Informationen zur Gürtelrose (Herpes zoster)
Was ist eigentlich eine Gürtelrose?
Die Gürtelrose ist eine Wiederauferstehung der Windpocken im Erwachsenenalter. Fast jeder Mensch hat als Kind die Windpocken durchgemacht. Das Virus zieht sich anschließend zurück und schlummert in bestimmten Nervenknoten. Die Nervenfasern dieser Knoten versorgen nur ein bestimmtes Hautgebiet. Daher bekommen Sie keinen Ausschlag am ganzen Körper, sondern nur auf einer begrenzten Hautfläche auf einer Seite des Körpers bzw. des Gesichts.
Krankheiten, Abwehrschwäche, Krebs-/Chemotherapie oder Stresssituationen können das Virus aus seinem Schlummer wieder wecken.
Das Virus sucht sich eine Nervenbahn, wandert einen bestimmten Nerv bis zur Haut entlang und breitet sich dort aus.
Noch bevor sich die Hauterscheinungen (ca. 1–5 Tage) ausgebildet haben, fühlen sich die meisten Patienten müde und angeschlagen, haben leichtes Fieber, Kopfschmerzen bzw. geschwollene Lymphknoten.
Hinzu kommt ein Schmerzgefühl. Der Schmerz ist oft brennend oder stechend, kann mit einem Kribbeln oder einem tauben Gefühl verbunden sein. Diese heftigen Schmerzen werden häufig von Patient und Arzt anfangs anderen Erkrankungen oder Beschwerden zugeordnet, z.B.:
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Welcher „Teufel“ löst die Gürtelrose aus?
Die sogenannten Varicella-Zoster-Viren lösen in der Kindheit die Windpocken aus. Im Erwachsenenalter verursachen die gleichen Viren eine Gürtelrose.
Es gibt noch zwei weitere wesentliche Herpes-Typen: Herpes-simplex-Typ 1 (z. B. Lippenherpes) und Herpes-simplex-Typ 2 (z. B. Genitalherpes).
Wer kann eine Gürtelrose bekommen?
- ältere Menschen
- chronisch Kranke
- Menschen, die eine Krebs-/Chemotherapie bekommen
- abwehrgeschwächte Menschen
Es können auch Kinder, gesunde junge Erwachsene oder Menschen, die unter Stress stehen, an Gürtelrose erkranken. Dies kommt aber selten vor.
Wenn ein Virus aktiv wird
Kurze Zeit nach Krankheitsausbruch bilden sich in einem begrenzten Hautgebiet (Dermatom), dem Ausbreitungsbereich des betroffenen Nervs, die typischen Hauterscheinungen aus:
- Die Haut ist gerötet.
- Eine leichte Wölbung der Haut entwickelt sich zu Bläschen (1–7 Tage).
- Die Bläschen stehen gruppiert und sind mit Flüssigkeit gefüllt.
In diesem Bereich ist meist ein heftiger Schmerz zu spüren.
Wie kann der Schmerz beschrieben werden?
Dauert der Schmerz mehr als zwei Monate nach Abklingen der letzten Hauterscheinungen weiter an, spricht man von der postzosterischen Neuralgie. Diese ist die häufigste Komplikation der Gürtelrose und macht besonders älteren Menschen zu schaffen. Dieser Schmerz kann äußerst vielgestaltig sein und mehrere „Gesichter“ haben:
- Sehr häufig wird ein ziehender oder brennender Schmerz im Bereich der Gürtelrose angegeben. Der Schmerz muss aber nicht auf diese Region beschränkt sein, sondern kann auch in entfernte Regionen ausstrahlen. Mitunter ist er nur schwer zu beschreiben oder zu lokalisieren.
- Ebenso oft berichten Patienten, dass zusätzlich äußerst schmerzhafte, elektrisierende Stiche schnell hintereinander „einschießen“. Diese Stiche treten in der Regel überraschend auf und sind kaum beeinflussbar.
- Ganz typisch ist außerdem, dass die Betroffenen deutlich Temperatur-empfindlicher werden, d.h. kalte Außentemperaturen im Winter oder heiße Bäder werden als äußerst unangenehm empfunden.
Viele Patienten klagen auch darüber, dass ihre Haut besonders berührungsempfindlich ist. Duschen oder Eincremen kann somit äußerst schmerzhaft sein und einen anhaltenden „Hautschmerz“ verursachen, der sich erst nach und nach wieder legt.
Das breite klinische Bild dieser verschiedenen Schmerzempfindungen zeigt die zahlreichen und unterschiedlichen Veränderungen der Berührungs- und Schmerzverarbeitung auf Ebene des betroffenen Nervs und des Rückenmarks.
Eine gute Nachricht ist, dass die Wissenschaft in den letzten Jahren diesbezüglich enorme Fortschritte gemacht hat. Die verschiedenen Symptome können daher sehr spezifisch mit unterschiedlichen Medikamenten behandelt werden.
Daher ist es so wichtig, dass die Gürtelrose rechtzeitig medikamentös behandelt wird. Außerdem kann das Risiko stärkerer (andauernder) Schmerzen vermindert werden, indem man die Schmerzen von Anfang an bekämpft.

