligente Software erleichtert werden. Ob es die Patientenverlegung, Bettenplanung oder das Entlassungsmanagement betrifft. Darüber hinaus werden sicherlich auch kleinere Helfer wie beispielsweise Roboter, die Botengänge übernehmen, zum Einsatz kommen. Erst wenn diese Helfer flächendeckend in der Versorgung angekommen sind, können wir den Blick in Richtung Pflegeroboter wenden.


Startup-Telegram

 

Die Corona-Pandemie treibt die Digitalisierung im Gesundheitswesen stetig voran, immer mehr Start-ups unterstützen bei digitaler Kommunikation. Eines davon ist Patientus: Es verbindet Ärzt:innen und Patient:innen in Videosprechstunden, unter anderem zur Beratung oder Nachsorge. Nutzer:innen benötigen dafür keine Installation, nur einen PC oder Laptop. https://www.patientus.de/

Doctorly, eine Praxissoftware, reduziert den Verwaltungsaufwand in Arztpraxen. Das Start-up integriert die digitale Kommunikation, Videokonferenzen und den Anschluss an die Telematik-Infrastruktur. Patient:innen können Termine digital buchen, mit den Ärzt:innen kommunizieren und sicher auf ihre persönlichen Gesundheitsdaten zugreifen. https://www.doctorly.de/

Ähnlich agiert die Plattform dubidoc mit Online-Terminbuchung, digitalem Wartezimmer, Videosprechstunde und einem Zuweiser-Netzwerk. Die Lösung ergänzt und erweitert konventionelle Praxissoftware, ersetzt sie aber nicht. https://www.dubidoc.de/

Onlinekliniken wie https://www.onlineklinik24.com/ fokussieren hingegen die Erkrankten oder deren Angehörige. Diese können sich auf der Webseite informieren und dort einen Anbieter für die Ferndiagnose suchen. Bei kleineren Beschwerden oder der Ausstellung regelmäßiger Rezepte ist Fernbetreuung unkompliziert und zeitsparend.

Videosprechstunden mit vielfältigen Anwendungsszenarien hält Arztkonsultation bereit. Das Unternehmen ist für die gesetzliche Regelversorgung zugelassen. Ärzt:innen zahlen eine Gebühr, für Patient:innen gesetzlicher Kassen ist die Nutzung kostenlos. https://arztkonsultation.de/

In der Dermatologie mit ihrem visuellen Charakter sind Online-Konsultationen eine komfortable Technik. Hier bieten die Unternehmen Derma2go, Dermanostic und OnlineDoctor gegen eine geringe Gebühr und oft innerhalb von 24 Stunden Diagnostik und Therapie an. Der Service funktioniert auch in vielen anderen europäischen Ländern. https://www.dermanostic.com/ und https://www.derma2go.com/de/derma2go_de und https://www.onlinedoctor.at/de/


Meldungen

 

Diabetes-Atlas der Barmer

Volkskrankheit Diabetes weiter ansteigend

Immer mehr Menschen erkranken in Deutschland an Diabetes. Laut der Krankenkasse Barmer leiden im Jahr 2020 rund 777.000 Menschen mehr unter der Volkskrankheit als noch im Jahr 2014.

Während Deutschland im Jahr 2014 circa 6,89 Millionen Diabetiker:innen zählte, waren es im Jahr 2019 bereits 7,66 Millionen Betroffene. Das sind umgerechnet 9,21 Prozent der Bevölkerung und ein Zuwachs von knapp acht Prozent. Dies geht aus dem aktuellen Diabetes-Atlas der Barmer hervor. »Die deutliche Steigerung der Diabeteserkrankten ist alarmierend. Dabei gibt es mit gesunder und ausgewogener Ernährung eine einfache und wirksame Möglichkeit, vor allem dem Diabetes Typ 2 vorzubeugen«, sagt der Vorstandsvorsitzende der Barmer Prof. Dr. Christoph Straub. »Hier benötigen die Bürgerinnen und Bürger offensichtlich noch mehr Unterstützung. Es ist höchste Zeit für eine verpflichtende und leicht verständliche Nährwertkennzeichnung an Lebensmitteln.« Die Krankenkasse fordert schon lange eine Kennzeichnung des Zucker- und Fettgehalts auf Verpackungen von Nahrungsmitteln.

Neben der Kennzeichnung plädiert die Barmer für verpflichtende gesunde Standards in der Kita- und Schulverpflegung. »Hier muss man möglichst früh ansetzen, da sich Essgewohnheiten bereits in der Kindheit manifestieren«, so Straub. »Deshalb sollte das Thema gesunde Ernährung in den Schullehrplänen verbindlich verankert werden, damit bereits Kinder dafür sensibilisiert werden.« Darüber hinaus zeigt der Report, dass die Volkskrankheit vor allem in den östlichen Bundesländern Deutschlands auftritt. Die meisten Diabetiker:innen lebten im vergangenen Jahr in Sachsen-Anhalt, Sachsen und Brandenburg. Dagegen diagnostizierten Ärzt:innen die Zuckerkrankheit seltener in Schleswig-Holstein und Baden-Württemberg. Laut den Ergebnissen ist der Anteil an Diabetiker:innen in den Jahren 2014 bis 2019 bundesweit insgesamt gestiegen, die meisten Fälle verzeichneten das Saarland, Hamburg und Hessen mit je mehr als zehn Prozent. Die geringsten Zuwächse gab es in Sachsen und Thüringen mit weniger als einem Prozent. Ein Grund dafür ist der demographische Wandel. Da die Ergebnisse jedoch regional sehr unterschiedlich ausfallen, bedarf es laut Straub nun weiterer Untersuchungen.

 

Neuer Fortschritt in der Telemedizin

Studie zur Therapie herzschwacher Menschen

Mit einem speziellen Messverfahren könnten bald alle herzinsuffizienten Menschen den Druck ihrer Lungenschlagader von zu Hause aus messen und die Therapie je nach Ergebnis schnell individuell anpassen lassen. Das initiierte Projekt des Gemeinsamen Bundesausschusses (G-BA) könnte in die Regelversorgung aufgenommen werden.

Herzinsuffizienzpatient:innen benötigen eine umfassende Betreuung durch spezielle Pflegekräfte, denn auf gesundheitliche Veränderungen muss schnell reagiert werden. Im Rahmen der ›Passport-HF-Studie‹ prüft das Deutsche Zentrum für Herzinsuffizienz (DZHI) des Universitätsklinikums Würzburg im Auftrag des G-BA nun die Anwendung eines Systems, bei dem Patient:innen von zu Hause aus den Lungenblutdruck messen können. Sollten sich die erwarteten positiven Ergebnisse bei den Testpersonen bestätigen, werden die Prozesse in die Regelversorgung aufgenommen. Das wäre ein Meilenstein in der Telemedizin. »Die Passport-Studie legt den Grundstein für kardiales Telemonitoring und ebnet den Weg für die Telekardiologie in Deutschland«, sagt Prof. Dr. Stefan Störk, Leiter der Klinischen Forschung und Epidemiologie am DZHI. Im Rahmen der Passport-HF- Studie dürfen ab sofort Kliniken die ambulante telemedizinische Nachsorge von Herzinsuffizienzpatient:innen abrechnen. »Die Abrechnungsziffern ermöglichen erstmals eine sektorenübergreifende und telemedizinische Behandlung von Patienten mit Herzinsuffizienz. Insgesamt wird so die leitlinien- und bedarfsgerechte Versorgung herzkranker Patienten gestärkt.« Das telemedizinische Verfahren Passport-HF wird an etwa 40 Zentren in Deutschland durchgeführt. 560 Patient:innen mit einer schweren Herzinsuffizienz, die im vergangenen Jahr mindestens einmal deswegen im Krankenhaus behandelt wurden, sollen aufgenommen und zunächst über zwölf Monate betreut werden.

Dabei sind die zu ermittelnden Druckwerte nur ein Teil der Versorgungskette, sie stellen selbst noch keine Therapie dar. »Wichtig ist, dass die übertragenen Messwerte regelmäßig von einer geschulten Herzinsuffizienz-Pflegekraft und im Bedarfsfall zusätzlich vom Arzt betrachtet und interpretiert werden«, sagt Störk. Deshalb sollen Pflegekräfte und Patient:innen regelmäßig miteinander telefonieren.
»So können Medikation und Therapie zeitnah angepasst werden.« Das System funktioniere jedoch nur, wenn Patient:innen die Messung täglich durchführten und die Behandlungsempfehlungen dann auch umsetzten.

Erste Studien in den USA, Deutschland, Irland und den Niederlanden hatten bereits ge- zeigt, dass das Telemonitoring mit diesem System die Prognose von Herzinsuffizienz- patient:innen erheblich verbessert. Durch das Tracking der Messwerte in den eigenen vier Wänden und die regelmäßigen Telefonate mit speziell ausgebildeten Pflegekräften nahm die Schwere der Erkrankung deutlich ab.

 

Lob und Kritik

Umsetzungsbericht der Konzertierten Aktion Pflege (KAP)

Die Konzertierte Aktion Pflege war im Sommer 2018 ins Leben gerufen worden, um die Lage im Pflegesektor zu verbessern. Bereits im Sommer 2019 verständigten sich Bund, Länder und relevante Akteure in der Pflege verbindlich auf Ziele und konkrete Maßnahmen für bessere Arbeitsbedingungen. Dabei waren eine höhere Entlohnung, mehr Ausbildungsplätze und größere Eigenverantwortung für Pflegekräfte vorgesehen. Zudem sollten Pflegekräfte aus dem Ausland rekrutiert werden. Überlagert wurden die Reformbemühungen im laufenden Jahr durch die Corona-Krise – die die Bedeutung des Pflegepersonals noch einmal exemplarisch aufgezeigt hat.

Laut einem nun vorliegenden ersten Umsetzungsbericht zur Konzertierten Aktion Pflege (KAP) wurden etliche Maßnahmen bereits schrittweise umgesetzt. Die Aussicht auf einen allgemeinverbindlichen Tarifvertrag für die gesamte Pflegebranche würde ein wichtiges Signal sein, erklärte Bundesarbeitsminister Hubertus Heil.
Aufgrund der Corona-Pandemie konnten bislang kaum Pflegekräfte aus dem Ausland gewonnen werden, stellte Bundesgesundheitsminister Jens Spahn fest. Doch mit der Einrichtung der Deutschen Fachkräfteagentur für Gesundheits- und Pflegeberufe (DeFa) wurden die Prozesse im Bereich der Visumserteilung und der Berufsanerkennung optimiert. Nach dem Ende der Pandemie würde man deshalb auf mehr Pflegekräfte aus dem Ausland hoffen können.

Gernot Kiefer, stellvertretender Vorstandsvorsitzender des GKV-Spitzenverbandes, begrüßte die Zwischenergebnisse. Seiner Meinung nach deute der Bericht auf einen richtigen Weg hin, doch nur mit langem Atem könne die Situation letztlich verbessert werden. Die Ausbildungszahlen stiegen, die Bezahlung der Pflegekräfte nehme zu, der Pflegeberuf werde attraktiver. Wichtig sei eine nachhaltige Finanzreform der Pflegeversicherung über einen verlässlichen Bundeszuschuss und eine Finanzierungsverpflichtung der Länder für die Investitionskosten.

Aus Sicht des Deutschen Berufsverbandes für Pflegeberufe (DBfK) fällt die Zwischenbilanz gemischt aus. Es sei zwar zu begrüßen, heißt es, dass sich die wichtigsten Akteure zusammensetzten und gemeinsam versuchten, Probleme zu bewältigen. Dafür brauche es aber mutigere Entscheidungen, als an den Stellschrauben zu drehen, die wenig weh täten. »Wenn das Ergebnis darauf abzielt: Alles bleibt so, wie es war, dafür aber mehr Personal verfügbar ist, wird es ein sehr böses Erwachen für einige geben«, sagte Burkhardt Zieger, Geschäftsführer DBfK Nordwest. Er sieht die Lösung der Probleme vielmehr darin, sofort eine belastbare und verbindliche Personaluntergrenze in allen Bereichen pflegerischen Handelns zu definieren und einzuhalten. Das würde Pflegefachpersonen vor Ausbeutung schützen. Die Aufgaben in der Versorgung müssten neu organisiert und den Pflegefachberufen mehr Verantwortung übertragen werden.

 

Mehrkosten oder Spekulation

Doppelvergütung im Terminservice- und Versorgungsgesetz (TSVG)

Durch Änderungsanträge des 2019 in Kraft getretenen Terminservice- und Versorgungsgesetz (TSVG) gibt es neue Regelungen, unter anderem bei der Vergütung für vermittelte Termine in offenen Sprechstunden.

Wie unser EinBlick-Podcast in Folge zehn vom 6. November berichtete, wird die Behandlung vermittelter Patient:innen zur Förderung der Terminservicestellen extrabudgetär vergütet. Die Gesamtvergütung wird anschließend um diese Fälle bereinigt. Allerdings erfolgt für Corona-Patient:innen eine extrabudgetäre Vergütung, ohne dass eine Bereinigung vereinbart wurde. Für die Krankenkassen ist weder erkennbar, aus welchem Grund bestimmte Fälle extrabudgetär vergütet werden, noch ob insgesamt ausreichend bereinigt wurde. Weil dieser Zustand Auswirkungen auf die Gesamtvergütung der kommenden Jahre haben wird, soll hier nachgebessert werden. Die Krankenkassen zweifeln allerdings daran, dass der vorgeschlagene Mechanismus ausreichend funktioniert.

Nach Analyse des GKV-Spitzenverbands ist nicht nur die Coronakrise für Doppelhonorare in Milliardenhöhe verantwortlich, sondern die strategische Umsetzung des TSVG durch Mediziner. Durch diese Strategie würden Doppelhonorare auf die Konten vieler Ärzte fließen. Die Krankenkassen befürchteten erhebliche Mehrkosten für die gesetzliche Krankenversicherung. Ferner würde es Hinweise darauf geben, dass einige KVen den Medizinern beim ›Tricksen‹ geholfen hätten. Sie hätten ihre Mitglieder dazu ermuntert, das TSVG innerhalb des ersten Jahres möglichst wenig zu nutzen, um hinterher höheren Profit zu erhalten.

Der Sinn der MGV werde so pervertiert, sagt Thomas Staffeldt, Stabsbereichsleiter Vertragsanalyse beim GKV-Spitzenverband. Statt Anreiz für die Ärzte werde sie zum Kostensprengsatz. Er fordert, den Bereinigungszeitraum auszudehnen und erst enden zu lassen, wenn vier Quartale lang keine extrabudgetären Abrechnungen für Corona- Patient:innen erfolgt sind.

Nach Informationen des Handelsblatts schlagen die geplanten zusätzlichen Vergütungen für niedergelassene Ärzte mit 1,2 Milliarden Euro jährlich zu Buche. Im Tagesspiegel wird sogar eine Summe von bis zu 2,26 Milliarden Euro pro Jahr genannt.
Der Sprecher des Gesundheitsministeriums, Hanno Kautz, wies diese Berechnungen jedoch zurück und hält die Kalkulationen der Kassen für reine Spekulation, da unklar ist, wie Ärzte mit der Neuregelung umgehen werden.


Bemerkt

 

»Die Rahmen- bedingungen haben sich seit dem ersten Aufbau der Telematik- infrastruktur (TI) fundamental verändert.«

Gematik-Chef Markus Leyck Dieken stellte einen Sechs-Punkte-Plan vor, wie die ›TI 2.0‹ aussehen soll. Leyck-Dieken ist – im Auftrag der Bundesregierung – zentral für die TI verantwortlich.


Weiterlesen

 
Wir wollen im EinBlick neben einem Überblick zu Themen der Gesundheitsnetzwerker auch einen Blick auf Debatten und Dokumente werfen.

KBV meldet: Niedergelassene Ärzt:innen klagen über zusätzlichen Bürokratieaufwand
Laut kassenärztlicher Bundesvereinigung (KBV) ist der Bürokratieaufwand in den Praxen im Vergleich zum Vorjahr um 1,3 Prozent gestiegen. Das geht aus ihrem jüngst veröffentlichten Bürokratieindex (BAX) hervor. 55,8 Millionen Nettoarbeitsstunden verursachten die durch die gemeinsame Selbstverwaltung begründeten Informationspflichten in diesem Jahr. Das sind 715.000 Stunden mehr als 2019. Dabei verzeichnete die Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung mit circa 561.000 Stunden Mehraufwand den größten Zuwachs an Nettostunden im Vergleich zum Vorjahr. Die KBV untersucht jährlich im Rahmen des Bürokratieindex (BAX), wie viel Zeit niedergelassenen Ärzt:innen, Psychotherapeut:innen und ihre Angestellten im Jahr für Verwaltungsarbeit aufwenden.

Lesen Sie hier weiter bei der KBV: https://bit.ly/3obpJoT


Empfehlung

Filmszene: An der Uniklinik Heidelberg lernen Medizinstudierende und Pflegeschüler:innen
gemeinsam, respektvoll und verständlich mit Patient:innen zu sprechen    © WDR

 

Dokumentation ›Hiobsbotschaft‹ vom Hartmannbund ausgezeichnet

Der Film ›Hiobsbotschaft - Wie Ärzte um die richtigen Worte ringen‹ verdeutlicht, wie wichtig eine gute Kommunikation bei schlechten Nachrichten ist.

Die Autorin Ilka aus der Mark hat ein Jahr lang mit Patient:innen, Ärzt:innen, Medizinstudierenden, Ethiker:innen und Seelsorger:innen gesprochen. Dieser Film wurde nun mit dem Film- und Fernsehpreis des Hartmannbundes 2020 ausgezeichnet.

Die Jury hat die Dokumentation aus 33 eingesandten Beiträgen ausgewählt. Im Film werden Schicksale von Menschen gezeigt und wie Ärzt:innen damit umgehen, mit welchen inneren Konflikten sie ringen. Außerdem weist der Film auf ein wesentliches Problem hin: Während die medizinische Forschung sich immer weiter entwickelt, wird Medizin im Klinik- und Praxisalltag auf Effizienz getrimmt. Dabei bleiben intensive Gespräche zwischen Ärzt:innen und Patient:innen häufig auf der Strecke. »Ilka aus der Mark hat aus dem wichtigen medizinischen Dauerthema, dem Stellenwert der
›sprechenden Medizin‹, einen Film gemacht, der sich vor allem durch ein erstaunliches Fingerspitzengefühl für die Protagonist:innen hervorhebt«, heißt es in der Laudatio der Jury, die aus Filmemacher:innen und Journalist:innen besteht.

Der Film ist aktuell in der ARD-Mediathek verfügbar: https://bit.ly/3m4pqeJ


Zuletzt:

Medizinstudierende brauchen Unterstützung

Die Bundesvertretung der Medizinstudierenden in Deutschland e.V (bvmd) leidet wie viele andere Vereine unter der Corona-Krise. So fallen Einnahmequellen wie Veranstaltungen weg. Aus diesem Grund rufen die Medizinstudierenden nun zur Spende auf. »Trotz drastischer Maßnahmen zur Eindämmung der Kosten müssen wir unsere Aktivitäten und Unterstützungen gegebenenfalls noch weiter herunterfahren, um diese Krise als Verein zu überstehen«, sagt Aurica Ritter, Präsidentin der bvmd. »Wir freuen uns daher über Unterstützung aus allen Kreisen, besonders von Ärztinnen und Ärzten, um unsere vielfältige Arbeit auch zukünftig aufrechterhalten zu können.«

Der Verein ist die Interessenvertretung der über 100.000 Medizinstudierenden in Deutschland. Die jungen Menschen setzen sich für eine gute medizinische Ausbildung und Gesundheitsversorgung ein. Sie organisieren ehrenamtliche Projekte zu Themen wie beispielsweise Sexualaufklärung, Public Health, Medizin und Menschenrechte, Digitalisierung sowie Gesundheitsschutz durch Klimaschutz.

Weitere Informationen finden Interessierte auf der Spendenseite: https://bit.ly/3q0f4Po

Weitere Themen