Top Menu


Berlin-Chemie Newsletter vom 22. November 2018

eRezept: Schneller, komfortabler – und riskanter?

Ab dem Jahr 2020 sollen Ärzte elektronische Rezepte verordnen können.

Auf dem diesjährigen Deutschen Ärztetag in Erfurt hatten die Delegierten bereits berufsrechtlich den Weg für die ausschließliche Fernbehandlung geebnet. Der Präsident der Bundesärztekammer, Prof. Dr. Frank Ulrich Montgomery, sagte kürzlich, dass es nur folgerichtig sei, dass jetzt auch der Gesetzgeber tätig werde und die ärztliche Verschreibung von Arzneimitteln im Rahmen einer ausschließlichen Fernbehandlung mit einer Änderung des Paragrafen 48 des Arzneimittelgesetzes ermögliche. 464 Millionen Rezepte wurden 2017 in der Gesetzlichen Krankenversicherung in öffentlichen Apotheken eingelöst – natürlich in Form von Papier. Künftig sollen Apotheken auch verschreibungspflichtige Arzneimittel nach einem ausschließlich telemedizinischen Arzt-Patienten-Kontakt abgeben dürfen. So sieht es der Entwurf zum "Gesetz für mehr Sicherheit in der Arzneimittelversorgung (GSAV)" vor, den das Bundesgesundheitsministerium um Minister Jens Spahn unlängst vorgelegt hat. Ärzte sollten dennoch in jedem Einzelfall prüfen, ob die Arzneimittelverschreibung aus der Ferne medizinisch vertretbar sei, so Montgomery gegenüber der „Kölnischen Rundschau“.

Spahn selbst sprach unlängst im BMG vor der Presse darüber, dass das elektronische Rezept die Telemedizin erst zu einem Erfolgsprojekt mache. Recht hat er sicher damit, dass Fernbehandlung ohne elektronisches Rezept wenig Sinn macht. Die Akzeptanz der Telemedizin würde sicherlich stark darunter leiden, wenn Patienten nach einer Videosprechstunde das Rezept trotzdem vor Ort in der Praxis abholen müssten. Gerade den Menschen, die unter chronischen Erkrankungen leiden und viele Folgerezepte brauchen, könnte das eRezept künftig manchen Weg in Arztpraxen ersparen. Zunächst werden entsprechende Regelungen nur für Arzneimittel gelten. Hilfsmittel sollen zu einem späteren Zeitpunkt folgen.
Möglich machen soll dies nun die Selbstverwaltung. Sie soll die notwendigen Regelungen für die Verwendung des eRezeptes entwickeln. Spahn hat der Selbstverwaltung dafür eine Frist gesetzt: Sieben Monate nach Inkrafttreten des Gesetzes, dies geschieht voraussichtlich im Juli 2019, sollen die neuen Regelungen vereinbart sein. Doch für viele Rezepte wird auch künftig ein persönlicher Besuch in der Arztpraxis notwendig sein, sind Ärztevertreter überzeugt. „Für die Diagnose vieler Erkrankungen ist die körperliche Untersuchung unerlässlich. Und auch in unserer digitalen Welt basieren Therapie und Verordnung auf der Diagnose“, so Dr. Edgar Pinkowski, Präsident der Landesärztekammer Hessen, in einem sonst befürwortenden Statement zum Referentenentwurf.

Zudem erklärte die Bundesvereinigung Deutscher Apothekerverbände (ABDA) bereits, dass sie sich im weiteren Prozess einbringen wolle. Wichtig sei ihr, dass der Patient der Herr seiner Daten bleibe und auch weiterhin die freie Apothekerwahl habe.
Vom Koalitionspartner bekommt Spahn ebenfalls Unterstützung für das eRezept: Karl Lauterbach sagte gegenüber der „Neuen Osnabrücker Zeitung“, dass das digitale Rezept so schnell wie möglich kommen müsse.

Konnektoren: Nun sind es immerhin drei

Die gematik hat dem dritten Konnektor, welcher zum Anschluss von Arztpraxen an das digitale Grundgerüst des künftigen deutschen Gesundheitswesens benötigt wird, die Zulassung erteilt.

So ganz allmählich kann von Wettbewerb geredet werden: Ärzte können nun zwischen den Konnektoren von drei unterschiedlichen Herstellern wählen. Lange Zeit war sogar nur ein Anbieter am Markt. Nun erteilte die gematik dem Konnektor eines österreichischen Herstellers die Zulassung. Die gematik hatte das Unternehmen im April 2017 mit der Entwicklung eines Konnektors beauftragt, welcher den Zugang zur Telematikinfrastruktur sicherstellt. Als erste Anwendung der TI ermöglicht das Versichertenstammdaten-Management den Ärzten, Zahnärzten und Psychotherapeuten in Echtzeit automatisiert zu überprüfen, ob die auf der elektronischen Gesundheitskarte gespeicherten Daten aktuell sind und ob ein gültiges Versicherungsverhältnis besteht.

Weil die Anbindung der Arztpraxen nur schleppend vorankommt, Ärztevertreter gehen von maximal 50.000 angeschlossenen Praxen bis Jahresende aus, wurden die Fristen erneut verlängert. Wäre die Vergütung den Ärzten bereits ab Januar bei einem Nichtanschluss der Praxis gekürzt worden, so sieht der neue Plan vor, dass bis zum 30. Juni 2019 keine Honorarkürzungen erfolgen. Am 1. Juli 2019 muss die Technik jedoch funktionstüchtig eingerichtet sein. Stand jetzt müssen Ärzte und Psychotherapeuten Konnektor und Kartenterminal allerdings bis spätestens 31. März nächsten Jahres verbindlich bestellen. Dies müssen sie zudem gegenüber ihrer Kassenärztlichen Vereinigung nachweisen.

Stationärer Bereich: Die Ausgaben steigen weiter

Der Weg zu einer patientensteuernden, sektorenübergreifenden Versorgung ist noch weit.

Krankenhaus ist und bleibt teuer: Im Jahr 2017 sind die Kosten der stationären Krankenhausversorgung laut Statistischem Bundesamt um 3,9 Prozent auf rund 91,3 Milliarden Euro (2016: 87,8 Mrd. €) gestiegen. Bricht man dies runter auf die rund 19,4 Millionen Patienten, die 2017 vollstationär im Krankenhaus behandelt wurden, dann lagen die stationären Krankenhauskosten je Fall bei durchschnittlich 4.695 Euro (+ 4,4 Prozent). In Hamburg, Baden-Württemberg, Berlin und Bremen überstiegen die durchschnittlichen Fallkosten sogar 5.000 Euro.

Gesundheitspolitikern und den Vertretern von Krankenkassen sind diese Kostensteigerungen ein Dorn im Auge; kollidieren sie mit dem Ziel einer langfristigen Sicherstellung der Gesundheitsausgaben und Bereitstellung einer bezahlbaren Gesundheitsversorgung. Sie wollen vor allem eine bessere Patientensteuerung. Patienten, die keinen akuten Behandlungsbedarf haben, sollen in das kostengünstigere ambulante System weitervermittelt werden, auch wenn sie zuerst im Krankenhaus vorstellig geworden sind. Wie schwierig die Einführung einer echten sektorenübergreifenden Versorgung wird, zeigten bereits die Reaktionen auf die Vorschläge des Sachverständigenrats zu möglichen Reformen im Gesundheitswesen. Die Ratsmitglieder sind derzeit auf Tour durch Deutschland, um auf vier Regionalkonferenzen ihre Ideen zu präsentieren und diskutieren. Diese Woche fand der Austausch über Reformen in den neuen Bundesländern in Halle statt. Dort erklärten Politiker, darunter Sozialministerin Petra Grimm-Brenne (Sachsen-Anhalt) und Staatssekretär Andreas Büttner (Brandenburg), zum Bedauern der Ratsmitglieder, dass es in ihren Ländern keine Krankenhausschließungen geben werde. Allein in Berlin gebe es 60 Krankenhäuser, von denen 40 an der Notallversorgung teilnehmen, so der Ratsvorsitzende Prof. Dr. Ferdinand Gerlach. Das sei zu viel. Immerhin: Grimm-Brenne und Büttner zeigten sich offen für die Idee, dass manche Krankenhäuser der Grundversorgung in Gesundheitszentren umgewandelt werden könnten. Weil dies alles so kompliziert ist, und weil so viele Interessen berücksichtigt werden wollen, wurde im September auf Basis des Koalitionsvertrags eine Bund-Länder-Arbeitsgruppe „Sektorenübergreifende Versorgung“ eingesetzt. Diese soll bis zum Jahr 2020 Vorschläge zu den Themen Bedarfsplanung, Vergütung, Zulassung und Kooperation der Gesundheitsberufe unter Beachtung der Qualitätssicherung und Einbeziehung der Telematik-Infrastruktur vorlegen.

Krankenhaustag: Das sind die großen Themen der Zukunft

Die Krankenhäuser sind von Bundesgesundheitsminister Jens Spahn dazu angehalten, gemeinsam mit der Politik die Zukunft zu gestalten.

Das Thema Personaluntergrenzen in den Krankenhäusern stößt vielen immer noch sauer auf. Darum sah sich offenbar auch Bundesgesundheitsminister Jens Spahn beim 41. Krankhaustag in Düsseldorf dazu gezwungen, noch einmal richtigzustellen: Es gehe nicht wie befürchtet darum, Kliniken für punktuelle Lücken zu bestrafen, sondern systemische Mängel zu beheben. „Wir werden das mit Maß und Mitte machen“, so Spahn weiter. Dabei hoffe er auf die Zusammenarbeit mit den Kliniken.
Für die Krankenhäuser selbst ging es insbesondere um das Thema Existenzsicherung. Dr. Josef Düllings, Präsident des Verbandes der Krankenhausdirektoren Deutschlands und Kongresspräsident, hält die aktuelle Krankenhauspolitik, die keine klare Linie hat, für das große Manko in Deutschland. Er fordert ein Zukunftskonzept „Deutsches Krankenhaus“ und wünscht sich, dass beherzter an der Gemeinschaftsaufgabe Gesundheitsversorgung gearbeitet wird. Hierfür sei beispielsweise die Reduktion der – wie er es nennt – Checklistenmedizin ebenso erforderlich wie die Finanzierung der Digitalisierung als Infrastruktur und Vernetzungsinstrument zur Verbesserung der Qualität der Patientenversorgung.

Für Dr. Gerald Gaß, Präsident der Deutschen Krankenhausgesellschaft (DKG), ist die Frage der aktiven Gestaltung von Versorgungsstrukturen die Zukunftsaufgabe der Kliniken, aber auch der Länder. Er sagte: „Die Krankenhausträger wollen sich aktiv einbringen. Was wir aber auf jeden Fall brauchen, ist eine Planung, die über die einzelnen Sektoren hinausgeht und die Strukturveränderungen mit den dafür notwendigen Investitionen begleitet.“

Zahnärzte: Grenzen der Beschäftigungsverhältnisse verschwimmen

Einzelpraxen in der Zahnmedizin sind nicht in Gefahr. Zu diesem Schluss kommt eine Analyse.

Immer mehr Ärzte lassen sich in Gemeinschaftspraxen und Medizinischen Versorgungszentren anstellen. Der Lockduft dieser Beschäftigungsverhältnisse: weniger Wochenarbeitsstunden, flexiblere Arbeitszeiten und daraus resultierend eine bessere Work-Life-Balance. Auch im Bereich der Zahnmedizin gibt es einen ähnlichen Trend. Nun wurden Zahlen ausgewertet, wie sich die Existenzgründung entwickelt hat und daraus mögliche Szenarien abgeleitet. Die Autoren der Untersuchung „Die zahnärztliche Niederlassung – Stand der Forschung zur Praxisgründung“ des Instituts der Deutschen Zahnärzte (IDZ), einer gemeinsamen Forschungseinrichtung der Kassenzahnärztlichen Bundesvereinigung (KZBV) und der Bundeszahnärztekammer (BZÄK), kommen zu dem Schluss, dass die bewährte zahnärztliche Einzelpraxis trotz zahlreicher gesetzgeberischer Eingriffe auch weiterhin eine Zukunftsperspektive habe, sich aber im Wettbewerb mit anderen Praxisformen grundlegend verändern werde.

„Die zahnärztliche Berufsausübung hat zuletzt eine Reihe gesetzgeberischer Eingriffe erfahren, die sich unterschiedlich auf das Gründungsverhalten junger Zahnärzte ausgewirkt hat“, so Prof. Dr. A. Rainer Jordan, Wissenschaftlicher Direktor des IDZ. „Praxisformen und deren Größenwachstum unterliegen einem erheblichen Wandel. So kann eine Niederlassung heutzutage etwa auch in Form einer (überörtlichen) Berufsausübungsgemeinschaft oder einer Partnergesellschaft erfolgen.“ Zudem seien Zahnärzte, die sich niederlassen, nicht die gesamte Karriere an diese Form der Berufsausübung gebunden. Bisher habe es laut IDZ-Analyse keinen Rückgang der Einzelpraxen gegeben. Es gebe zwar immer weniger Zahnärzte, die ihre gesamte Praxis alleine bespielen. Dies werde aber dadurch aufgefangen, dass immer mehr Zahnärzte weitere Kollegen in ihrer Praxis anstellen würden. Die Grenzen zwischen den Praxisformen seien zunehmend weniger trennscharf.

Kommt sie – die nationale Diabetes-Strategie?

Pünktlich zum Erscheinen des Diabetes-Atlas‘ wollen Union und SPD an einer nationalen Strategie gegen die Volkskrankheit arbeiten.

Der Koalitionsvertrag hat das Ziel ganz klar vorgegeben: eine nationale Diabetes-Strategie muss her, um der Volkskrankheit Einhalt zu gebieten. Der gerade erschienene Diabetes-Atlas der Barmer zeigt, wie dringend notwendig diese ist: Innerhalb von fünf Jahren stieg die Zahl der an Diabetes erkrankten Menschen um 600.000. So litten 2017 bereits 9,2 Prozent der Bevölkerung an der Krankheit, 2013 waren es noch 8,7 Prozent. Überdurchschnittlich häufig sind Menschen in den östlichen Bundesländern betroffen. Sachsen und Sachsen-Anhalt stechen mit einer Quote von jeweils 11,5 Prozent aus der Statistik heraus. Es folgen Brandenburg mit 11,3 und Thüringen mit 11,1 Prozent.

Angesichts dieser Entwicklungen geben nun auch die Politiker Gas. Die nationale Diabetes-Strategie könnte nun auch konkrete Formen annehmen. Die Sprecher und Berichterstatter der Fraktionen zu diesem Thema im Gesundheitsausschuss wollen sich darüber unterhalten und eine Richtung vorgeben. Ein wichtiger Baustein für die Strategie soll die Einführung eines nationalen Diabetes-Registers sein. Hier lohnt sich ein Blick in den Norden Europas. Denn Schweden verfügt bereits über ein im höchsten Maße anerkanntes Diabetes-Versorgungssystem, das von Prävention, Fallmitteilungen, über die Auswahl und Reichweite der Dienstleistungen bis hin zum Zugang zur Versorgung reicht.

Pflegeversicherung vor dem Kollaps?

Die Deutschen haben Angst zum Pflegefall zu werden. Der DAK-Pflegereport macht die Ängste in der Bevölkerung sichtbar.

Wie schlecht es um die Versorgung von Pflegebedürftigen in Deutschland steht, das wird immer mehr Deutschen bewusst. Zusammengefasst im aktuellen DAK-Pflegereport deutet sich ein sehr negatives Bild der Pflegeversorgung an, die die Deutschen zudem in einer weiteren Abwärtsspirale wähnen. Es gibt nicht genug Fachkräfte, glauben aktuell 88 Prozent, im Jahr 2000 waren es erst 69 Prozent. Die Bezahlung der Pflegekräfte sei schlecht, glauben heute 85 Prozent, im Jahr 2000 waren es 53 Prozent. Das geht aus einer Repräsentativbefragung des Instituts für Demoskopie Allensbach, einer Analyse von DAK-Routinedaten sowie einer qualitativen Infrastrukturanalyse in vier Landkreisen hervor.

Besorgniserregend ist für viele Deutsche offenbar auch die Qualität pflegerischer Versorgung, die regional unterschiedlich ausfällt. Vielerorts, vor allem aber im Osten der Republik, würden Pflegebedürftige überdurchschnittlich oft im Krankenhaus behandelt. In Thüringen kommen auf 100 Pflegebedürftige fast 150 Krankenhausfälle, in Mecklenburg-Vorpommern sind es 146, in Sachsen-Anhalt 142 und in Brandenburg 143 Fälle. Unterdurchschnittliche Werte gibt es hingegen in Baden-Württemberg, hier kommen auf 100 Pflegebedürftige 115 Krankenhausbehandlungen.

Was die Deutschen aber am stärksten umtreibt, ist das Thema Pflegekosten. Neun von zehn Befragten sagen, dass Pflegeheime teuer sind. Sieben von zehn sind sogar der Meinung, dass sich viele Familien Pflegedienste und Heime für ihre Angehörigen nicht leisten können. Die Eigenanteile sind seit der Einführung der Pflegeversicherung deutlich gestiegen und heute regional sehr unterschiedlich. Der Vorsitzende der DAK-Gesundheit, Andreas Storm, plädiert nun für eine Reform der Pflegeversicherung. Er regt Zuschüsse aus Steuermitteln an und will die Eigenanteile deckeln. Die Mehrheit der Deutschen ist sogar bereit, mehr für die Pflege zu bezahlen. 68 Prozent der Befragten wünschen sich eine stärkere Absicherung der Pflegekosten durch die Pflegeversicherung, auch wenn dies mit höheren Beiträgen verbunden ist. Eine grundlegendere Reform dürfte damit möglich werden.

Kritische Stimmen

Das Pflegepersonal-Stärkungsgesetz wurde im Eiltempo verabschiedet. Für einige war es jedoch etwas zu schnell. Sie fürchten eine Verschlechterung der Situation.

Auf den letzten Metern zur Verabschiedung des Pflegepersonal-Stärkungsgesetzes (PpSG) hat ein Änderungsantrag für Unmut bei den Krankenkassen und Arbeitgeberverbänden gesorgt. Damit wurden die Verjährungsfristen für Erstattungsansprüche rückwirkend bis 2017 von vier auf zwei Jahren verkürzt. Umgekehrt jedoch können Kliniken ihre Ansprüche gegenüber Kassen jedoch weiterhin vier Jahre geltend machen.

Bernd Meurer, Präsident des Bundesverbands privater Anbieter sozialer Dienste e.V. (bpa), treibt hingegen ein ganz anderes Problem um. Er befürchtet, dass sich die bestehenden Personal- und Versorgungsprobleme in der Altenpflege mit dem PpSG verschärfen werden: „Der Gesetzgeber nimmt eine nicht nachvollziehbare Bevorzugung der Krankenhäuser vor. Dort wird jede zusätzliche und jede aufgestockte Stelle finanziert, ohne dass auch nur ein einziger Patient belastet wird.“ Der stellvertretende Bundesgeschäftsführer des Deutschen Berufsverbands für Pflegeberufe (DBfK), Peter Tackenberg, kritisiert darüber hinaus das Fehlen einer analytischen Personalbemessung auf der Grundlage des Versorgungsbedarfes: „Alle Versuche der Berufsverbände, Patientenorganisationen und Gewerkschaften, im SGB V eine analytische Personalbemessung auf der Grundlage des Versorgungsbedarfes zu verankern, sind im parlamentarischen Verfahren an der Uneinsichtigkeit der Regierungskoalition gescheitert.“ Die nun im PpSG vorgesehenen DRG-basierten Verfahren einer Personalbemessung drohen seiner Ansicht nach zu einer chronischen Unterfinanzierung des Pflegepersonalbudgets zu führen.


SUCHE